Display-Technologien

Computer-Bildschirm stellt mit Mikrofluidik Texte für Blinde dar

| Redakteur: Hendrik Härter

Bisher konnte Blinde Bildschirmtexte mit der Braille-Zeile lesen. Allerdings lassen sich mit diesem Verfahren maximal 80 Zeichen darstellen. Mit Hilfe der Mikrofluidik können bis zu 960 Zeichen dargestellt werden.

Ein Display für Blinde. Damit Texte direkt auf einem Monitor für Blinde "sichtbar" werden, entwickeln derzeit Wissenschaftler des Instituts für Mikrostrukturtechnik des KIT an ein technisch neuartiges Computer-Display in Blindenschrift.

Dabei soll unter Leitung von Dr. Bastian Rapp ein kostengünstig herzustellendes Gerät mit Hilfe der Mikrofluidik entwickelt werden. Die Disziplin der Mikofluidik befasst sich mit dem Verhalten von Flüssigkeiten auf kleinstem Raum.

Blinde lesen Bildschirmtexte bisher mit der Braille-Zeile

Für Sehbehinderte und Bllinde werden Computertexte bislang mit Hilfe eines Braille-Zeile genannten Ausgabegerätes lesbar. An den Rechner angeschlossen überträgt es Buchstaben in tastbare Zeichen der Braille-Schrift. Eine Braille-Zeile stellt in der Regel 40, maximal 80 Zeichen eines Bildschirmtextes in der Blindenschrift dar, indem sich kleine Stifte elektronisch gesteuert aus der Fläche heben und senken.

Display kann bis 960 Zeichen gleichzeitig darstellen

Dieses Verfahren ist in der Produktion teuer. Das Team um Dr. Rapp entwickelt ein Gerät, das 960 Zeichen zugleich darstellt und sich zudem durch den Einsatz kostengünstiger Bauteile preiswert produzieren lässt.

Statt der Stifte ertastet der Nutzer bei diesem Display die punktförmigen Ausbuchtungen einer Kunststoffoberfläche. Diese verformt sich, indem Wasser durch kleinste Kanäle geschleust wird.

Display in der Größe eines A4-Blattes

Mikroventile sorgen mit Hilfe von Paraffin für das Öffnen und Versiegeln von Membranen und damit für die jeweils gewünschte Leitung der Flüssigkeit. „Wir können mit dieser reaktionsschnellen Technik auf sehr kompaktem Raum zahlreiche Segmente adressieren, das Display hat etwa die Größe eines DIN A 4-Blattes“, sagt Rapp.

Seit 2009 leitet er die aus Mitteln der Exzellenzinitiative geförderte Nachwuchsforschungsgruppe „Indirekte Mikrofluidiksysteme“. Die Entwicklung des mikrofluidischen Braille-Displays profitiere stark vom Vorwissen des Projektpartners SZS und dem frühzeitigen Einbeziehen künftiger Anwender.

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