Umstrittener EU-Gesetzesentwurf

High-Tech-Unternehmen bangen um Gütesiegel „Made in Germany“

| Redakteur: Thomas Kuther

Dr. Tobias_Weiler: „Die Produktsicherheit fängt vor allem bei der Produktentwicklung an – ein wichtiges Kriterium wie auch Design und Qualitätsstandards, die allerdings bei der Ermittlung des zollrechtlichen Ursprungs keine Rolle spielen.“
Dr. Tobias_Weiler: „Die Produktsicherheit fängt vor allem bei der Produktentwicklung an – ein wichtiges Kriterium wie auch Design und Qualitätsstandards, die allerdings bei der Ermittlung des zollrechtlichen Ursprungs keine Rolle spielen.“ (Bild: SPECTARIS)

Ein aktueller Gesetzesentwurf der Europäischen Kommission verpflichtet Hersteller Verbraucherprodukte entsprechend des Ursprungs nach zollrechtlichen Kriterien zu kennzeichnen. Der Verband der Hightech-Industrie SPECTARIS sieht dies mit großer Sorge, da das Gesetz für die exportstarken Mittelständler eine große bürokratische Last darstellen würde.

„Der erwünschte Effekt – Verbraucherschutz und Produktsicherheit – ergibt sich nicht aus einer Ursprungskennzeichnung nach zollrechtlichen Kriterien. Für die SPECTARIS-Unternehmen ist die Qualität ihrer Produkte ein höchst wichtiges Anliegen“, so Dr. Tobias Weiler, Geschäftsführer des Branchenverbands.

Die Qualität sei gewährleistet durch ein sorgfältiges und dokumentiertes Qualitätsmanagement bei Produktion, Verkauf und After-Sales-Service. „Die Produktsicherheit fängt vor allem bei der Produktentwicklung an – ein wichtiges Kriterium wie auch Design und Qualitätsstandards, die allerdings bei der Ermittlung des zollrechtlichen Ursprungs keine Rolle spielen“, so Weiler.

„Made in Germany“ steht für Qualität und technische Raffinesse

Zum 100-jährigen Jubiläum des Begriffs "Made in Germany" gab die Deutsche Bundespost 1988 diese Sonderbriefmarke heraus
Zum 100-jährigen Jubiläum des Begriffs "Made in Germany" gab die Deutsche Bundespost 1988 diese Sonderbriefmarke heraus (Bild: Deutsche Bundespost)

Ursprünglich Ende des 19. Jahrhunderts als Schutz vor billiger Importware in Großbritannien eingeführt, gilt die Bezeichnung „Made in Germany“ heute als Gütesiegel für Qualität und technische Raffinesse. Diese Aspekte sind vor allem Teil der Produktentwicklung, weniger des Produktionsstandortes. Wenn ein europäisches Unternehmen aufgrund der zollrechtlichen Kriterien ein Produkt mit einem anderen Ursprung als Deutschland markieren müsste, wäre in dieser Warenmarkierung nach zollrechtlichen Kriterien nicht enthalten, dass gerade für die Produktsicherheit wichtige Prozesse wie Produktentwicklung, Design, technischer Vorsprung, hochwertige Verarbeitung und Qualitätsmanagement nach deutschen Qualitätskriterien durchgeführt wurde. Dies wäre für den Verbraucher so nicht deutlich. Fällt die Markierung „Made in Germany“ weg, bedeutet dies einen klaren Wettbewerbsnachteil gegenüber den ausländischen Wettbewerbern.

Branchenverband fordert Streichung des des umstrittenen Artikels

SPECTARIS spricht sich deswegen deutlich gegen die in Artikel 7 der Produktsicherheitsverordnung verlangte Markierung aus und fordert die Streichung des Artikels.

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Wenn das so weiter geht, dann reicht es wahrscheinlich bald, dass der Fertigungsauftrag in...  lesen
posted am 09.09.2013 um 07:41 von Unregistriert

Wieviel muss denn in Germany gemacht sein, damit der Aufdruck gerechtfertigt ist. Beispielsweise...  lesen
posted am 06.09.2013 um 22:17 von Unregistriert

Ein zusätzlicher Aufdruck Designed in Germany könnte die Auswirkungen dieses Gesetzes mildern.  lesen
posted am 06.09.2013 um 15:10 von pullrich


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