Hightech-Standort Dresden: Milliarden-Investitionen in IoT-Technologien

| Redakteur: Michael Eckstein

IoT im Visier: Dresden will als dynamischer Gründungsstandort wirtschaftlich weiter erfolgreich wachsen.
IoT im Visier: Dresden will als dynamischer Gründungsstandort wirtschaftlich weiter erfolgreich wachsen. (Bild: gemeinfrei / CC0)

Internationale Technologiekonzerne investieren 4,5 Milliarden Euro in den Mikroelektronik-, Sensorik- und 5G-Mobilfunk-Standort Dresden. Der „Smart Systems Hub Dresden – Enabling IoT“ konzentriert Hardware-, Software- und Connectivity-Knowhow aus Forschung und Industrie für IoT-Anwendungen.

Dresden baut seine Position als wichtiges Zentrum für Internet of Things-Lösungen (IoT) systematisch aus: Internationale Technologiekonzerne und Forschungseinrichtungen wie Globalfoundries, Infineon, Bosch, die Fraunhofer-Gesellschaft und das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) haben zugesagt, in den nächsten Jahren rund 4,5 Milliarden Euro in Europas führenden Halbleiterstandort zu investieren.

Ziel ist es, die Entwicklung und Produktion moderner Prozessoren, Sensoren, 5G-Mobilfunkmodule und innovativer Software-Werkzeuge und IoT-Plattformen voranzutreiben. Die Investitionen sind die Folge eines systematisch gewachsenen Ökosystems in der nach dem amerikanischen Vorbild auch „Silicon Saxony“ genannten Region.

Zukunftsweisende Technologien im Blick

„Damit wird Dresden zu einem weltweit führenden Leitstandort für IoT-Basistechnologien“, freut sich Dirk Hilbert, Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Dresden. „Von hier kommen Technologien und Produkte, die in IoT-Anwendungen in der industriellen Produktion, in neuen Mobilitätslösungen, in intelligenten Stromnetzen oder in der Gesundheitsbranche eingesetzt werden.“

Solche zukunftsweisenden Technologien seien beispielsweise IoT-optimierte Prozessoren, Mikro-Elektro-Mechanische Systeme (MEMS) inklusive Sensoren und Aktoren, Embedded Systems-on-Chip, spezielle Mikrocontroller und Hightech-Speicher, Leistungselektronik, Kommunikationsmodule zur Datenübertragung, Technologien für Energy Harvesting, IT-Security und Cloud-Hochleistungs-Computing oder die Integration zu Smart Systems.

„Smart Systems Hub Dresden – Enabling IoT“ entwickelt sich zu globalem Digitalzentrum

Dresden und Leipzig erhielten im April 2017 den Zuschlag als Standorte im nationalen Digital Hub-Konzept des Bundeswirtschaftsministeriums. Ziel der beiden Hubs ist es, Wissenschaftler, Produzenten und Anwender gezielt zu vernetzen. Gemeinsam will man das vielversprechende Marktpotenzial des IoT nutzen, ländliche und urbane Infrastrukturen intelligenter machen und als dynamischer Gründungsstandort wirtschaftlich weiter erfolgreich wachsen.

Dazu haben sich Dresdner Unternehmen und Forschungseinrichtungen zum Digitalzentrum „Smart Systems Hub – Enabling IoT“ zusammengeschlossen und bilden nach eigenen Angaben die komplette Forschungs- und Wertschöpfungskette für Smart Systems ab. Unter dem Motto „Spotlight DoubleD: Smart Systems Hub – Dresden as a Global IoT Center“ zeigen sie auf der SEMICON Europa und productronica ihre Kompetenz für Halbleiter, Sensoren, Software für Halbleiter und Automatisierungslösungen sowie den neuen 5G-Mobilfunkstandard.

Von der Forschung bis zum tragfähigen Geschäftsmodell

Der Dresdner „Smart Systems Hub – Enabling IoT“ hat sich der Integration von Hardware, Software und Connectivity als Fundament für digitale Produkte und Anwendungen für das Internet der Dinge (IoT) verschrieben. Der Hub zieht seine Attraktivität aus der Konzentration von exzellenten Partnern aus Wissenschaft und Industrie, innovativen Software- und IT-Unternehmen, kreativen Startups, etablierten Netzwerken sowie einer technologieaffinen kommunalen Verwaltung.

Geführt wird der Smart Systems Hub durch ein Team aus Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Verwaltung. Dazu gehört auch die Landeshauptstadt Dresden, die sich personell am Aufbau leistungsfähiger Hub-Strukturen beteiligt. Als offenes Innovationsökosystem konzipiert, entsteht auf dem Campus der Exzellenzuniversität TU Dresden ein Co-Innovation Center, das neue Herzstück des dynamischen Digital-Hubs.

Dafür investiert der Freistaat Sachsen rund 100 Millionen Euro. „Hier werden Wissenschaft und Wirtschaft Hand in Hand arbeiten und wissenschaftliche Ergebnisse gezielt in tragfähige Geschäftsmodelle und Ausgründungen überführen. Interessierte Startups und Technologiekonzerne können sich über sogenannte ‚Trails‘ einen Überblick über das breitgefächerte Angebot der Akteure des Smart Systems Hub verschaffen. Und so ausloten, wo sie gegebenenfalls andocken und mitarbeiten können“, erläutert Dirk Hilbert.

Neues Investitionsprogramm der Stadt Dresden unterstützt innovative Technologieprojekte

„Keine andere Region in Europa vereint eine solch umfassende Technologie-Kompetenz, um industriespezifische IoT-Lösungen zu realisieren“, sagt Robert Franke, Leiter des Amtes für Wirtschaftsförderung der Landeshauptstadt Dresden. Dresden verfüge über die entscheidenden Erfolgsfaktoren, um die Industrien weltweit bei der digitalen Transformation mit IoT-Basistechnologien aus einer Hand voranzubringen. Gleichzeitig fördere die sächsische Landeshauptstadt Innovationen in den Anwendungsbereichen von Industrie 4.0, Smart City, modernen Energiesystemen oder neuen Materialien.

„Wir fördern gezielt innovative Produkte und Technologien in Dresden. Wollen diesen so zum kommerziellen Durchbruch verhelfen und auch für die Stadt nutzbar machen“, erklärt Franke weiter. Dafür stünden 2017 mindestens 350.000 Euro zur Verfügung; im nächsten Jahr seien sogar 500.000 Euro im Fördertopf. Das Investitionsprogramm richtet sich an Gründer, Startups aus dem Bereich der Hochtechnologie sowie kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) sowie Forschungseinrichtungen und Nicht-KMU im Rahmen von Unternehmensverbünden.

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