Her mit dem Job! Elektroingenieure haben die Qual der Wahl

| Redakteur: Benjamin Kirchbeck

Die Generation Z mit einem Abschluss in der Elektro- und Informationstechnik darf sich freuen: Sie kann sich vor Jobangeboten nicht retten.
Die Generation Z mit einem Abschluss in der Elektro- und Informationstechnik darf sich freuen: Sie kann sich vor Jobangeboten nicht retten. (Bild: Hannibal/VDE)

Ingenieure der Elektro- und Informationstechnik können positiv in die Zukunft blicken: Die Karrierechancen sind glänzend. Umdenken müssen hingegen die Unternehmen, denn für die Generation Z steht die Firma längst nicht mehr an erster Stelle.

Maximal fünf Bewerbungsschreiben und zwei Vorstellungsgespräche, so sieht die Bilanz der richtigen Studienwahl im Falle von Ingenieuren der Elektro- und Informationstechnik aus. Jeder fünfte Absolvent geht ohne ein Bewerbungsschreiben und jeder vierte sogar ohne ein Vorstellungsgespräch an den Karrierestart.

Das sind Ergebnisse der neuen Studie „Young Professionals der Elektro- und Informationstechnik 2017“ des VDE, für die der Technologieverband 232 Elektroingenieure und Elektroingenieurinnen bis 35 Jahre mit einer durchschnittlichen Berufserfahrung von etwas über zwei Jahren befragt hatte.

„Die Absolventen haben es damit noch einfacher als ihre Kommilitonen vor zwei Jahren. 2015 hatte rund die Hälfte ihren ersten Arbeitsvertrag erst nach drei Vorstellungsgesprächen in der Tasche“, fasst Ansgar Hinz, CEO des Technologieverbandes VDE und selbst Elektroingenieur, die Studienergebnisse zusammen.

„Die Absolventen können sich ihr Wunsch-Unternehmen nahezu aussuchen, nicht umgekehrt. Die Zeiten waren damit für Ingenieure noch nie so gut wie jetzt und dank der Digitalisierung ist kein Ende der Vollbeschäftigung in Sicht“, so Hinz.

Rundum glücklich

Erstmals im Job, bereuen die Young Professionals ihre Studienwahl nicht. Für sieben von zehn Befragten bietet der Ingenieurberuf gute Karrierechancen. Sechs von zehn finden ihren Beruf abwechslungsreich, kreativ und wichtig für die Gesellschaft. Fünf von zehn Befragten beschreiben ihn als Tätigkeit mit viel Gestaltungsspielraum, krisensicher und mit internationalem Profil.

Zwei von zehn haben bereits Personalverantwortung, sechs von zehn streben Personalverantwortung an und drei von zehn erwarten sie innerhalb der nächsten drei Jahre. „Diese Zahlen zeigen, dass es für Elektroingenieure schnell die Karriereleiter rauf geht. Denn im Schnitt sind unsere Befragten erst zwei Jahre und einen Monat berufstätig“, sagt Hinz. Ein Start-up zu gründen, können sich 33 Prozent ernsthaft vorstellen, 5 Prozent planen dies bereits seit längerer Zeit konkret durch.

Generation Z: Firmen müssen umdenken

Für vier von zehn Befragten haben Familie und Freunde eine größere Bedeutung als Karriere, sie möchten Beruf und Privatleben trennen können. Allerdings sagen auch vier von zehn, dass sie ihre sozialen bzw. familiären Bedürfnisse mit ihren beruflichen Verpflichtungen gut in Einklang bringen können.

Für VDE-Chef Ansgar Hinz ist das kein Widerspruch: „Viele Firmen haben sich bereits auf die neue Generation Z als Arbeitnehmer eingestellt und machen Zugeständnisse, was die Work-Life-Balance angeht; nicht jedoch ohne den Sinn für das wirtschaftlich Machbare aus dem Auge zu verlieren. Angesichts des Fachkräftemangels in der Elektro- und Informationstechnik bleibt ihnen auch nichts anderes übrig“, resümiert VDE-Chef Hinz.

Resignieren müssen die Unternehmen allerdings nicht. Immerhin 24 Prozent der Befragten konstatieren auch: „Wenn ich beruflich vorankommen möchte, muss ich akzeptieren, mein Privatleben einzuschränken, das ist selbstverständlich.“ 80 Prozent können sich einen Auslandsaufenthalt in Europa vorstellen, in den USA und Asien jeweils 65 Prozent. Die Bereitschaft - ggf. auch mit Familie - ins Ausland zu gehen, um sich beruflich weiterzuentwickeln, ist bei den befragten Ingenieuren damit sehr hoch.

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