Günstigere Qualitätskontollen vor Ort dank neuem NIRS-Sensor

| Redakteur: Hendrik Härter

In der Kooperation zwischen Zeiss und Senorics steht die weitere gemeinsame Entwicklung von besonders kleinen und kosteneffizienten Sensoren für den industriellen Einsatz in der Qualitätskontrolle und im Prozessmonitoring.
In der Kooperation zwischen Zeiss und Senorics steht die weitere gemeinsame Entwicklung von besonders kleinen und kosteneffizienten Sensoren für den industriellen Einsatz in der Qualitätskontrolle und im Prozessmonitoring. (Bild: Zeiss)

Zeiss und das Start-up Senorics kooperieren bei der Nahinfrarotspektroskopie (NIRS) und entwickeln gemeinsam Sensoren. Sie helfen dabei, einen optischen Fingerabdruck von Feststoffen und Flüssigkeiten zu erstellen.

Das Sensorik Start-up-Unternehmen Senorics aus Dresden geht mit Zeiss eine technologische Kooperation ein. Beide Unternehmen wollen gemeinsam kleine und kosteneffiziente Sensoren für den industriellen Einsatz entwickeln, die beispielsweise in der Industrie für die Qualitätskontrolle oder im Prozessmonitoring eingesetzt werden können. Senorics entwickelt und produziert Sensoriken im Spektrum der Nahinfrarotspektroskopie (NIRS), wobei die entwickelte Technik beinahe das gesamte NIRS-Spektrum bis zu einer Wellenlänge von ungefähr 2000 nm abdeckt.

Dank der neuartigen Analysetechnik lässt sich von einer Vielzahl an Feststoffen und Flüssigkeiten ein optischer Fingerabdruck erstellen. Es lassen sich sowohl Inhaltsstoffe als auch Verunreinigungen in Lebensmitteln, Kunststoffen, textilen Stoffen oder Arzneimitteln messen. Ist die Cola wirklich zuckerfrei? Habe ich ein Original-Arzneimittel? Diese Fragen sollen sich mit Hilfe des Sensors im Smartphone schnell und zuverlässig beantworten lassen.

NIR bisher nur im Labor möglich

Bisher ließen sich vergleichbare NIR-Messungen nur im Labor realisieren – mit teuren, großen und empfindlichen Spektrometern. Der von uns entwickelte monolithische Sensor dagegen hat in etwa die Größe einer Briefmarke und ist zudem recht robust gegen äußere Einflüsse, da er ohne bewegliche Teile auskommt. Die entwickelte Technik ist soweit miniaturisierbar, dass sie sogar in Smartphones integriert werden kann.

Doch nicht nur in Smartphones sollen die Sensoren eingesetzt werden, es sind viele weitere Anwendungen möglich wie in der Textil-, Chemie- oder Agrarindustrie. Dabei kann sich jeder Kunde frei aussuchen, was gemessen werden soll. Senorics entwickelt aus den Vorgaben den Sensor mit dem entsprechenden Spektralbereich, der die zu messende Materie klassifizieren, quantifizieren oder qualifizieren soll und konzipiert die dazugehörige Chemometrie. Diese ermöglicht durch die Gegenüberstellung von vorhandenen statistischen Daten und den neu gemessenen eine Aussage über den zu ermittelnden Wert.

Mehr als zehn Jahre Forschung

Die Miniaturisierung der Technik basiert auf mehr als zehn Jahren wissenschaftlicher Forschungsarbeit zu organischen Halbleitern. „An der Entwicklung des Sensors haben wir unglaublich viele Stunden gearbeitet“, sagte Ronny Timmreck, CEO von Senorics. Rückschläge und technische Hürden waren in der Entwicklungsphase an der Tagesordnung. Doch inzwischen sind die Hürden genommen, mehrere Patente angemeldet sowie zukunftsträchtige Kooperation und Anfragen eingegangen.

Für Zeiss bietet die Kooperation und den Einsatz der Technik von Sensorics die Möglichkeit, komplett neue Anwendungen zu erschließen, die bisher im eigenen Portfolio vorhandenen Techniken weniger gut realisieren lassen.

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