Wegeleitsystem und Infoterminal

Digitale Auskunft am Flughafen weist jederzeit den Weg

| Autor / Redakteur: Nach Unterlagen von Pyramid Computer* / Hendrik Härter

Alles auf einen Blick: Das Multitouch-Display der Firma Pyramid Computer navigiert die Passagiere des Frankfurter Flughafen und versorgt sie mit allen relevanten Informationen.
Alles auf einen Blick: Das Multitouch-Display der Firma Pyramid Computer navigiert die Passagiere des Frankfurter Flughafen und versorgt sie mit allen relevanten Informationen. (Bild: insoft GmbH)

Der Betreiber des Frankfurter Flughafens setzt auf ein interaktives Wegeleitsystem und Infoterminal. Anwender profitieren von den Echtzeitinhalten dieser Systemlösung von den Firmen Cosalux und Pyramid Computer.

Flughäfen sind nicht bekannt für Ruhe und Übersichtlichkeit. Aus diesem Grund ist es wichtig, einen interaktiven Ansprechpartner zu haben, der einen mit relevanten Informationen versorgt. Hier bieten sich Touchsysteme an, die nicht nur interaktiv sind, sondern auch multimedial mit den Kunden bzw. Nutzer interagieren.

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Der „polytouch“ 55 4K im Überblick

Der Trend geht besonders stark in Richtung neue Interaktionsformen, Anwendungen mit vielen Berührpunkten sowie Multi-User-Interaktionen. Getrieben ist dieser Erfolg vor allem den anhaltenden Trend bei Smartphones und Tablets. Bei den integrierten Multitouch-Systemlösungen geht die Entwicklung zu Echtzeit-Inhalten. Dabei muss der Nutzen klar sein: Sucht der Anwender Produkte, navigiert er oder soll ein industrieller Prozess überwacht werden.

Seit Ende 2015 setzt Fraport, Betreibergesellschaft des Frankfurter Flughafens, auf den interaktiven Airport Desk als sein Wegeleitsystem sowie als Infoterminal. Das System basiert auf dem Produkt „polytouch“ von Pyramid Computer, eine Lösung mit integriertem Rechner und Scan-Einheit. Über das 46 Zoll große Display lassen sich nicht nur Informationen suchen und finden, sondern System dient zudem als Digital-Signage-Anwendung.

Die Hardware eines projiziert-kapazitiven Touch-Systems

Der Nutzer kann auf unterschiedliche Informationen aus dem System zurückgreifen. Neben Wartezeiten und Serviceangeboten ist das System mit sechs Leitdatenbanken inklusive CRM-System mit Kundendaten verbunden. Der Reisende kann sein Flugticket scannen und sich Abweichungen im Flugplan anzeigen oder Verspätungen anzeigen lassen. Dabei spielt es keine Rolle, ob das Ticket ausgedruckt ist oder vom Smartphone eingescannt wird.

Neben der Auflösung spielt die Präzision bei der Touch-Eingabe eine wesentliche Rolle für das System. Viele Anwendungen im Umfeld von POS für Kiosk-Systeme, Info-Terminals oder im industriellen Umfeld basieren auf der projizierten kapazitiven Touch- (PCT-)Technik. Solche Displays lassen sich oberflächenbündig einbauen.

Ein rein kapazitives Display verfügt über eine leitende dünne Schicht auf der Glasoberfläche. Im Gegensatz dazu wird bei der projiziert-kapazitiven Technik eine bis zu 8 mm dicke Glasscheibe vor das Display gesetzt. Sensorlagen lassen sich dann auf der Rückseite des Frontglases anbringen. Damit ist das Display vor Umwelteinflüssen geschützt.

Die Touch-Sensoren bestehen dabei aus zwei elektrisch getrennten Ebenen mit einem Leitfähigen Material, dem ITO-Glas oder -Folien sowie einem dünnen Drahtgeflecht. Dieses ist in Reihen und Spalten zu einem Kreuzmuster angeordnet. Wird an diesem Gitter eine Spannung angelegt, entsteht ein elektrostatisches Feld. Ein leitendes Objekt, wie ein Finger, wird erkannt und die entsprechend Position ermittelt, weil sich die Kapazitäten der Einzelsensoren ändern.

Der nächste Schritt: die InGlass-Technik

Die InGlass-Technik ist die nächste Entwicklungsstufe und arbeitet mit einer umlaufenden Platine, die sich im Rahmen des Displays befindet. Diese sendet einen Infrarot-Lichtvorhang durch den Touchscreen und misst gleichzeitig, wo sich das Brechungsverhalten des Infrarotlichtes ändert, wenn beispielsweise das Glas des Touchscreens mit einem Finger berührt wird. So entsteht ein enges Raster aus Infrarotstrahlen direkt über der Bildschirmoberfläche. Wird das Raster an einer bestimmten Stelle durchbrochen, ermittelt der Controller den Berührpunkt.

Mit dem Finger zoomen

Der „polytouch“ lässt sich auch wie ein interaktiver Tisch gestalten.
Der „polytouch“ lässt sich auch wie ein interaktiver Tisch gestalten. (Bild: Pyramid Computer)

Mit der Druckstärkenerkennung sind Funktionen möglich, wie beispielsweise mit einem Finger zoomen. Unterstützt werden unterschiedliche Displaygrößen und die Technik ist vollständig optisch transparent und verschleißfrei. Der aktuelle „polytouch“ 55 4K basiert auf der InGlass-Technik. Das Display bietet eine Diagonale von 55 Zoll mit lichtunempfindlicher Touch-Technik ohne Parallaxe bei einer UHD-Auflösung. Es eignet sich als Beratungs- und Infoterminal, zur Präsentation oder auch als Infotainment-Terminal. In der Industrie kann es bei Konstruktions- oder Planungsaufgaben dienen.

Verarbeitet werden bis zu 10 Berührungen parallel mit einer Latenz von <15 ms. Eine spezielle Druckstärkenerfassung erlaubt weitere Eingabedimensionen. Mit seiner Auflösung von 3840 x 2160 Pixel eignet es sich auch für großformatige Dokumente wie CAD. Aufgebaut ist das Display-System modular. Deshalb bietet es verschiedene Montagemöglichkeiten. Dazu gehören Standalone-Display, Wandmontage oder den Objekteinbau. Der Panel PC ist mit einem Intel Core i7-6700T-Prozessor und 8 GByte DDR4 PC1600-Speicher ausgestattet. Zudem ist eine mSATA SSD mit einer Kapazität von 128 GByte verbaut. Als Betriebssysteme kommen Windows 10 mit 32 oder 64 Bit als auch Linux zum Einsatz.

* Der Beitrag ist nach Unterlagen von Pyramid Computer entstanden.

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