Cadence Design Systems

Gut 800 Teilnehmer kamen zum Branchentreff CDNLive!

15.05.2008 | Redakteur: Gerd Kucera

Nach der Aerodynamik des Wagens und der Zuverlässigkeit des Motors entscheidet die Elektronik in einem Forlel-1-Fahrzeug maßgeblich über Sieg oder Niederlage
Nach der Aerodynamik des Wagens und der Zuverlässigkeit des Motors entscheidet die Elektronik in einem Forlel-1-Fahrzeug maßgeblich über Sieg oder Niederlage

Zum dritten Mal hatte EDA-Tool-Hersteller Cadence zur „CDNLive! EMEA“ eingeladen, einer vom Cadence Designer Network organisierten Serie technischer Konferenzen für Anwender von Cadence-Technologien. Auf der zweieinhalbtägigen Veranstaltung tauschten sich mehr als 600 Tool-Anwender und insgesamt etwa 800 Teilnehmer zu EDA-Themen aus.

Die Veranstaltung in München bildete den Auftakt zu einer Serie von insgesamt fünf Branchentreffs weltweit. In verschiedenen Tracks wurden Applikationsanwendungen von Kunden sowie Roadmaps von Cadence für alle Bereiche des analogen und digitalen Designs, der Implementierung und Verifikation, des Packaging und PCB-Designs präsentiert.

Applikationsingenieure flankierten die Veranstaltung

Vertreter von Cadence bezeichneten die Veranstaltung als Erfolg: In den zweieinhalb Tagen sei sehr konstruktiv und auf hohem Niveau über die verschiedenen Lösungen von Elektronikdesigns diskutiert worden. Dabei haben sich Kunden untereinander über die verschiedenen technischen Herausforderungen aktueller Designs unterhalten. Bei Fragen zur hierfür eingesetzten Software konnten die Anwender während der gesamten Veranstaltung auf Applikationsingenieure von Cadence oder auch des Partners FlowCAD zurückgreifen.

Generelle Anforderungen zukünftiger Elektronikdesigns

Während der gesamten Veranstaltung konnten Teilnehmer auf Applikationsingenieure von Cadence oder auch des Partners FlowCAD (im Bild links: FlowCAD-Geschäftsführer Dirk Müller mit Cadence-CEO Mike Fister) zurückgreifen
Während der gesamten Veranstaltung konnten Teilnehmer auf Applikationsingenieure von Cadence oder auch des Partners FlowCAD (im Bild links: FlowCAD-Geschäftsführer Dirk Müller mit Cadence-CEO Mike Fister) zurückgreifen

In den beiden Keynote-Vorträgen von Cadence-CEO Mike Fister und Prof. Mario Theissen (Motorsport-Direktor Formel 1 bei BMW) wurden generelle Anforderungen zukünftiger Elektronikdesigns hervorgehoben. So sprach Fister davon, dass Lösungen in den Bereich IC und PCB künftig auf dem System Level gemeinsam betrachtet würden und es hier zu einer vermehrten Zusammenarbeit der Cadence-Softwarepakete kommen werde. Als Neuheit stellte Fister die Turbo-Technologie für den Spectre-Simulator der Virtuoso Plattform vor.

Elektronik entscheidet maßgeblich über Sieg oder Niederlage

Auf der mit je einem Formel-1- und Formel-BMW-Wagen dekorierten Bühne sprach Theissen über die Zusammenarbeit von BMW und Cadence als offizieller Lieferant für das BMW-Sauber-F1-Team. Nach der Aerodynamik des Wagens und der Zuverlässigkeit des Motors entscheidet die Elektronik in einem F1-Fahrzeug maßgeblich über Sieg oder Niederlage. Im Bereich Elektronik arbeitet Theissens Team eng mit Cadence zusammen.

Insgesamt rund 800 Teilnehmer (darunter gut 600 Cadence-Anwender) diskutierten zweieinhalb Tage lang die Herausforderungen im Elektronik-Design
Insgesamt rund 800 Teilnehmer (darunter gut 600 Cadence-Anwender) diskutierten zweieinhalb Tage lang die Herausforderungen im Elektronik-Design

Besonders kritisch ist im Motorsport der Zeitfaktor, weil neue Vorgaben für die Saison 2009 wie etwa die Rückgewinnung von kinetischer Energie beim Bremsen, innerhalb von nur wenigen Monaten umgesetzt werden müssen. Theissen räumte ein, dass die Entwicklungszyklen in der F1 wesentlich schneller seien als bei der Entwicklung von Straßenautos, jedoch müssten Formel-1-Wagen im Gegensatz zu Serienwagen auch nur eine Saison lang zuverlässig funktionieren. Es komme häufig vor, dass die Konzepte neuer Technologien aus der Formel 1 in die Entwicklung von Straßenfahrzeugen einfließen.

Neue Custom-IC-Design-Plattform für bessere Analyse-Integration

Innovationen präsentierte Cadence im Bereich Full-Custom-Schaltungsentwurf. Die neu entwickelten Methoden ermöglichen den Chipherstellern eine schnellere und zuverlässigere Produktion von höheren Stückzahlen für große komplexe Designs, insbesondere bei Prozessgeometrien von 65 nm und darunter. Die neue skalierbare Custom-IC-Design-Plattform verbessert die Integration von Analysen zur Produzierbarkeit, Ausbeuteoptimierung und einer detaillierteren Analyse parasitärer Effekte sowie schnellerer Simulationswerkzeuge für eine genaue und effiziente Verifikation komplexer Designs. Diese neuen Funktionen adressieren die derzeitigen und künftigen Herausforderungen, denen Halbleiterfirmen bei Entwicklung, physikalischer Implementierung, Verifikation und Fertigung von komplexen Chips in Prozessgeometrien von 65 nm und kleiner gegenüberstehen.

Turbo-Technik steigert die Simulationsleistung

Cadence prägte den Slogan: „What you design is what you get“ und beschreibt damit einen neuen Ansatz für Designs mit Hilfe von produktionsorientierten physikalischen Implementierungs- und Analysefunktionen, die mit dem Foundry-Signoff korreliert sind.

Die auf der CDNLive! vorgestellte Turbo-Technologie ermöglicht eine deutliche Leistungssteigerung des analogen SPICE-Schaltungssimulators Spectre, wobei weiterhin eine hohe Halbleiter-Genauigkeit garantiert wird. Dadurch können Designer ihre komplexen und umfangreichen analogen IC-Designs, etwa PLLs, ADCs, Transceiver, CDRs und Stromversorgungsschaltungen, problemlos und schnell simulieren und verifizieren.

Ohne Genauigkeitsverlust bis zu 10 mal schneller

Die neue Spectre-Turbo-Technologie adressiert eine große Vielfalt von Herausforderungen bei analogen Design-Methoden und Prozessgeometrien, wobei ohne Genauigkeitsverlust gegenüber vorhandenen Lösungen eine fünf- bis zehnfache Geschwindigkeitssteigerung erreicht wird. Durch diese Beschleunigung können Analog- und Mixed-Signal-Designer große, komplexe Designs verifizieren und die Ergebnisse mit dem Verhalten der späteren Halbleiter korrelieren, während gleichzeitig aggressive Tapeout-Zeitpläne eingehalten werden können.

Die Turbo-Technologie analysiert die potenziellen Auswirkungen physischer Parasitäreffekte, die in Designs bei fortschrittlichen Prozessen weit verbreitet sind und ermöglicht einen 10- bis 20-fachen Geschwindigkeitsvorteil bei Designs mit großen Mengen von Parasitäreffekten. Mit der neuen Technologie können die Designer auch die Vorteile ihrer neuesten Multi-Core Hardware nutzen, um eine zusätzliche Beschleunigung mit Hilfe des integrierten Parallelisierungsalgorithmus zu erreichen.

Vier-Stunden-Workshop diskutierte aktuelle PCB-Anforderungen

Reges Interesse fand im Bereich PCB der auf Designregeln basierende Workflow, der vom Cadence-PCB-Support, dem FlowCAD-Team, vorgestellt wurde. In einem vierstündigen Workshop wurden verschiedene Klassifizierungen von Regelarten erläutert und anschließend jeder regelrelevante Schritt detailliert vorgeführt, der während des Designs und Layout einer Leiterkarte erforderlich ist. Designregeln wurden im Stromlaufplan gleich vom Entwickler in ein zentrales Regelmanagement eingegeben bzw. hierarchische Regelsätze erarbeitet und anschließend im weiteren Designablauf wirklichkeitsgetreu ergänzt bzw. ausgewertet.

Die Verwaltung und Aktualität tausender Designregeln stellt heute die Anforderungen an PCB-Designer dar. In diesem interaktiven Workshop wurden die heute gängigen Regeln besprochen und definiert. Bei den Kundenpräsentationen im Bereich PCB sind Lösungen zu den Themen FPGA-Implementierung, Design für Manufacturing, 3D mCAD / eCAD Integration und tabellarischer Stromlaufplaneingabe vorgestellt worden.

Erster EDA-Design-Award für Studenten und Doktoranten

Während der Cadence-Anwenderkonferenz „CDNLive! EMEA 2007“ fand eine interessante Idee breiten Zuspruch: Studenten sollten ermutigen werden, ihre Designs öffentlich vorzustellen. Eine 14-köpfige Jury wählte aus gut 20 europäischen Teams die Gewinner für die erste Preisverleihung.

Der Cadence-Design-Wettbewerb ist eine Chance für europäische Studenten, ihr Können zu beweisen. Mike Fister, Cadence-CEO, überreicht Lukasz Kotynia/Uni Lodz (links) und Joachim Becker/Uni Freiburg (Mitte) jeweils den ersten Preis für Studenten und Doktoranten
Der Cadence-Design-Wettbewerb ist eine Chance für europäische Studenten, ihr Können zu beweisen. Mike Fister, Cadence-CEO, überreicht Lukasz Kotynia/Uni Lodz (links) und Joachim Becker/Uni Freiburg (Mitte) jeweils den ersten Preis für Studenten und Doktoranten

Für ihre hervorragenden Leistungen mit dem ersten Platz ausgezeichnet wurden das Team der Technical University of Lodz, Polen in der Kategorie Studenten und Absolventen und das Team der Albert-Ludwigs Universität Freiburg in der Kategorie der Doktoranden. Die eingereichten Vorschläge decken ein breites Spektrum von aktuellen Herausforderungen in der Entwicklung ab, wie die Reduzierung des Energieverbrauchs oder die Verminderung von Hitzestauungen in komplexen Halbleiterchips aus dem Automotive- und Konsumgüterbereich.

Alles über die Arbeiten und alle Gewinner erfahren Sie über die InfoClick-Nr.

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