Umweltschutz in der Elektronikfertigung

Gute Ideen sparen Energie und schonen die Umwelt

| Redakteur: Franz Graser

Für seine PE-Hohlkammerstegplatte hat photocad ein Pfandsystem eingeführt: Die Firma nimmt das beschichtete Verpackungsmaterial zurück und schreibt dafür einen Euro gut. Gleichzeitig hat die Verpackungslösung den Vorteil, dass die Schablone beim Transport gut geschützt ist.
Für seine PE-Hohlkammerstegplatte hat photocad ein Pfandsystem eingeführt: Die Firma nimmt das beschichtete Verpackungsmaterial zurück und schreibt dafür einen Euro gut. Gleichzeitig hat die Verpackungslösung den Vorteil, dass die Schablone beim Transport gut geschützt ist. (Bild: photocad)

Durch Investitionen in energieeffiziente Maschinen sowie eine Umstrukturierung der Fertigungsstätte hat der Berliner SMD-Schablonenhersteller photocad seinen Energieverbrauch um 20 Prozent reduziert.

Mit EU-weit 18.000 Unternehmen und einem Umsatz von 320 Milliarden Euro gilt die Elektrotechnik- und Elektronikindustrie als Wachstumsmotor in Europa. Doch die Kehrseite der zunehmenden Produktion von Elektronikteilen ist ein hoher Energieverbrauch, gepaart mit steigendem Schadstoffausstoß. Dabei sehen die Pläne der EU eigentlich vor, die Energieeffizienz bis zum Jahr 2020 um 20 Prozent zu steigern und die Kohlendioxid-Emissionen im selben Zeitraum um ebenfalls 20 Prozent zu verringern.

Zukunftsmusik? Nicht unbedingt. Denn was im Großen noch längst nicht Realität ist, lässt sich im eigenen Betrieb umsetzen – das belegt der Berliner Schablonenhersteller photocad. „Um unsere Energieeffizienz zu steigern, wählen wir Investitionen auch nach ökologischen Gesichtspunkten aus“, erklärt Geschäftsführer Ulf Jepsen. So hat das Unternehmen zwei LPKF-Laseranlagen der neuesten Generation angeschafft.

Damit konnten der Output um 20 Prozent gesteigert und der Energieverbrauch um 20 Prozent gesenkt werden. Dazu ist die Anlage G6080 II mit einer eigenen Luftkühlung ausgestattet, sodass auf ein externes Kühlsystem verzichtet werden kann. „Diese Technik spart im Vergleich zur bisherigen Wasserkühlung zusätzlich Energie“, erläutert Geschäftsführer Jepsen.

Gleichzeitig ersetzt eine zentrale Druckluftversorgung die vorher üblichen Einzelaggregate pro Anlage, die während der gesamten Produktionszeit in Betrieb waren. Die Druckluft wird computergesteuert erzeugt und über eine Ringleitung verteilt. Dadurch wird nur soviel Druckluft produziert, wie gerade benötigt wird. „Neben dem Eigenverbrauch der Anlagen ist in den meisten Betrieben die Klimatisierung der größte Energieverschwender“, weiß Jepsen aus Erfahrung.

Dabei muss häufig nur ein Teil der Produktion mit gekühlter Luft versorgt werden – etwa dort, wo Laseranlagen zum Einsatz kommen und Edelstahlbleche gelagert werden. Hier ist eine konstante Temperatur ausschlaggebend für die Präzision der Anlagen, die im Mikrometer-Bereich arbeiten.

Mit der Einrichtung einer Raumzelle wurde deshalb das Segment der Laserproduktion vom übrigen Produktionsraum abgegrenzt, sodass die Klimatisierung auf diese Zelle beschränkt werden kann. Auf diese Weise kann mit geringerer Kühlleistung gearbeitet werden, was die Strom- und Heizkosten deutlich senkt. Insgesamt ließ sich der Stromverbrauch bei photocad nachweislich um 20 Prozent reduzieren.

Auch in anderen Bereichen lassen sich umweltfreundliche Lösungen finden, beispielsweise bei der Verpackung. So hat der Berliner Hersteller ein Pfandsystem für seine PE-Hohlkammerstegplatten eingeführt: photocad nimmt das beschichtete Verpackungsmaterial zurück und schreibt dem Kunden dafür einen Euro gut. Gleichzeitig hat die Verpackungslösung den Vorteil, dass die Schablone beim Transport gut geschützt ist.

Kommentar zu diesem Artikel abgeben

Schreiben Sie uns hier Ihre Meinung ...
(nicht registrierter User)

Zur Wahrung unserer Interessen speichern wir zusätzlich zu den o.g. Informationen die IP-Adresse. Dies dient ausschließlich dem Zweck, dass Sie als Urheber des Kommentars identifiziert werden können. Rechtliche Grundlage ist die Wahrung berechtigter Interessen gem. Art 6 Abs 1 lit. f) DSGVO.
Kommentar abschicken
copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Kontaktieren Sie uns über: support.vogel.de/ (ID: 37601870 / Leiterplattenfertigung)