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Einheitliche IoT-Plattform Google ändert seine Smart-Home-Strategie und schluckt Nest-Entwicklerteam

| Redakteur: Franz Graser

Der Suchmaschinenkönig und die neu gegründete Holding Alphabet sind mit den Fortschritten bei der Smart-Home-Company Nest offenbar unzufrieden. Darauf deutet ein Bericht hin, wonach die Softwareentwickler von Nest nun zu Google hinüberwandern.

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Der intelligente Thermostat von Nest. Nach Medienberichten konzentriert Google die Entwicklungsaktivitäten im Smart-Home-Bereich zunehmend bei sich selbst.
Der intelligente Thermostat von Nest. Nach Medienberichten konzentriert Google die Entwicklungsaktivitäten im Smart-Home-Bereich zunehmend bei sich selbst.
(Bild: Nest)

Wie das Wirtschaftsmagazin Fortune meldet, steht Nest, der vor zwei Jahren von Google übernommene Hersteller von intelligenten Thermostaten und Rauchmeldern, vor einer erneuten Restrukturierung. Das gesamte Software-Entwicklerteam von Nest wandert hinüber zu Google, wo sie an einer vereinigten IoT-Plattform arbeiten sollen.

Die Leitung des vereinigten Teams übernimmt Hiroshi Lockheimer. Der für Android zuständige Senior Vice President bei Google hatte erst vor kurzem einen erweiterten Verantwortungsbereich bekommen, der nun auch sogenannte „Living Room Products“ umfasst.

Eines dieser Produkte soll Google Home sein, ein intelligenter Drahtlos-Lautsprecher, der ähnlich wie das Konkurrenzprodukt Amazon Echo ein sprachgesteuertes Interface zu Smart-Home-Produkten bereitstellt.

Der US-Onlinedienst Ars Technica interpretiert den Schritt von Google als Kehrtwende in der Smart-Home-Strategie von Google/Alphabet. Die Holding Alphabet, die sowohl Mutter von Google als auch von Nest ist, war ja nicht zuletzt deshalb eingeführt worden, um den unterschiedlichen Tech-Unternehmen größtmögliche Unabhängigkeit zuzusichern.

Ars-Technica-Reporter Ron Amadeo vermutet, dass diese Strategie zunehmend ad acta gelegt wird (wenn sie denn jemals ernsthaft verfolgt wurde) und Google die Entwicklungsaktivitäten in Sachen IoT und Smart Home bei sich konzentrieren will. Damit werden aber auch Fragen virulent wie zum Beispiel, was mit den Daten geschieht, die von Nest-Geräten gesammelt werden. Denn wenn Google die Entwicklungstätigkeit der Plattform an sich zieht,dürfte das Suchmaschinenunternehmen auch die Oberhand über die Daten haben.

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