US-Marktstart Ende 2017 Google-Gründer finanziert Oktokopter-Start-up

Autor / Redakteur: dpa/jr / Jens Rehberg

Larry Page reichen Roboterwagen nicht. Der 43-Jährige investiert privat offenbar massiv in die Entwicklung Personen tragender Multicopter. Ein erstes offizielles Video zeigt die ungewöhnliche Flugschau.

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Der personal amphibious Multicopter„Flyer V1“ von Kitty Hawk.
Der personal amphibious Multicopter„Flyer V1“ von Kitty Hawk.
(Bild: Kitty Hawk)

Google-Mitgründer Larry Page hat bestätigt, dass er die Entwicklung kleiner Fluggeräte finanziert. Das von Page unterstützte Start-up Kitty Hawk demonstrierte jetzt der „New York Times“ einen Prototypen bei einem Testflug in Kalifornien. Der „Flyer V“ ist ein so genannter Oktokopter – also ein Fluggerät mit acht Rotoren – der einen Menschen auf dem Sitz in der Mitte tragen kann. Da das rund 100 Kilogramm schwere Fluggerät zur Sicherheit über einem See getestet wird, hat es statt Rädern Schwimmer – ähnlich wie bei einem Wasserflugzeug. Das Gerät gilt offiziell als Ultraleichtflugzeug der Kategorie 103 der US-Luftfahrtregelung – damit stellt es in den Vereinigten Staaten ein Fahrzeug und kein Fluggerät dar und erfordert folglich keinerlei Pilotenlizenz.

Einen ersten Bericht, Page unterstütze aus eigener Tasche die Entwicklung „fliegender Autos“, hatte es im Juni vergangenen Jahres gegeben. Der 43-Jährige habe seit 2010 mehr als 100 Millionen Dollar in die Firma Zee Aero gesteckt, die an kleinen Fluggeräten arbeite, schrieb damals das Magazin „Bloomberg Businessweek“. Jetzt wurde bekannt, dass Zee Aero ein Teil von Kitty Hawk ist und an mehreren verschiedenen Prototypen arbeite. Eine führende Rolle in dem Projekt spielt auch der Chefentwickler der ersten Google-Roboterautos, der aus Deutschland stammende Sebastian Thrun.

Ein erstes serienreifes Produkt will Kitty Hawk zum Jahresende in den USA auf den Markt bringen. Preise wurden noch keine kommuniziert.

Oktocopter gelten als geeignet für den Personentransport, weil anders als zum Beispiel bei einem Quadrocopter mit vier Motoren der Totalausfall eines Rotors problemlos ausgeglichen werden kann, ohne dass das Fluggerät unmittelbar instabil wird und abstürzt. Allerdings ist der Schwebeflug an sich schon energetisch gesehen sehr ungünstig. Dazu kommt die Vielzahl an extrem schnell drehenden Rotoren bei einem Oktokopter, so dass bei den heute einsetzbaren Akkus vermutlich nur kurze Flugzeiten möglich sind.

Larry Page ist nicht allein mit der Idee, die heutigen Verkehrsprobleme vor allem in Großstädten mit Hilfe von Fluggeräten zu lösen. Auch der Flugzeugbauer Airbus entwickelt kleine Luftfahrzeuge, die senkrecht starten und landen können. Aus der Slowakei kommt das fliegende Auto Aeromobil. Und der chinesische Hersteller Ehang stellte bereits vor über einem Jahr eine Art „Drohnen-Taxi“ vor, das rund eine halbe Stunde autonom in der Luft sein soll.

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