Scheinwerfer und Heckleuchten Hella setzt in der Produktion auf Cobots

Redakteur: Dipl.-Ing. (FH) Hendrik Härter

In der Vorproduktion sowie der Endmontage setzt Lichtspezialist Hella auf Cobots. Bis Mai 2023 sind 1.000 der flexiblen Robotersysteme an den weltweiten Niederlassungen geplant.

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Cobots in der Produktion: Hella setzt in der Vorproduktion und der Endmotage auf Cobots.
Cobots in der Produktion: Hella setzt in der Vorproduktion und der Endmotage auf Cobots.
(Bild: Hella)

Hella will in den nächsten Jahren insgesamt 1.000 kollaborative Roboter in seinen 15 weltweiten Niederlassungen einsetzen, um damit die Produktion von Leuchtensystemen zu automatisieren. Hierzu will das Unternehmen vor allem kollaborative Roboter, sogenannte Cobots, mit den Methoden der künstlichen Intelligenz (KI) verbinden.

Insgesamt ist das Projekt auf eine Gesamtdauer von fünf Jahren ausgelegt. Hintergrund sind die komplexen Scheinwerfer und Heckleuchten, die Hella fertigt. Hinzu kommt noch ein hoher Anteil an manuellen Arbeiten. Zugleich sind die Projekte oftmals sehr modellspezifisch und haben nur eine begrenzte Laufzeit. Für solche Aufgaben rentieren sich herkömmliche Industrie-Roboter oftmals nicht.

„Eine Vollautomatisierung ist für uns oftmals nicht zielführend. Wir setzen auf eine intelligente Automatisierung unserer Fertigungsprozesse. Deshalb spielen Cobots eine wichtige Rolle. Sie lassen sich gut integrieren und sind flexibel“, sagt Dr. Frank Huber, verantwortlicher Geschäftsführer für Licht bei Hella.

Cobots entlasten ihre menschlichen Kollegen

Ein Cobot ist speziell für die Zusammenarbeit zwischen Mensch und Maschine konzipiert. Im Vergleich zu klassischen Industrierobotern arbeiten sie nicht abgeschirmt und eine besondere Schutzeinrichtung ist nicht notwendig. Sie lassen sich platz- und kostensparend in die bestehende Produktion einsetzen.

Hella will die Cobots vor allem in der Vorproduktion sowie der Endmontage von Scheinwerfern und Heckleuchten einsetzen. So übernehmen sie beispielsweise im slowakischen Werk Bánovce den Transport von Heckleuchtenmodulen zwischen Produktions- und Prüfstationen. Insgesamt arbeiten mehr als 500 Cobots in den Lichtwerken. Weitere 500 Cobots plant das Unternehmen und sollen in der nun beginnenden zweiten Projekthälfte installiert werden. Der Abschluss ist für Mai 2023 vorgesehen.

Qualität mit künstlicher Intelligenz prüfen

Im Rahmen des „Smart-Automation-Projekt“ will Hella für seine Qualitätsprüfung auf künstliche Intelligenz setzen. So sind im Lichtwerk am Unternehmenssitz in Lippstadt die ersten KI-basierten dekorativen Qualitätsprüfungen von Linsen angewandt und anschließend im Werk in Wembach ausgerollt worden. In Lippstadt programmieren die Mitarbeiter die Industrieroboter KI-basiert.

Weitere Anwendungsfälle mit künstlicher Intelligenz will man von Herbst dieses Jahres an in weiteren europäischen Produktionsanlagen implementieren.

Den Austausch von Best Practices fördert Hella in seinem weltweiten Werksverbund damit, das einzelne Lichtwerke als spezialisierte Kompetenzzentren für bestimmte Produktionsverfahren agieren. Sie setzen sowohl Prozess- und Technologiestandards und unterstützen bei der weiteren Implementierung. „Wir wollen gezielt Wissen sowie Verantwortlichkeiten über die Regionen und auf mehrere Schultern verteilen“, sagt Dr. Frank Huber abschließend.

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