Infineon baut 300-Millimeter-Chipfabrik für 1,6 Milliarden Euro in Österreich

| Redakteur: Michael Eckstein

Neue Infineon-Halbleiterfabrik: Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz, Dr. Reinhard Ploss, Vorstandsvorsitzender von Infineon, und Dr. Sabine Herlitschka, Vorstandsvorsitzende von Infineon Austria, stellten das Projekt in Wien vor.
Neue Infineon-Halbleiterfabrik: Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz, Dr. Reinhard Ploss, Vorstandsvorsitzender von Infineon, und Dr. Sabine Herlitschka, Vorstandsvorsitzende von Infineon Austria, stellten das Projekt in Wien vor. (Bild: Infineon)

Ab 2021 sollen 400 Mitarbeiter in der 60.000 Quadratmeter großen Fabrik moderne Leistungshalbleiter fertigen. Infineon erwartet langfristiges Wachstum.

Klares Bekenntnis zum Hochtechnologie-Standort Europa: Infineon Technologies wird im österreichischen Kärnten eine neue Fabrik für Leistungshalbleiter errichten. Das Unternehmen gilt als Markt- und Technologieführer in diesem Bereich. Nach eigenen Aussagen will man mit der Fabrik die Grundlage für langfristiges, profitables Wachstum schaffen.

Am Standort Villach wird ab 2019 neben der bestehenden Fertigung eine vollautomatisierte Chipfabrik für die Fertigung auf 300 Millimeter-Dünnwafern gebaut. Ab voraussichtlich 2021 werden etwa 400 hochqualifizierte Mitarbeiter in dem 60.000 Quadratmeter großen Gebäude hochmoderne Leistungshalbleiter fertigen. Die Kosten für das Gebäude, die Reinraumtechnik und die Produktionsanlagen belaufen sich laut Infineon auf etwa 1,6 Milliarden Euro über einen Investitionszeitraum von sechs Jahren.

Über einen Zeitraum von sechs Jahren sind Investitionen von insgesamt rund 1,6 Milliarden Euro geplant. Durch die neue, hocheffiziente Fabrik sollen rund 400 neue, insbesondere hochqualifizierte Arbeitsplätze entstehen. Der Baubeginn ist geplant für die erste Jahreshälfte 2019, die Fertigung soll Anfang 2021 starten. Infineon schätzt, dass die neue Fabrik bei vollständiger Auslastung etwa 1,8 Milliarden Euro pro Jahr zusätzlich in die Kasse spült.

Globale Mega-Trends treiben Wachstum von Leistungshalbleitern

„Die globale Nachfrage nach Leistungshalbleitern steigt rasant. Infineon ist als Markt- und Technologieführer bei unseren Kunden besonders gefragt und wächst dadurch sogar noch stärker als der Markt“, sagt Dr. Reinhard Ploss, Vorstandsvorsitzender von Infineon. Das Wachstum würde durch globale Megatrends wie Klimawandel, demographischen Wandel und zunehmende Digitalisierung getragen. Elektrofahrzeuge, vernetzte, batteriebetriebene Geräte, Rechenzentren oder die Stromerzeugung aus erneuerbaren Quellen würden effiziente und zuverlässige Leistungshalbleiter benötigen.

„Diesen Trend haben wir früh erkannt und bauen deshalb bereits zügig die Fertigungskapazitäten für die 300 Millimeter-Technologie am Standort Dresden aus. Mit der neuen Fertigung in Villach werden wir den zunehmenden Bedarf unserer Kunden bedienen und unseren Erfolgskurs auch im kommenden Jahrzehnt fortsetzen.“ Dank der einzigartigen Expertise, die Infineon an seinen Standorten in Europa aufgebaut habe, könne es als globaler Konzern seine Stellung auf dem Weltmarkt langfristig stärken.

Villach ist das Kompetenzzentrum für Leistungshalbleiter im Konzern und seit langem ein wichtiger Innovationsstandort im Fertigungsverbund von Infineon. Hier wurde die Fertigung von Leistungshalbleitern auf 300 Millimeter-Dünnwafern entwickelt, die dann am Standort Dresden in den vergangenen Jahren zur vollautomatisierten Volumenfertigung ausgebaut wurde. Die Nutzung dieser Technologie bringt aufgrund des größeren Scheibendurchmessers deutliche Vorteile bei Produktivität und reduziert den Kapitaleinsatz.

Dresden ist der größte Standort von Infineon zur Wafer-Verarbeitung (Frontend). Infineon erwartet, dass die dortige Produktion ab etwa 2021 ausgelastet sein wird. In der neuen Villacher Fabrik will das Unternehmen auf den Automatisierungs- und Digitalisierungskonzepten aus Dresden aufsetzen und diese im Verbund weiterentwickeln. Ziel ist es, die Produktivität zu erhöhen und Synergien bei Systemen und Prozessen an beiden Standorten zu nutzen.

Hightech-Unternehmen brauchen richtige Rahmenbedingungen

Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz sieht in dem Projekt einen großen Erfolg für den Standort Österreich und den Technologie-Sektor in Europa. „Wir sind uns bewusst, dass Hightech-Unternehmen für Forschung, Entwicklung und hochwertige Fertigung die richtigen Rahmenbedingungen brauchen.“ Diese Bedingungen wolle man weiter verbessern – die Industrie könne sich hier auf Österreich verlassen.

Auch Dr. Sabine Herlitschka, Vorstandsvorsitzende der Infineon Technologies Austria, freut sich über den Schritt: „Diese Großinvestition ist wirtschaftlich, technologisch aber auch gesellschaftlich ein Meilenstein für Infineon Austria und stellt einen bedeutenden Schritt für die Zukunftssicherung unseres Hochtechnologie-Standorts in Villach dar.“ In der „wettbewerbsintensiven Halbleiterbranche“ sei der Aufbau einer neuen Fertigung ein wichtiges Signal, „dass wir mit dem ausgezeichneten Knowhow unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie führenden Technologien die Chancen der Digitalisierung nutzen und als Hochlohnregion global wettbewerbsfähig sind – heute und morgen.“

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