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Web-Browser Google setzt alte Plugin-Schnittstelle auf die Abschussliste

| Redakteur: Franz Graser

In der aktuellen Version 42 des Chrome-Browsers hat Google die Plugin-Schnittstelle NPAPI standardmäßig deaktiviert. Ab Herbst will der Web-Konzern die Unterstützung für NPAPI einstellen. Die Schnittstelle wird für die Integration von Plugins wie etwa Java-Applets verwendet.

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Googles Ur-Logo für seinen Web-Browser. Für Web-Extensions benutzt Google eine aus den neunziger Jahren stammende Programmierschnittstelle namens NPAPI. Diese API soll jedoch nicht mehr unterstützt werden.
Googles Ur-Logo für seinen Web-Browser. Für Web-Extensions benutzt Google eine aus den neunziger Jahren stammende Programmierschnittstelle namens NPAPI. Diese API soll jedoch nicht mehr unterstützt werden.
(Graik: Google)

Der volle Name „Netscape Plugin API“ verrät Einiges über das Alter der betroffenen Programmierschnittstelle. NPAPI ist ein Überbleibsel der Netscape-Browser aus der Frühzeit des Internet in den neunziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts.

Nach Informationen von Google war NPAPI der erste Standard-Mechanismus, der es ermöglicht, den Funktionsumfang des Browsers zu erweitern. Plugins wie Java-Applets oder Microsofts Silverlight wurden unter anderem über diese Schnittstelle in den Browser eingebettet.

Die Bedeutung der API aus dem Netscape-Zeitalter hat allerdings stark nachgelassen. Laut Erhebungen von Google gibt es nur noch eine Handvoll von Plugins, die NPAPI im Chrome-Browser nutzen. Dazu zählen Silverlight, die Grafik-Engine Unity sowie Java.

Zudem sorgt die nach Web-Maßstäben uralte Komponente für Stabilitätsprobleme des Browsers. Jonathan Schuh, Security Engineer bei Google, schrieb im Chromium-Blog: „Die 90er-Jahre-Architektur von NPAPI ist zu einer zentralen Ursache für Hänger, Abstürze, Sicherheitsprobleme und Code-Komplexität geworden.“

Daher zieht Google nun die Konsequenzen. Wie der US-Onlinedienst Ars Technica berichtet, ist NPAPI in der aktuellen Chrome-Version 42 standardmäßig deaktiviert. Benutzer können die Schnittstelle zwar in den Browser-Einstellungen aktivieren. Das gilt auch für Systemadministratoren.

Im September, so Ars Technica, läuft die Zeit für NPAPI allerdings endgültig ab. Google rät den Plugin- Herstellern deshalb, die Übergangszeit dazu zu nutzen, um alternative Techniken einzusetzen, zum Beispiel die sogenannten Encrypted Media Extensions in Verbindung mit den HTML5-Videofunktionen oder die proprietäre Extension-Plattform des Chrome-Browsers.

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