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Gartner-Prognose Halbleitermarkt überspringt erstmals 400-Milliarden-Dollar-Marke

Redakteur: Franz Graser

Die weltweiten Umsätze mit Halbleitern werden sich im Jahr 2017 auf 401,4 Milliarden US-Dollar belaufen, so eine Prognose des Marktforschungshauses Gartner. Die Halbleiter-Umsätze liegen damit erstmals über der Marke von 400 Milliarden US-Dollar.

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Speicherhunger: Der Bedarf nach Speicherbausteinen sowie Kapazitätsengpässe im Bereich 3D-NAND-Flashspeicher lässt die Preise in die Höhe schnellen. Das hebt den gesamten Halbleitermarkt auf ein neues Rekordniveau.
Speicherhunger: Der Bedarf nach Speicherbausteinen sowie Kapazitätsengpässe im Bereich 3D-NAND-Flashspeicher lässt die Preise in die Höhe schnellen. Das hebt den gesamten Halbleitermarkt auf ein neues Rekordniveau.
(Bild: gemeinfrei/Pixabay / CC0 )

Der Halbleitermarkt wird im Vergleich zum Vorjahr um 16,8 Prozent zulegen. Für den Boom ist insbesondere ein Engpass bei Speicherbausteinen verantwortlich. Andrew Norwood, Research Vice President bei Gartner, erläutert: „Speicherhersteller konnten ihre Preise für DRAM und NAND erhöhen, was zu höheren Umsätzen und Margen führt.“

Es wird erwartet, dass der Speicherboom die Hackordnung unter den Halbleiterherstellern gehörig zurecht rüttelt. „Als weltgrößter Speicherhersteller wird Samsung am meisten profitieren“, prognostiziert Norwood. „Dadurch hat Samsung die besten Chancen, erstmals Intel auf dem Spitzenplatz abzulösen.“ Laut einer Schätzung der japanischen Investmentbank Nomura lagen die Koreaner zumindest auf das zweite Quartal des Jahres gerechnet vor dem langjährigen Chipkönig aus Kalifornien.

Intel hatte im Jahr 1992 die Spitzenposition im Markt von dem japanischen Halbleiterhersteller NEC übernommen und seither verteidigt. Samsung war 2002 erstmals auf den zweiten Platz des Halbleiter-Rankings aufgerückt.

Allerdings warnt Gartner-Analyst Norwood, dass sich das Blatt auch wieder wenden kann: „Was der Speichermarkt gibt, nimmt er auch wieder. Wir erwarten, dass die Blase im Jahr 2019 platzt und die Hersteller wieder für größeren Nachschub sorgen können. Samsung könnte dann die Umsatzgewinne wieder verlieren, die sie im laufenden und im kommenden Jahr einstreichen werden.“

Speziell die Smartphones der Premium-Hersteller, aber auch die Produkte der chinesischen Anbieter sorgen für einen immer größeren Bedarf an NAND-Flashspeicher. Darüber hinaus könne laut dem Onlinedienst Computerbase zur Zeit lediglich Samsung 3D-NAND-Speicher in hohen Stückzahlen produzieren. Die anderen Hersteller seien gerade dabei, auf das Verfahren umzustellen, weswegen sie lediglich über eingeschränkte Ferigungskapazitäten verfügten.

Die 300-Milliarden-Marke wurde vor sieben Jahren (2010) überschritten, mehr als 200 Milliarden waren es erstmals im Jahr 2000.

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