Integrated Industry Hannover Messe 2016 – Die Bühne für die vernetzte Industrie

Redakteur: Kristin Rinortner

Hannover steht 2016 im Zeichen der vernetzten Industrie. 5 000 Aussteller zeigen fünf Tage praktische Anwendungen und Technologien für die Fabriken und Energiesysteme der Zukunft.

Firma zum Thema

Hannover Messe 2016: Soll der globale Hotspot für Industrie 4.0 werden. Dr. Jochen Köckler (Deutsche Messe), re., John B. Emerson (US-Botschafter in der BRD) und li. Johann Soder (SEW EURODRIVE).
Hannover Messe 2016: Soll der globale Hotspot für Industrie 4.0 werden. Dr. Jochen Köckler (Deutsche Messe), re., John B. Emerson (US-Botschafter in der BRD) und li. Johann Soder (SEW EURODRIVE).
(Bild: Deutsche Messe AG)

Unter dem Leitthema „Integrated Industry – Discover Solutions“ werden vom 25. bis 29. April 2016 Technologien für die Digitalisierung von Fabriken und Energiesystemen in Hannover gezeigt. „Wir erwarten nun erstmals mehr als 100 konkrete Anwendungsbeispiele für Industrie 4.0 auf der Messe. Das ist weltweit einzigartig“, erklärt Dr. Jochen Köckler, Mitglied des Vorstands der Deutschen Messe AG.

Das Thema Integrated Industry treibe die Initiatoren der Messe seit 2013, so Klöckner. „Jetzt geht es nicht mehr um die Frage, ob das kommt, sondern darum, wie es geht.“ Deswegen liege der Fokus verstärkt auf Anwendungen. So zeigt SEW die individuelle Produktion eines Getriebemotors, SAP fertigt auf seinem Stand individualisierte Schlüsselanhänger, bei Bosch ist eine Live-Demo zu sehen.

Bildergalerie
Bildergalerie mit 7 Bildern

In Halle 17, auf der neuen Sonderfläche ‚Predictive Maintenance 4.0‘, werden Anwendungsbeispiele von Industrie 4.0 und neue Geschäftsfelder, die jetzt entstehen, gezeigt. Mit dabei sind u.a. das KIT und das Berliner Fraunhofer-Institut für Produktionsanlagen und Kommunikationstechnik (IPK), die insbesondere mittelständische Firmen überzeugen möchten, bei denen Industrie 4.0 noch Vorbehalte und Vorstellungen von menschenlosen Werkhallen auslöst.

Das IIC (Industrial Internet Consortium) zeigt auf einer weiteren Sonderfläche Beispiele aus den USA.

Verschiedene Foren zum Thema Industrie 4.0 wie z.B. das von ZVEI, VDMA und IIC zu den Enablern in den USA und Europa ergänzen das Angebot. Hier bekommt der Interessent einen globalen Überblick über Strategien, Standards, Geschäftsmodelle und Datensicherheit in Sachen Industrie 4.0.

Besucher aus dem produzierenden Gewerbe erfahren, wie sie ihre Produktionsanlagen Schritt für Schritt zur Industrie-4.0-Fabrik ausbauen. Besucher aus der Energiewirtschaft entdecken technische Lösungen für intelligente Energiesysteme.

Partnerland USA soll Schub geben

Enorme Schubkraft für die Messe erwartet Klöckner vom Partnerland USA (nach 70 Jahren zum ersten Mal). Führende Unternehmen wie General Electric, Honeywell, Eaton, Molex, Microsoft, AT&T oder IBM werden ihre Lösungen für die vernetzte Industrie vorstellen.

Köckler: „Dass US-Präsident Barack Obama die Messe gemeinsam mit Bundeskanzlerin Angela Merkel eröffnet, ist ein starker Beleg für die internationale Bedeutung der Hannover Messe.“ Neben TTIP wird Obama für Investitionen in den USA verstärkt werben. Außerdem will er die Vereinigten Staaten als wichtigen Anbieter von Industrie-4.0-Technologien positionieren.

Highlights deutscher Elektromechanik-Spezialisten

Was bieten die Elektromechanik-Hersteller? „Im Mittelpunkt des Harting-Auftritts wird das Rinspeed-Konzeptfahrzeug „Etos“ stehen, das bei der Emissionsüberwachung auf das MICA-System setzt – ein faszinierender Ausblick auf vollständig vernetzte Mobilitätskonzepte von morgen“, erklärt Philip Harting. Ein weiteres Highlight ist die firmeneigene Smart Factory „HAII4YOU Factory“.

Highlights bei Phoenix Contact sind mobile Thermotransferdrucker für die Vor-Ort-Kennzeichnung von Klemmen, Leitungen, Geräten und Anlagen, die parametrierbare Stromversorgung Quint Power sowie die neue intelligente Photovoltaik-Modulabschaltung Solarcheck RSD, die Photovoltaik-Dachanlagen selbständig in einen sicheren Zustand versetzt.

Weidmüller zeigt die webbasierte Fernwartungslösung u-link für höhere Maschinenverfügbarkeit. Für den sicheren Remote-Zugang dient ein Webportal mit integriertem VPN-Rendezvous-Server in Deutschland, ein Router mit integrierter SPI-Firewall (stateful inspection), die Authentifizierung durch x.509 basierte Zertifikate (OpenVPN mit SSL-Verschlüsselung) und die manuelle Zugriffsfreigabe an der Maschine.

Auf dem OWL Gemeinschaftsstand präsentieren 35 Unternehmen, Forschungseinrichtungen und Organisationen Lösungen und Forschungsansätze für intelligente Produkte und Produktionsverfahren – und zeigen auf, wie Unternehmen diese nutzen können.

Mit dem Baukastensystem für effiziente Antriebslösungen und dem intelligenten Lastmanagement von Lenze können beispielsweise bis zu 30% Energie und Ressourcen in der Produktionslogistik eingespart werden. Phoenix Contact kann mittels einer durchgängigen Datenkette mit einem gemeinsamen Datenformat den Aufwand für das Engineering von Maschinen und Betriebsmitteln um 30% reduzieren.

Transferkonzept für Basislösungen

Mit einem Transferkonzept werden neue Basistechnologien aus den Projekten für kleine und mittlere Unternehmen verfügbar gemacht. Dabei geht es beispielsweise um die Bereiche Selbstoptimierung, Mensch-Maschine-Interaktion, Intelligente Vernetzung und Systems Engineering.

Igus präsentiert das weltgrößte Ethernetleitungs-Programm für die e-kette inklusive der 36-monatigen Garantie für die sichere Vernetzung anspruchsvoller Anwendungen in der Smart Factory. Highlight ist eine intelligente Roboterleitung, die Anwender rechtzeitig vor einem Leitungsausfall warnt.

Unter dem Motto „Unsere Kompetenz. Ihr Nutzen.“ zeigt Rittal neue Lösungen zur Realisierung effizienter Wertschöpfungsprozesse nach Industrie 4.0: vom Engineering über die Systemtechnik bis zur Automatisierung. Dabei zählen Produkte bei der Gehäuse-, Klimatisierungs- und Stromverteilungstechnik zu den Messe-Highlights.

(ID:43862504)