So lief die „Höhle der Löwen“ der Hardware-Start-ups

| Autor / Redakteur: Richard Oed / Benjamin Kirchbeck

Über den ersten Platz beim TI TechMatch freuen sich die beiden Gründer von UrmO, Jakob Karbaumer und Felix Ballendat.
Über den ersten Platz beim TI TechMatch freuen sich die beiden Gründer von UrmO, Jakob Karbaumer und Felix Ballendat. (Bild: © 2017 Richard Oed)

Zehn hochmotivierte Hardware-Start-ups, sieben Minuten Vortrag und sieben Minuten Rückmeldung einer fachkundigen Jury. Das war der Rahmen für einen Abend voller Ideen und Leidenschaft, an dem sich schließlich das Team UrmO den ersten Platz sichern konnte.

„Matching Ideas to Technology“: Unter diesem Motto lud Texas Instruments (TI) am 18. Oktober zehn ausgewählte Start-ups zur Vorstellung ihrer Ideen und Projekte in das SkyLoftStudio in München. Nur sieben Minuten hatte jedes Team Zeit, um ihre Innovationen bei einem TechMatch einer kritischen Expertenjury zu präsentieren und diese von der Neuheit und Umsetzbarkeit zu überzeugen.

Dies war nicht immer einfach, bestand das Gremium der Preisrichter doch aus fachkundigen Vertretern verschiedener Abteilungen von TI, sowie aus Fachleuten der Eventpartner Digi-Key, der BMK Group und Experten aus dem Bereich der Unternehmensgründung. Die vorgestellten Themen reichten dabei von neuen Mobilitätslösungen über thermoelektrische Generatoren und neue Energiespeicher bis hin zu innovativen Lösungen für die Industrieautomatisierung.

Die jungen Leute zeigten während ihrer Präsentationen einen ansteckenden Enthusiasmus und ein großartiges Engagement für ihre Arbeit. Nach über vier Stunden stand dann die Entscheidung der Jury fest: Das Start-up UrmO wurde für ihr faltbares Elektrofahrzeug zum Mitnehmen mit dem ersten Preis ausgezeichnet.

Entwickelt für kurze Strecken stellt das UrmO eine neue Mobilitätslösung dar. Mit einer Geschwindigkeit von 15 km/h und einer Reichweite von 20 Kilometern ist das zweirädrige Fahrzeug in erster Linie für kurze Strecken, wie den täglichen Weg zur Arbeit gedacht. Am Ziel angekommen, lässt es sich mit einem Handgriff in nur zwei Sekunden auf die Größe eines Aktenkoffers zusammenfalten. Bei der Entwicklung, so erläuterten die beiden Gründer Jakob Karbaumer und Felix Ballendat, wurde auf eine größtmögliche Einfachheit geachtet, die durch eine vollständige Symmetrie des Fahrzeuges auch erreicht wurde.

„Von besonderer Bedeutung war für die Jury, dass der Ansatz ein Sharing Modell beinhaltet, das bereits heute als die Weiterentwicklung der City-Bikes bewertet werden kann. Die Verkehrssituation in den Städten und auch die Gemütslage der Pendler kann damit wesentlich verbessert werden“, zitierte Ministerialrat Dietrich Schirm vom Bayerischen Staatsministerium für Wirtschaft und Medien, Energie und Technologie die Entscheidung der Jury, als er die Preise am Abend den Start-ups übergab.

Den zweiten Platz sicherte sich das Team von VoltStorage, vertreten durch Mitbegründer Michael Peither. Ihre Entwicklung zielt auf die kostengünstige und umweltfreundliche Speicherung von Solarenergie ab. Diese auf der Redox-Flow-Technologie basierende Batterie ist für über 10.000 Ladezyklen ohne Kapazitätsverlust ausgelegt und lässt sich vollständig recyceln, da sie fast ausschließlich aus Wasser, Schwefelsäure und Vanadium besteht.

Platz 3 schließlich belegte robodev, vertreten durch den Mitbegründer und Leiter der Elektronikentwicklung, Julien Mintenbeck. Der intelligente Modulbaukasten des Karlsruher Unternehmens besteht aus beliebig miteinander kombinierbaren, intelligenten Mechatronicmodulen und einer innovativen Softwaresteuerung. Diese Kombination ermöglicht hochgradig anpassbare Automatisierungslösungen.

Die drei Gewinner freuen sich nun darauf, gemeinsam mit Texas Instruments und den Sponsoren die nächsten Schritte zu unternehmen. Der Preis des ersten Platzes bringt einen Digital Marketing Workshop im Wert von 10.000 Euro mit sich, sowie 20 Stunden technischen Support von TI, Komponenten von Digi-Key im Wert von 5.000 Euro und ein „Ramp me up“ Kit, gesponsert von der BMK Group. Darüber hinaus stellt das Gründerzentrum LINK aus Landshut an der Isar kostenlosen Workspace für sechs Monate zur Verfügung und Benjamin Schreiner Films bietet 50% Rabatt auf Imagevideos für das Start-up.

Für die Teilnahme musste sich jedes Start-up im Vorfeld mit einer Präsentation bei Texas Instruments bewerben. Voraussetzung war dabei, dass die Gründer ihre Elektronikkomponenten selbst entwickeln oder dies planen. Aus einer Vielzahl von Bewerbungen wurden dann im Vorfeld die 10 Finalisten ausgewählt.

„Die Innovationskraft von Start-ups ist extrem hoch und sie helfen uns dabei, Trends zu erkennen. Gleichzeitig können Start-ups auch von uns und unserer langjährigen Erfahrung im Support anderer Unternehmen profitieren.“, erläuterte Stefan Bruder, Sales Area Director Zentraleuropa bei Texas Instruments, die Motivation für TI, dieses TechMatch auszurichten.

Inspirieren lassen konnten sich die Besucher des TechMatch auch von den Keynotes von Hermann W. Reiter von Digi-Key und Dieter Müller von der BMK Group. Eine weitere Keynote gab es von Markus Eberhart von Grillido, dessen Unternehmen den diesjährigen deutschen Gründerpreis für ihre Grillwurst-Revolution erhalten hat und das auch für einen genussvollen Rahmen für die lebhaften Gespräche zwischen Experten, Gründern und Zuschauern sorgte.

Nicht nur die Grillwürste, sondern auch die Pitches der Gründer machten Lust auf mehr und so hoffen alle auf eine Neuauflage des TechMatch im nächsten Jahr.

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