Luftfahrt Großbritannien kündigt Registrierungspflicht für Flugdrohnen an

Autor: Sebastian Gerstl

Die Regierung des Vereinigten Königreichs hat Pläne angekündigt, nach Besitzer von Quadcoptern und anderen vergleichbaren Drohnen ihre Geräte offiziell anmelden müssen. Diese Regeln sollen einen sicheren und verantwortungsvollen Umgang der Technologie gewährleisten.

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Der Besitz von Quadrocoptern und Flugdrohnen mit einem Gewicht von mehr als 250 Gramm soll im Vereinigten Königreich künftig registrierungspflichtig sein. Zudem plant die Regierung, für Halter einen Test für Sicherheitsbewusstsein einzuführen.
Der Besitz von Quadrocoptern und Flugdrohnen mit einem Gewicht von mehr als 250 Gramm soll im Vereinigten Königreich künftig registrierungspflichtig sein. Zudem plant die Regierung, für Halter einen Test für Sicherheitsbewusstsein einzuführen.
(Bild: gemeinfrei / CC0 )

Nach den am 22. Juli vorgestellten Plänen soll jeder Nutzer, der eine oder mehrere Flugdrohnen mit einem Gewicht von 250 Gramm oder mehr besitzt, künftig seine Geräte amtlich registrieren. Das soll nahc Regierungsverlautbarung "die Rechenschaftspflicht verbessern und Halter dazu ermutigen, verantwortungsvoll zu handeln".

Ebenfalls plane man, einen "Test fürs Sicherheitsbewusstsein" (safety awareness test) für Drohnenbesitzer zu erarbeiten. Dieser soll prüfen, ob Drohnenbesitzer in der Lage sind, verantwortungsvoll mit ihrem Fluggerät hinsichtlich (funktionaler) Sicherheit, Datenschutz und der Privatsphäre von Mitmenschen umzugehen.

Ein Zeitplan dafür, wann diese Pläne umgesetzt werden sollen, steht derzeit noch nicht fest. Auch das "wie" wurde bislang nicht näher festgelegt. Derzeit werden Möglichkeiten wie eine Registrierung via App oder Webseite in Erwägung gezogen.

Schon seit Jahren wird immer wieder auf die Gefahren von Quadcoptern und anderen von Privatbesitzern gesteuerten Flugdrohnen in der Luftfahrt hingewiesen. In England, aber auch in Deutschland häufen sich die Meldungen von Beinahe-Zusammenstößen zwischen Quadcoptern und Linienflugzeugen, die potentiell Menschenleben in Gefahr bringen könnten. Eine Studie des britischen Department for Transport (DfT) hatte jüngst ergeben, dass Drohnen mit einem Gewicht von 400 Gramm oder höher in der Lage sind, bei einem Zusammenstoß die Windschutzscheiben von Helikoptern signifikant zu beschädigen. Die Frontscheiben von Cockpits in Linienflugzeugen sind zwar noch stabiler, doch könnten die Drohnen bei Zusammenstößen gefährliche Schäden an Triebwerken oder an der Hydraulik verursachen. Zudem werden Drohnen im zunehmenden Maß auch beim Schmuggel eingesetzt.

Die angekündigten Pläne ähneln den Regularien zur Drohnenregistrierung, die die amerikanische Luftfahrtbehörde FAA im Dezember 2015 angekündigt hatte. Ein Berufungsgericht hatte diese zum 21.12.2015 ins Leben gerufene Registrierungspflicht allerdings im Mai diesen Jahres vorläufig wieder einkassiert, da diese Regelung mit einem bereits existierenden Präzendenzfall im Konflikt stand, welcher der FAA untersagte, Regeln oder Regulierungen bezüglich von Modellfliegern zu erlassen. Eine Drohnenregistrierung besteht in den USA seither nur noch auf freiwilliger Basis. Es bestehe allerdings noch die Möglichkeit, dass der Kongress in Zukunft ein entsprechendes Gesetz erlässt. In Schweden sind Kameradrohnen seit Herbst 2016 genehmigungspflichtig.

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