Fördergelder von Wirtschaft, Bund und EU

Bund fördert Mikroelektronik mit Milliarden-Zuschuss

| Redakteur: Sebastian Gerstl

Die Mikroelektronikforschung in Deutschland stehe zwar bereits gut da, aber bei der Umsetzung in Produkte und Fertigungskapazitäten hänge man noch hinterher. Daher hat der Bund beweilligt, ein voraussichtlich 3,3 Milliarden Euro schweres Förderungsprogramm für die Jahre 2017 bis 2020 anzustoßen.
Die Mikroelektronikforschung in Deutschland stehe zwar bereits gut da, aber bei der Umsetzung in Produkte und Fertigungskapazitäten hänge man noch hinterher. Daher hat der Bund beweilligt, ein voraussichtlich 3,3 Milliarden Euro schweres Förderungsprogramm für die Jahre 2017 bis 2020 anzustoßen. (Bild: gemeinfrei / CC0)

Das wirtschaftliche Förderprogramm zur Stärkung der deutschen Mikroelektronik-Industrie nimmt konkrete Formen an. Zusammengenommen sollen in Deutschland mehr als drei Milliarden Euro in die Förderung der hiesigen Produktions- und Fertigungskapazitäten investiert werden.

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) hat erstmals konkrete Zahlen für ein Förderprogramm der Mikroelektronikindustrie in Deutschland benannt. Insgesamt sollen für die Jahre 2017 bis 2020 1 Mrd. Euro an Investitionszuschüssen zur Verfügung stehen. Diese sollen laut Angabe der "Wirtschaftswoche" konkret an elf Großunternehmen wie Infineon, Globalfoundries und Robert Bosch fließen sowie an sieben Mittelständler wie z.B. das Erfurter Unternehmen X-Fab fließen. Insgesamt sollem im Verlauf der nächsten vier Jahre dadurch konkrete Investitionen in Höhe von mindestens 3,3 Milliarden Euro entstehen.

Das Investitionsprogramm hatte das Wirtschaftsministerium im Juli 2016 angekündigt. Förderprogramme in solchen Ausmaßen benötigen eine Sondergenehmigung der Europäischen Kommission, damit nicht einzelne Standorte unverhältnismäßig gestärkt werden. Dies hatten die Bundesregierung zusammen mit den Unternehmen beantragt. Die Beihilfe-Regeln wurden bewilligt: Das gemeinsam mit anderen EU-Staaten gestartete Programm gilt als sogenanntes wichtiges Vorhaben von gemeinsamem europäischen Interesse (Important Project of Common European Interest, IPCEI).

"Die Mikroelektronik ist ein zentraler Baustein für den industriellen Innovationsstandort Deutschland," sagte Bundeswirtschaftsminister Gabriel. "Daher werden wir gemeinsam mit anderen EU-Mitgliedsstaaten ein Investitionsprogramm Mikroelektronik als wichtiges Vorhaben von gemeinsamem europäischen Interesse (IPCEI) starten. Der Bund stellt hierfür bis 2020 1 Mrd. Euro an Investitionszuschüssen zur Verfügung. Die Wirtschaft hat zugesagt dann über 2,3 Mrd. Euro an Investitionen in innovative Produktion zu leisten."

Nach Angaben von Forschungsstaatssekretär Georg Schütte steht Deutschland in der mikroelektronischen Forschung zwar exzellent da. Bei der Umsetzung in die Praxis, neuen Produkten und Fertigungskapazitäten aber sei noch Luft nach oben. Speziell diese Felder sollen nun durch die Investitionen stärker befördert werden.

Wirtschaftsstaatssekretär Matthias Machnig gab an, dass für Europa 20 Prozent Industrieproduktion angestrebt werden: "Dieses Ziel erreichen wir nur, indem wir Investitionen in die Zukunft anstoßen." Mikroelektronik sei eine Schlüsselkomponente der Digitalisierung. Mit dem Investitionsprogramm werde Unternehmen geholfen, hochwertige Arbeitsplätze zu schaffen. Vielen Regionen würden Chancen auf eine starke zukunftsfähige industrielle Basis eröffnet.

Neben Deutschland werden sich auch andere europäische Nationen an dem IPCEI-Projekt beteiligen, um in ihren jeweiligen Ländern die Mikroelektronikindustrie stärker fördern zu können. So sind europaweit u.a. Frankreich, Italien, Niederlande, Österreich und Großbritannien an der Projektplanung beteiligt. Zusammen mit den allein in Deutschland ins Aussicht gestellten 3,3 Milliarden Euro gehen Unternehmen europaweit von einem gesamten Investitionsvolumen von 6,5 Milliarden Euro bis zum Jahr 2020 aus.

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