Jahrestagung in Berlin Helmholtz gestaltet die Digitalisierung mit

Redakteur: Stefan Liebing

Heute kommen in Berlin rund 1.000 Gäste aus Politik und Forschung zur diesjährigen Jahrestagung der Helmholtz-Gemeinschaft zusammen. Im Rahmen der Jahrestagung findet auch die jährliche Würdigung ihrer herausragenden Doktorandinnen und Doktoranden statt.

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Helmholtz-Präsident Jürgen Mlynek: „Spitzenforschung darf nicht erst auf dem Level eines Senior Scientists beginnen. Vor allem unsere Doktoranden sind das Rückgrat der Forschung.“
Helmholtz-Präsident Jürgen Mlynek: „Spitzenforschung darf nicht erst auf dem Level eines Senior Scientists beginnen. Vor allem unsere Doktoranden sind das Rückgrat der Forschung.“
(Bild: Helmholtz Gemeinschaft)

Helmholtz-Präsident Jürgen Mlynek vergleicht die digitale Revolution mit dem Fall der Berliner Mauer. Vor 25 Jahren sei es unmöglich gewesen, die Folgen des 9. November auf Gesellschaft, Wissenschaft und Wirtschaft abzusehen – man habe nur gewusst, dass sie umwälzend sein würden. Genauso sei es heute mit den rasanten Veränderungen in der Informationstechnologie, die nahezu all unsere Lebensbereiche betrifft.

„Ohne ihr volles Ausmaß bereits begriffen zu haben, wissen wir: Die digitale Revolution eröffnet ungeahnte Möglichkeiten für Wissenschaft und Forschung“, sagte Mlynek Im Vorfeld der diesjährigen Jahrestagung der Helmholtz-Gemeinschaft.

Ob Big Data, die Erschließung neuer Netze in der Energieversorgung oder neue, computergenerierte Methoden in der Medizin – die Digitalisierung biete Antworten auf viele gesellschaftliche Probleme – und stelle uns vor neue Fragen. „Und auf all diesen Feldern sind Helmholtz-Forscher an maßgeblicher Stelle dabei“, so Mlynek. Es komme darauf an, die Umwälzungen als Chance zu begreifen und die gelegentliche Angst vor dem Neuen, dem Unbekannten zu überwinden.

Mlynek dankte Bund und Ländern, die in den vergangenen Jahren der Wissenschaft über den Pakt für Forschung und Innovation den nötigen Spielraum und die Planungssicherheit eröffnet hätten, um die entscheidenden Zukunftsherausforderungen zu bearbeiten. Gleichzeitig mahnte er die Politik, jetzt dran zu bleiben.

„Trotz der zusätzlichen neun Milliarden Euro, die erfreulicherweise in dieser Legislaturperiode für Bildung und Wissenschaft vorgesehen sind, darf die finanzpolitische Gestaltungskraft des Bundes für die Zukunftssicherung jetzt nicht nachlassen.“ Er habe nichts gegen die vorgenommenen Investitionen in die Alterssicherungssysteme – allerdings dürften die nicht zulasten der Zukunft gehen.

Nachwuchs als Rückgrat der Forschung

Mlynek betonte, die gute Finanzierung von Wissenschaft dürfe nicht nur auf die außeruniversitären Forschungseinrichtungen begrenzt sein. „Junge Leute auszubilden und sie fit zu machen für den steten Wandel ist unser aller Verantwortung, aber gerade auch die der Universitäten in unserem Lande“, sagte Mlynek.

Die Helmholtz-Gemeinschaft nehme ihrerseits ihre Verantwortung für den wissenschaftlichen Nachwuchs sehr ernst. „Spitzenforschung darf nicht erst auf dem Level eines Senior Scientists beginnen. Vor allem unsere Doktoranden sind das Rückgrat der Forschung.“

Genau aus diesem Grunde sei es angemessen und als bewusstes Signal zu verstehen, dass die Helmholtz-Gemeinschaft die jährliche Würdigung ihrer herausragenden Doktorandinnen und Doktoranden mit dem Doktorandenpreis im Rahmen der Jahrestagung vornehme.

Die Preisträger 2014 sind:

Dr. Heidi Ursula Heinrichs, Forschungszentrum Jülich, Forschungsbereich Energie: „Analyse der langfristigen Auswirkungen von Elektromobilität auf das deutsche Energiesystem im europäischen Energieverbund"

Dr. Anja Klotzsche, Forschungszentrum Jülich, Forschungsbereich Erde und Umwelt: "Full-waveform inversion of crosshole GPR data for hydrogeological applications"

Dr. Natalie Jäger, Deutsches Krebsforschungszentrum, Forschungsbereich Gesundheit: "Computational analysis of cancer genome sequencing data – the genetic landscape of pediatric brain tumors and X chromosome hypermutation"

Dr. Pengfei Yang, Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt, Forschungsbereich Luftfahrt, Raumfahrt und Verkehr: "Relation of muscular contractions to mechanical deformation in the human tibia during different locomotive activities”

Dr. Torsten Sehl, Forschungszentrum Jülich, Forschungsbereich Schlüsseltechnologien: "2-Steps in 1-pot: enzyme cascades for the synthesis of chiral vicinal amino alcohols"

Dr. Felix Werner, Karlsruher Institut für Technologie, Forschungsbereich Struktur der Materie: "Detection of Microwave Emission of Extensive Air Showers with the CROME Experiment"

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