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Alternative zu Android? Google plant Embedded-Betriebssystem namens Fuchsia

| Redakteur: Franz Graser

Der Suchmaschinengigant Google entwickelt laut einer Meldung des Technik-Blogs Android Police ein Betriebssystem für Kleingeräte wie Thermostate. Anders als bei Android und ChromeOS basiert die Software nicht auf Linux, sondern auf einem selbst entwickelten Kernel namens Magenta.

Das Google-Hauptquartier im kalifornischen Mountain View.
Das Google-Hauptquartier im kalifornischen Mountain View.
(Bild: Google)

Google selbst beschreibt den quelloffenen Magenta-Kernel als Alternative zu Echtzeitbetriebssystemen wie FreeRTOS und ThreadX. Ähnlich wie die beiden genannten Systeme soll Magenta für Geräte mit beschränktem Hauptspeicher, einer begrenzten Anzahl von Peripheriegeräten sowie einer beschränkten Anzahl von Tasks geeignet sein. Für solche Devices ist Android in Teilen zu umfangreich bemessen.

Anders als typische Echtzeitsysteme nimmt der Magenta-Kernel aber auch Geräte wie Smartphones oder sogar Personal Computer in den Fokus. Der Kernel soll über einen erstklassigen User-Mode-Support verfügen – eine Voraussetzung für die Einrichtung von Benutzerkonten – sowie ein Cabability-basiertes Sicherheitsmodell unterstützen. Das bedeutet, dass Anwender die Berechtigungen einer Applikation auch zur Laufzeit beschränken können, wie es in Android seit der Version 6.0 der Fall ist.

Neben dem Magenta-Kernel setzt Google das Framework Flutter für die Benutzeroberfläche ein. Als wichtigste Programmiersprache wird das von Google selbst entwickelte Dart benutzt. Dart hat in gewissem Sinne einen Janus-Charakter, da es ähnlich wie Javascript als Skriptsprache im Browser ausgeführt werden kann, aber auch wie Java in einer virtuellen Maschine laufen kann.

Das Fuchsia-OS unterstützt ARM-Prozessoren der 32- und 64-Bit-Klasse. In absehbarer Zeit soll es auf dem Raspberry Pi 3 verfügbar sein, wie der Google-Mitarbeiter Travis Geiselbrecht bestätigte..

Noch ist nicht klar, wie Google das Fuchsia-Betriebssystem kommerziell einsetzen will. Eine offensichtliche Anwendung wären mit dem IoT verbundene Smart-Home-Geräte wie etwa Thermostate oder intelligente Zähler. da das System aber auch hochskaliert und auf Smartphones oder PCs zielen könnte, wäre auch eine vereinheitlichte Betriebssytemplattform denkbar, die vom intelligenten Kleingerät bis zum PC praktisch alle Geräteklassen betreiben könnte. Android Police schließt auch die Möglichkeit nicht aus, dass es sich einfach um ein ergebnisoffenes Experiment des Suchmaschinengiganten handeln könnte.

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