Hilfe für überfüllte WLANs: Erste Chips unterstützen alle 802.11ax-Funktionen

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Viele Clients mit Multi-Gigabit-Tempo versorgen

Version 88W9068 unterstützt die 8x8-Antennenkonfigurtation im 5-GHz-Band und erreicht Bruttodatenraten von 4,8 GBit/s. Der 88W9064-Chip funkt im 5-GHz- und im 2,4-GHz-Band, ist für eine 4x4-Konfiguration ausgelegt und erreicht 2,4 GBit/s. Zum Vergleich: Im aktuellen ac-Standard nutzen selbst große Clients die 2x2-Konfiguration, mobile Endgeräte beschränken sich auf 1x1. Da die Marvell-ICs MU-MIMO unterstützen, können sie vier bis acht solcher Clients simultan mit voller Geschwindigkeit versorgen.

Darüber hinaus haben zwei der drei Chips das neue Bluetooth 5 integriert und ermöglichen eine präzise Lokalisierung von Clients auch innerhalb von Gebäuden. „Wir erreichen Genauigkeiten von rund einem Meter in vermaschten Netzen“, sagt Lowganathan. „Das ermöglicht ganz neue Location based Services, beispielsweise für zielgerichtete Werbung in Kaufhäusern oder Hinweise in Flughäfen.“

Bidirektionale MU-MIMO-Übertragung

Im Gegensatz zu konkurrierenden neuen WLAN-Standards wie 802.11ad und ay ist die ax-Variante dafür ausgelegt, viele Nutzer gleichzeitig und zuverlässig mit schnellen Drahtlosverbindungen zu versorgen. Damit ist die Technik gut zum Beispiel für Hotspots geeignet. ad und ay hingegen darauf ab, wenige Verbindungen auf kurzen Distanzen mit bis zu 30 GBit/s zu etablieren.

Im ax-Standard sorgen verschiedene Mechanismen dafür, Störungen durch benachbarte WLANs besser zu unterdrücken. Eine verbesserte Fehlerkorrektur hilft, das vorhandene Frequenzspektrum besser auszunutzen. Diese und andere Maßnahmen sollen helfen, die Übertragungsgeschwindigkeit pro Gerät um mindestens das Vierfache gegenüber dem Vorgängerstandard ac zu erhöhen – ideal für Funknetze in Hotels, Flughäfen, Einkaufszentren oder Stadtgebieten.

ax stellt eine weitere Neuerung bereit: Multi-User MIMO (MU-MIMO) funktioniert bidirektional, also auch vom Client zum Access Point beziehungsweise Router. Beim älteren ac-Standard kann nur der Router diese Technik anwenden. Dynamic Sensitivity Control sorgt zudem dafür, dass mehrere WLAN-Clients gleichzeitig über denselben Funkkanal an unterschiedliche Router senden können. Bislang ist das nicht möglich, da ein Client einen Funkkanal vollständig für sich beansprucht.

Schnelle Ethernet-Anbindung erforderlich

Die möglichen hohen Datenraten im Funknetz fordern auf der Anbindungsseite ihren Tribut. Übliche Gigabit-Ethernet-(GbE)-Verbindungen sind schon mit einer 2x2-Konfiguration nahezu ausgelastet. Je nach anvisierter Applikation sind daher Anbindungen mit 2,5 GbE, 5 GbE oder auch 10 GbE sinnvoll.

Hier gibt sich die Marvell-Lösung flexibel. Die ax-WLAN-Chips arbeiten sowohl mit CPUs und PHYs aus dem eigenen Portfolio zusammen, als auch mit Bausteinen anderer Hersteller. „Wir stimmen uns mit anderen Anbietern ab, um sicherzustellen, dass unsere Lösungen vollständig mit ihren Produkten zusammenarbeiten“, erklärt Lowganathan.

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