Heimspeicher machen Photovoltaik-Anlagen wirtschaftlich

| Autor / Redakteur: Jens Secker * / Thomas Kuther

Platzsparend: Das Bild zeigt einen Speicher MyReserve Matrix von Solarwatt mit 22 kWh in einer Kfz-Werkstatt.
Platzsparend: Das Bild zeigt einen Speicher MyReserve Matrix von Solarwatt mit 22 kWh in einer Kfz-Werkstatt. (Bild: Solarwatt)

Batteriespeicher sind entscheidend für die Energieversorgung mit Solarstrom, denn mit ihnen kann der selbst erzeugte Strom verbraucht werden, wenn die Sonne nicht scheint.

Erneuerbare Energien sind aus dem deutschen Strom-Mix nicht mehr wegzudenken: Im ersten Halbjahr 2017 lag der Ökostrom-Anteil hierzulande bei knapp 35%. Auch weltweit wird die Erneuerbaren-Quote in den kommenden Jahren weiter steigen, denn in allen Teilen der Erde wird vermehrt auf grünen Strom gesetzt – besonders auf Photovoltaik. Dabei spielen auch effiziente Speichersysteme eine wichtige Rolle.

Apple ist der „grünste“ Internet-Konzern der Welt: Dies bestätigt eine Studie der Umweltschutz-Organisation Greenpeace. Mehr als 80% der Energie, die das Unternehmen aus Cupertino 2016 für seine Produktionsstätten, Bürokomplexe und Apple-Stores benötigte, wurden durch erneuerbare Energien gewonnen. Zum Vergleich: Bei Amazon kommt weniger als ein Fünftel des verwendeten Stroms aus regenerativen Energiequellen.

Der Online-Versandhändler und weltweite Marktführer für Cloud Computing setzt noch vorrangig auf Kohle- und Atomkraft. Doch obwohl es nach wie vor noch einige schwarze Schafe gibt, so hat laut Greenpeace dennoch die Mehrzahl der führenden Internet-Konzerne die Vorteile erneuerbarer Energien erkannt. Denn Ökostrom ist langfristig gesehen nicht nur umweltfreundlicher, sondern auch wirtschaftlicher.

Solarstrom günstig selbst erzeugen

Besonders der Photovoltaik kommt bei der Energiewende, also der Umstellung von Kohle, Gas und Atom auf die regenerative Stromerzeugung, eine Schlüsselrolle zu. Denn zum einen lässt sich die Technik im Vergleich zu Biomasse oder zur Windenergie deutlich leichter dezentralisieren. Und zum anderen sorgt der Preisverfall der vergangenen Jahre dafür, dass Photovoltaik-Anlagen immer erschwinglicher werden.

„Eine hochwertige Solaranlage auf dem eigenen Dach mit Glas-Glas-Modulen und 30 Jahre Produkt- und Leistungsgarantie inklusive Speichersystem kostet heute weniger als 10.000 € und produziert sofort saubere Sonnenenergie für weniger als 24 Cent pro kWh; Netzbetreiber verlangen für ihren grauen Strom deutlich mehr“, betont Detlef Neuhaus, Geschäftsführer der Dresdner Solarwatt GmbH. „Der Amortisierungszeitraum liegt bei einer solchen Anlage bei etwas mehr als zehn Jahren. Leider hat sich dies noch nicht vollständig in den Köpfen der Unternehmer und Eigenheim-Besitzer festgesetzt. Hier besteht noch Nachholbedarf!“

Heimspeicher sind essenziell für die Energiewende

Eine entscheidende Rolle für die zunehmende Energieversorgung durch PV-Strom spielt die Batteriespeicher-Technik. Denn diese Systeme sorgen dafür, dass die selbst erzeugte Energie auch dann verbraucht werden kann, wenn die Sonne gerade nicht scheint. Der Heimspeicher-Markt wächst – besonders in Deutschland.

Die ständig sinkenden Systempreise bei steigender Qualität werden in den kommenden Jahren für hohe Wachstumsraten sorgen. Darüber hinaus läuft sukzessive die Einspeisevergütung für Bestandsanlagen aus, die während des ersten Solar-Hypes in Deutschland um die Jahrtausendwende unter hoher Bezuschussung des Bundes ans Netz gegangen sind. Um die Anlagen auch zukünftig weiter wirtschaftlich effizient zu betreiben, ist häufig eine Nachrüstung durch einen Batteriespeicher nötig, der den erzeugten Strom zur Eigenverbrauchsoptimierung zwischenspeichert. Spätestens dann ist der Siegeszug der Technologie nicht mehr aufzuhalten. Das sieht auch Detlef Neuhaus so: „Die Einspeisevergütung als Renditebringer hat ausgesorgt. In Zukunft geht es darum, den selbst erzeugten Strom auch im eigenen Haushalt zu verbrauchen – und dafür sind Speichersysteme essenziell.“

Große technische Unterschiede zwischen den Speichern

Doch Heimspeicher ist nicht gleich Heimspeicher – in technischer Hinsicht gibt es teils große Unterschiede zwischen den verschiedenen Speichermodellen. Beispiel Sicherheit: Nur wenige Hersteller erfüllen den Sicherheitsleitfaden für Lithium-Ionen-Hausspeicher vollumfänglich und haben sich dies auch von akkreditierten Prüflaboren bestätigen lassen. Die meisten Unternehmen geben lediglich an, die entsprechenden Tests in Eigenregie durchgeführt zu haben.

Dr. Olaf Wollersheim sieht dies eher kritisch: „Es gibt bisher noch zu wenige Hersteller, die den mühsamen Weg der Zertifizierung durch unabhängige Prüflabore auf sich genommen und erfolgreich abgeschlossen haben“, so der Speicherexperte, der lange Jahre am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) forschte und den Sicherheitsleitfaden mit auf den Weg brachte. Er leitet heute das Technologiezentrum Solarwatt Innovation und verantwortet dort die Weiterentwicklung der Solarwatt-Speichersysteme. Nach Auffassung von Dr. Wollersheim habe der Endkunde einen Anspruch darauf, dass die Hersteller diesen Aufwand betreiben, um das Produkt so sicher wie möglich zu machen.

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Ob eine solche Anlage wirklich wirtschaftlich ist, muss mit Zahlen nachgewiesen werden, alleine...  lesen
posted am 28.09.2017 um 21:08 von Unregistriert


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