Meilensteine der Elektronik

Heute die Embedded-Lösungen für den Markt von morgen kreieren

| Redakteur: Margit Kuther

Welche Trends sehen Sie rund um IoT und Cloud-Computing und wie unterstützen Sie diese?

Cloud Computing und IoT hängen eng zusammen. Die Infrastruktur für die Verteilung und Auswertung riesiger Datenmengen wird zwangsläufig in der Cloud stattfinden. Kaum ein Unternehmen kann alleine genügend Ressourcen bereitstellen um die Daten zu empfangen, zu filtern, zu analysieren, auszuwerten und eventuell sogar zu archivieren.

Dafür wird es notwendig sein, Standards zu etablieren damit der Austausch der Daten zwischen den einzelnen Plattformen auch in Zukunft problemlos möglich bleibt. Mit der Verlagerung von Daten in Cloud werden natürlich die Themen Übertragungssicherheit und Schutz von Cloud-Rechenzentren eine Rolle spielen.

Umgekehrt sind die Ressourcen, wie Speicher und Rechenleistung, nun erschwinglich verfügbar, so dass auch IoT-Projekte denkbar sind, die früher einfach an der Finanzierung und Bereitstellung der Infrastruktur gescheitert wären. Smart Factories, Smart Cities, intelligente Verkehrssteuerung, Wearables und vieles mehr sind Szenarien, die davon profitieren.

Vielleicht gelingt es uns, damit auch Herausforderungen, wie den täglichen Verkehrskollaps, Umweltverschmutzung und Ressourcenverbrauch in den Griff zu bekommen. Miniaturisierung und geringer Energieverbrauch werden dafür sorgen, dass wir die Digitalsierung mit all ihren Sensoren, Sendern und Empfängern auch in entlegenere Gegenden bringen können.

Welche allgemeinen technischen Trends sehen Sie in der Industrie?

Neben den bereits erwähnten Themen wie IoT, Cloud und Miniaturisierung wird uns auch die Bedienbarkeit und Visualisierung beschäftigen. Produkte, die sich nicht so einfach wie ein Smartphone oder Tablet bedienen lassen, werden von Mitarbeitern weniger akzeptiert. Die Motivation sinkt dann, die Anfälligkeit für Fehler steigt; gleichzeitig müssen die Geräte weiterhin sicher und korrekt zu bedienen sein.

Es wird eine der Herausforderungen der Zukunft sein, den Umgang mit Geräten, auch in der Industrie, intuitiver und ergonomischer zu gestalten. Ein Beispiel dafür liefert der Kontron FusionClient, ein Touch-Bildschirm, speziell für den Einsatz in Industrieunternehmen. In ihm befindet sich ein COM-Express-Modul.

Über den hochauflösenden 16:9 Bildschirm lassen sich Daten nicht nur anzeigen, sondern über die Touch-Steuerung lassen sich Steuerungen und Visualisierungsoberflächen einfacher bedienen. Denkbar wären auch hier heute schon Gestik-orientierte Mensch-Maschinen Interfaces in verschiedenen Marktsegmenten.

Welche besonderen technologischen Herausforderungen gibt es etwa im Bereich Embedded Computing?

Die Produkte werden noch kleiner, smarter und schneller. Dabei müssen sie aber eine möglichst unterbrechungsfreie Verbindung gewährleisten, Stichwort Cloud. Herausforderung wird sein, vorhandene Embedded-Geräte zu integrieren, insbesondere bei Geräten und Maschinen, die schwer zugänglich sind. Sobald ein Gerät nicht ort- oder wartbar ist, hat das Auswirkungen auf ein gesamtes System.

Welche Herausforderungen brächte eine verordnete Gerätelebensdauer mit sich?

Kontron ist seit Jahrzehnten im Bereich der Embedded Computing Technologie tätig. Wir kennen die Herausforderungen von Unternehmen, die unsere Produkte einsetzen. Dazu gehören auch lange Lebensdauer und einfache Wartbarkeit, selbst unter extremen Fabrik- oder Umweltbedingungen.

Wir führen auch heute schon Simulationen über die Lebensdauer von Computerkomponenten durch und könnten mit dem Thema umgehen. Der wirtschaftliche Aspekt müsste dann aber im gegebenen Fall bewertet werden.

Kontron gibt auf etliche seiner Komponenten eine lange Liefergarantie. Wie stellen Sie sicher, dass ein Gerät eine bestimmte Lebensdauer erreicht?

Es gibt in der Industrie erprobte und zertifizierte Verfahren, um die Lebensdauer von Geräten zu ermitteln. Wir machen dazu unter anderem Ausfallsicherheitsberechnungen um potentielle Schwachstellenanlysen. Auf Anforderung können aber auch Baugruppen künstlich gealtert werden um nur einige Beispiele zu nennen.

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