Projekt SOMP

Dresdner Studenten verschaffen Sachsen den ersten Satelliten

| Redakteur: Peter Koller

So soll es aussehen, wenn SOMP um die Erde kreist.
So soll es aussehen, wenn SOMP um die Erde kreist. (TU Dresden / Creative Commons)

Mit dem in einem Studentenprojekt an der TU Dresden entstandenen SOMP (Students Oxygen Measurement Project) bekommt Sachsen in Kürze seinen ersten eigenen Satelliten im All.

Die TU Universität Dresden schickt einen Klima-Satelliten ins All. SOMP soll Messdaten aus der oberen Atmosphäre liefern, um Klimavorhersagen zu optimieren. Der Satellit wurde im Rahmen eines Studentenprojektes an der TU entwickelt. Er soll voraussichtlich zwischen Freitag und kommendem Montag mit einer russischen Trägerrakete von Baikonur aus ins All befördert werden. An dem Projekt sind Studierende der Fachrichtungen Luft- und Raumfahrtechnik, Mechatronik, Informatik, Energietechnik und Physik beteiligt.

SOMP ist ein sogenannte “1U Cubesat” mit den Außenabmaßen 10cm x 10cm x 10cm. Die Masse beträgt 1 kg. Trotz seiner geringen Größe handelt es sich bei SOMP um einen vollständigen Satelliten.

Die Struktur von SOMP (Technische Details) besteht laut Angaben der TU Dresden aus den vier für Cubesats typischen Seitenstreben, vier nahezu baugleichen Seitenflächen, einer den Seitenflächen ähnlichen Deckseite und einer Nutzlastseite. Im Inneren des Satelliten befinden sich vier Platinen und ein in der Mitte befindliches Akkupaket. Besonderheit der Struktur sind die vier ausklappbaren Antennen, welchen während der Startphase um den Satelliten gelegt und mittels Nylonfaden fixiert werden.

Alle Außenflächen, sofern nicht von der Nutzlast belegt, werden mit Solarzellen versehen. Damit wird eine verfügbare Solarzellenfläche von 0,03m² erreicht. Die Solarzellen bilden die einzige Energiequelle. Zum Zwischenspeichern von elektrischer Energie werden Li-Ionen Akkumulatoren eingesetzt. Für den Betrieb des Satelliten und der Nutzlast stehen weniger als 2W zur Verfügung.

Im Inneren des Satelliten befinden sich auf vier Platinen verteilt die Elektronik der Nutzlast, des Kommunikationssystems, der Hauptcontroller, der Energieversorgung und der Lageregelung. Zwischen den symmetrisch angeordneten Leiterplatten werden die Akkumulatoren platziert. Eine permanente und auf bestimmte Ausrichtungen des Satelliten abzielende Lageregelung ist nicht vorgesehen. Stattdessen beschränkt sich das Konzept auf die Bestimmung der Lage und Position des Satelliten und auf die Bereitstellung eines adäquaten „Taumelns“ des Satelliten.

SOMP verfügt über ein eigenes Betriebssystem, das die Abarbeitung einer Befehlsliste sowie eine grundlegende Autonomie, z.B. beim Aufbau einer Funkverbindung oder bei der Feststellung von Fehlern ermöglicht.

Die Nutzlast besteht aus einem Experiment des Lehrstuhls für Raumfahrtsysteme und Raumfahrtnutzung der TU Dresden zur Messung von atomaren Sauerstoff FIPEX. Darüber hinaus agiert SOMP1 aber auch als ein Amateurfunksatellit im 70cm Band. Im Betrieb sendet SOMP jede Minute eine Morse Bake. Der gesendete Text besteht aus 3 Wörtern mit 19 Zeichen und folgendem Aufbau: DP0TUD AAA BBBBBBBB.

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