Lizenzmanagement für Industriesteuerungen Swissbit-Speicherkarten schützen Lizenzen von Phoenix Contact

Redakteur: Michael Eckstein

Für die Automatisierungsplattform PLCnext Control von Phoenix Contact sollen Softwarelizenzen sicher verteilt und ausgerollt werden. Ein Fall für die industrietauglichen Speicherkarten von Swissbit.

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VAriantenreich: SPS der Automatisierungsplattform PLCnext Control von Phoenix Contact in unterschiedlichen Leistungsklassen
VAriantenreich: SPS der Automatisierungsplattform PLCnext Control von Phoenix Contact in unterschiedlichen Leistungsklassen
(Bild: Phoenix Contact)

2020 schickte Phoenix Contact seine neuste Innovation ins Rennen: Die Automatisierungsplattform PLCnext Technology. Als offenes Ökosystem kombiniert sie Steuerungen, modulare Engineering-Software sowie eine Cloud-Integration – und soll so alle Anforderungen der IoT-Welt erfüllen. Die zugehörige Steuerungsplattform PLCnext Control umfasst speicherprogrammierbare Steuerungen (SPS) in unterschiedlichen Leistungsklassen sowie die SPS-Programmiersoftware PLCnext Engineer.

Darüber können Systemintegratoren und Maschinenbauer neben bereits vorinstallierten Softwaretools weitere lizenzpflichtige Softwareapplikationen (Apps) in ihre SPS integrieren, um den Funktionsumfang zu vergrößern. Das gesamte Angebot an Apps bietet Phoenix Contact über den PLCnext Store an.

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Neue SPS-Plattform erfordert neue Wege des Lizenzschutzes

Die Erstellung und Verteilung von Lizenzen seiner kostenpflichtigen Apps im PLCnext Store realisiert Phoenix Contact mit Hilfe der Lizenzmanagementlösung eines externen Partners. Dies gilt auch für PLCnext Control, allerdings soll Kunden durch die neue Steuerungsplattform ein größtmögliches Maß an Flexibilität ermöglicht werden.

Deshalb fiel die Wahl auf ein wechselbares Speichermedium, das alle Anforderungen hinsichtlich Sicherheit und Langlebigkeit erfüllen musste, aber gleichzeitig als Hardwaresicherheitsanker für die Lizenzen dienen sollte. Der Formfaktor SD-Karte war gesetzt, da sich dieser im Bereich der SPS aufgrund seiner Kompaktheit seit Jahren etabliert hat und auch bei den Modellen von PLCnext Control zum Einsatz kommt.

Weitere Kriterien an das Speichermedium waren ein jederzeit zuverlässiger Betrieb auch in rauen industriellen Umgebungen, wie unter anderem die Unempfindlichkeit gegenüber Temperaturschwankungen sowie die Langzeitverfügbarkeit des Produkts. Auf der Suche nach einem passenden Lösungspartner, der das Anforderungsprofil vollumfänglich erfüllen konnte, stellte der externe Anbieter der Lizenzmanagementlösung Kontakt zu Swissbit her.

Die Lösung: zuverlässige SD-Karte mit einmaliger Security-Funktion

Für die Umsetzung arbeiteten Phoenix Contact und Swissbit Hand in Hand, denn nur so konnten alle Details für die Entwicklung einer tragfähigen Licence-Protection-Lösung berücksichtigt werden. Das Herzstück bildet dabei die Swissbit-SD-Speicherkarte PS-46 DP in der Data-Protection-Edition. Sie fungiert als sicherer Lizenzcontainer und beschleunigt gleichzeitig den Ausroll- und Inbetriebnahmeprozess für Kunden von Phoenix Contact. Denn im Gegensatz zu anderen Lösungen werden im Fall von PLCnext Control benötigte Lizenzen bereits im Rahmen der Bestellung der SPS auf der SD-Karte abgelegt.

Für die nötige Sicherheit sorgt ein zweistufiges Verfahren, welches das betreffende Lizenz-File eindeutig mit der entsprechenden Speicherkarte verknüpft. Dabei kommt unter anderem die in der Hardware abgebildete, eindeutige und unveränderliche Identifikationsnummer (Unique ID) der SD-Karte zum Einsatz, die durch eine von Phoenix Contact erzeugte Seriennummer ergänzt wird. Zusätzlich wird eine Prüfsumme in einem zugriffs- und kopiergeschützten Speicherbereich (Hidden Memory) der SD-Karte abgelegt. Auf diese Weise sind Lizenz(en) und SD-Karte fest miteinander verbunden und geschützt, ohne die Möglichkeit der Portabilität zu verlieren.

Die PS-46 DP von Swissbit ist eine Secure-SD-Karte, auf der im Flash gespeicherte Daten hardwareseitig mit AES verschlüsselt werden. Die Karte der Geschwindigkeitsklasse 10 basiert auf sehr zuverlässiger pSLC-Technologie (Pseudo Single Level Cell) und ist für den industriellen Einsatz bei Betriebstemperaturen von –40 bis +85 °C spezifiziert. Phoenix Contact bietet die Karte zukünftig mit Speicherkapazitäten von 8 und 32 GB als Teil des PLCnext Control-Portfolios an.

Die Vorteile: flexibler Lizenzschutz und schnelle Inbetriebnahme

Für Maschinenbauer und Systemintegratoren ergibt sich durch die portable Lizenzschutzlösung ein erheblicher Zeitvorteil beim Roll-out und der Inbetriebnahme einer SPS der PLCnext-Control-Plattform. Im Bestell- und Kaufprozess wählt der Kunde die für seine Anwendungen benötigten lizenzpflichtigen Apps für die kostenfreie Software PLCnext Engineer aus.

Nachfolgend fungiert die SD-Karte gleichzeitig als Speichermedium und als Lizenz-Dongle und ermöglicht dem Kunden, die SPS entsprechend seinen Anforderungen zu programmieren und sie für ihren Einsatz in einer Anlage zu konfigurieren.

Umwege, bei denen Lizenzen erst beim Integrator oder beim Endkunden vor Ort einzeln über einen Computer aktiviert werden müssen, entfallen auf diese Weise. Dies ist besonders dann wichtig, wenn eine größere Anzahl von Steuerungen gleichzeitig ausgerollt werden soll. Ein weiterer Vorteil: Im unwahrscheinlichen Fall einer defekten SPS bleibt die Softwarelizenz weiterhin aktiv und kann einfach auf eine neue Steuerung übertragen werden.

Entkopplung der Lizenzen von der SPS

Durch die Entkoppelung der Lizenzen von der SPS und den Transfer auf ein industrietaugliches, sicheres und wechselbares Speichermedium ermöglicht Phoenix Contact seinen Kunden einen unkomplizierten Roll-out-Prozess. Damit fügt sich die Lösung nahtlos in das innovative Konzept der Automatisierungsplattform PLCnext Technology ein.

Das freut auch Rudolf Braun, Product Management Control Systems bei Phoenix Contact: „Der komfortable Roll-out und die schnelle Inbetriebnahme einer SPS inklusive benötigter App-Lizenzen ist eine essenzielle Anforderung unserer Kunden. Die gemeinsam mit Swissbit konzipierte Lösung erfüllt genau diesen Anspruch und bietet gleichzeitig den größtmöglichen Schutz unserer Softwarelizenzen. Die Lösungskompetenz und der kundenorientierte Support von Swissbit haben wesentlich zum Erfolg des Projektes beigetragen.“

Über Phoenix Contact

Phoenix Contact wurde 1923 in Essen gegründet und ist heute ein weltweiter Marktführer für Komponenten, Systeme und Lösungen in den Bereichen Elektrotechnik, Elektronik und Automation. Das traditionsreiche Familienunternehmen beschäftigt rund 17 600 Mitarbeitende und ist international in mehr als 100 Ländern präsent. Im Bereich der industriellen Automatisierung bietet Phoenix Contact ein umfangreiches Portfolio, das von Komponenten bis zum Komplettsystem reicht und in zahlreichen Anlagen und Industriezweigen zur Anwendung kommt.

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