ifo Geschäftsklimaindex Griechenlandkrise bremst die deutsche Wirtschaft aus

Redakteur: Margit Kuther

Das Gezerre um Griechenland schwächt die gewerbliche Wirtschaft Deutschlands. Der Geschäftsklimaindex ist im Mai das erste Mal seit Oktober 2011 gefallen.

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Hans-Werner Sinn, Präsident des ifo Instituts: „Der Geschäftsklimaindex im Mai fiel auf 106,3 Punkte.“
Hans-Werner Sinn, Präsident des ifo Instituts: „Der Geschäftsklimaindex im Mai fiel auf 106,3 Punkte.“
(Bild: ifo)

Aktuell befindet sich die Geschäftslage noch immer oberhalb des langfristigen Durchschnitts. Die zukünftige Entwicklung wird von den Unternehmen – abgesehen vom Dienstleistungsgewerbe – jedoch pessimistischer beurteilt.

Die deutsche Wirtschaft steht unter dem Eindruck der in letzter Zeit gestiegenen Unsicherheit im Euroraum, so die Ergebnisse des Münchner Instituts für Wirtschaftsforschung (ifo).

Der ifo-Geschäftsklimaindex ist der wichtigste Frühindikator für die deutsche Wirtschaft. Für den Index werden rund 7000 deutsche Unternehmen nach ihrer Einschätzung der aktuellen Geschäftslage und den Erwartungen für die kommenden sechs Monate befragt. Steigt der ifo-Index drei Monate in Folge, lässt dies einen Konjunkturaufschwung erwarten.

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Und einen Anstieg des Geschäftsklimaindexes verzeichnete das ifo-Institut von Oktober 2011 bis April 2012. Im April 2012 lag der Geschäftsklimaindex bei 109,6 Punkte, im Mai fiel er rapide auf 106,9. Das Geschäftsklima ist ein transformierter Mittelwert aus den Salden der Geschäftslage und der Erwartungen. Zur Berechnung der Indexwerte normiert das ifo-Institut die transformierten Salden jeweils auf den Durchschnitt des Jahres 2005.

Gestiegener Geschäftsklimaindex im Dienstleistungsgewerbe

(Bild: ifo)
Der ifo Geschäftsklimaindikator für das Dienstleistungsgewerbe Deutschlands ist im Mai gestiegen. Im Vergleich zum Vormonat wird die aktuelle Lage deutlich positiver eingeschätzt. Auch bezüglich der Entwicklung in den kommenden sechs Monaten sind die befragten Dienstleister wieder leicht optimistischer. Dies spiegelt sich auch in den Beschäftigungsplänen wider, welche erneut expansiv ausgerichtet sind.

Im verarbeitenden Gewerbe ist der Geschäftsklimaindex stark gesunken

Dies geht insbesondere auf eine deutlich schlechtere Beurteilung der aktuellen Lage zurück. Bezüglich der Entwicklung in den kommenden sechs Monaten halten sich positive und negative Erwartungen in etwa die Waage.

Generell sind die Beschäftigtenpläne erstmals seit Monaten mehrheitlich defensiv ausgerichtet. Für den Export werden allerdings weitere Impulse erwartet.

Das Geschäftsklima hat sich im Einzel- und Großhandel deutlich eingetrübt

(Bild: ifo)

Insbesondere im Einzelhandel ist die aktuelle Lageeinschätzung eingebrochen und die Erwartungen sind wieder mehrheitlich pessimistisch. Im Großhandel ist der Rückgang vergleichsweise gering ausgefallen. Die befragten Großhändler berichten sowohl von einer schlechteren aktuellen Geschäftslage als auch von weniger optimistischeren Erwartungen für die kommenden sechs Monate.

Getrübte Aussichten für die Bauwirtschaft

Auch im Bauhauptgewerbe hat der Geschäftsklimaindex nachgegeben. Während sich die aktuelle Geschäftslage minimal verbesserte, blicken die befragten Baufirmen etwas weniger optimistisch auf die kommende Entwicklung.

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