Meilensteine der Elektronik

Heute die Embedded-Lösungen für den Markt von morgen kreieren

| Redakteur: Margit Kuther

Wie schützen Sie Ihr Knowhow vor Produktpiraterie und wird dieses Problem in Zukunft noch größer?

Der Schutz geistigen Eigentums, IP-Protection, ist und bleibt ein großes Thema, nicht nur bei uns, sondern vor allem auch bei unseren Kunden. Bei der IP-Protection sehen wir Ansätze und technische Möglichkeiten, diese ins Produkt mit einzubringen.

Wir bieten mit der Kontron Security Solution und dem Produkt Approtect standardmäßig voll integrierten Schutz, sowohl für erhobene Daten, für die Anwendungen der Kunden, als auch unsere eigenen Urheberrechte. Die Security Line werden wir sukzessive um weitere Schutzmechanismen erweitern, so dass unsere Kunden stets auf die absolute Integrität ihrer Systeme vertrauen können.

Wie sehen Sie das Thema Abwanderung der Fertigung in den Asiatischen Raum? Was bleibt in Europa und was verschwindet?

Wir haben bei Kontron eine enge Partnerschaft mit Ennoconn abgeschlossen, einer Tochter des bekannten chinesischen Auftragsfertigers Foxconn. Diese Entscheidung zeigt, dass wir das Thema sehr differenziert betrachten. Es ist nachvollziehbar und aus rein wirtschaftlichen Erwägungen auch konsequent, dass die Fertigung bestimmter Produkte weiterhin nach Asien abwandert.

Es gibt auch Produkte und Branchen, bei denen die Fertigung in Europa bestehen bleiben wird, etwa in der Medizintechnik oder bei der Montage sicherheitskritischer oder besonders komplexer Produkte und Maschinen. Aufstrebende Länder werden eher einzelne Bausteine, wie etwa Module, effizient produzieren und zuliefern.

Wie geht Ihr Unternehmen mit dem Thema Nachhaltigkeit und soziale Verantwortung (CSR) um? Wie wichtig ist das für Sie persönlich?

Nachhaltigkeit und soziale Verantwortung haben bei Kontron einen hohen Stellenwert. Ich persönlich messe diesem Thema eine hohe Bedeutung bei und unterstütze es im Unternehmen. Kontron ist Mitglied im Carbon Disclosure Project (CDP) und bewegt sich unter den Top Fünf im Sektor Informations-Technologie DACH.

Wir verzeichnen beispielsweise im Bereich Emissionen eine Verbesserung um 15 Prozent in 2015 im Vergleich zum Vorjahr. Außerdem halten wir uns an die EU-Umweltschutzrichtlinie WEEE (Waste Electrical Electronical Equipment) zur Reduzierung von Elektronikschrott aus nicht mehr benutzten Elektro- und Elektronikgeräten sowie deren umweltverträgliche Entsorgung.

Darüber hinaus haben wir bei Kontron ein eigenes Umweltmanagement für alle Bereiche in den verschiedenen globalen Betrieben und verfügen über entsprechende Zertifizierungen, wie etwa ISO, für Produktionsanlagen.

Kontron hat maßgeblich an verschiedenen Standards für Embedded-Produkte und Module mitgewirkt, etwa EPIC, COM Express und SMARC. Sehen Sie in nächster Zukunft neue Standards im Embedded-Markt?

Der Trend zur Connectivity setzt sich auf der COM-Ebene fort. Kontron war einer der Hauptakteure bei der Entwicklung von Computer-on-Module- und Single-Board-Computer-Formfaktoren. Im Laufe der Jahre wurde etwa COM Express an die gestiegene Forderung nach Miniaturisierung bei gleichzeitiger hoher Leistungsfähigkeit konsequent angepasst:

Dazu wurde die Basis-Version von COM Express ergänzt durch den kleineren COM Express Compact. Im Jahr 2008 führte Kontron dann die technologische Basis für den COM Express mini im Kreditkartenformat ein.

Darüber hinaus hat Kontron seit jeher eine führende Rolle bei der Entwicklung der Smart Mobility Architecture, kurz SMARC, eingenommen, und zwar schon im Jahr 2012, als Kontron die ursprüngliche SMARC-Spezifikation unter dem Arbeitstitel „Ultra Low Power Computer-on-Modules (ULP-COM)“ vervollständigt hat.

Moderne Server-Prozessoren sind aufgrund wesentlich geringerer thermischer Verlustleistung auf kompakten COMs einsetzbar. Damit ergeben sich weitreichende neue Möglichkeiten beispielsweise im Bereich High Performance Computing mit COMs. Der neue COMe Typ 7 ist nur ein erster Schritt. Auch im Bereich SBCs werden wir eine weitere Evolution der Formfaktoren sehen, hin zu kleinen kompakten Komplettlösungen.

Technologien und Produkte rund um das „Internet der Dinge“ werden immer wichtiger. Kontron hat darauf reagiert und 2015 in Malaysia das „Internet der Dinge Cloud Data Center und Forschungslabor“ eröffnet. Verraten Sie, woran gerade gearbeitet wird?

Wir haben eine Kooperation mit dem Asia Institute of Medical Science and Technology in Penang sowie mit dem Forschungsministerium CREST geschlossen. In dem gemeinsamen Projekt geht es darum, ein Frühwarnsystem zu entwickeln, das Echtzeitdaten über das Wachstum und die Verbreitung von Moskitos ermittelt und auswertet.

Damit sollen zukünftig rechtzeitig Präventionsmaßnahmen gegen Epidemien, wie etwa dem Dengue-Fieber, ergriffen werden können. Unser Ziel ist es dabei, die gewonnenen Erfahrungen aus den IoT-Anwendungsfällen in die Entwicklung unserer Systeme und Plattformen einfließen zu lassen.

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