Globalfoundries verkauft ASIC-Geschäft an Marvell

| Redakteur: Sebastian Gerstl

Der operative Hauptsitz der Marvell Technology Group in Santa Clara, Kalifornien. Das Unternehmen übernimmt von Foundry-Spezialisten Globalfoundries mit Avera das ausgegliederte ASIC-Geschäft. Ziel ist die Stärkung von Marvells 5G- und Netzwerk-Porfolio.
Der operative Hauptsitz der Marvell Technology Group in Santa Clara, Kalifornien. Das Unternehmen übernimmt von Foundry-Spezialisten Globalfoundries mit Avera das ausgegliederte ASIC-Geschäft. Ziel ist die Stärkung von Marvells 5G- und Netzwerk-Porfolio. (Bild: Marvell Santa Clara May 2011 / King of Hearts / CC BY 3.0)

Globalfoundries macht einen weiteren Schritt weg vom allgemeinen Halbleiterproduzenten hin zu einem Spezialfertiger: Das Unternehmen verkauft sein ASIC-Geschäft Avera an Marvell Semiconductor. Der Kaufpreis soll bei 740 Millionen US-$ liegen.

Globalfoundries durchläuft derzeit eine Umstrukturierung weg von einer hochmodernen Chipfabrik hin zu einem Anbieter von Spezialverfahren. Erst im vergangenen April hatte das Unternehmen seine 300-mm-Wafer-Fab in East Fishkill, New York für 430 Millionen US-$ an On Semiconductor verkauft. Zuvor hatte sich Globalfoundries bereits von seiner 200-mm-Wafer-Anlage in Singapur getrennt. Nun ist der dritte und – wenigstens vorläufig – letzte größere Verkauf eines Teilgeschäfts erfolgt: Globalfoundries hat angekündigt, sein ASIC-Geschäft für bis zu 740 Millionen US-Dollar an Marvell Semiconductor zu verkaufen.

Akquise zur Stärkung des 5G- und Netzwerk-Geschäfts bei Marvell

Marvell verspricht sich durch die Übernahme des Avera Semi genannten Geschäftszweigs eine Verbesserung bei seiner Produktion von 5G-Basisstationen und als Chiplieferant für kabelgebundene wie auch kabellose Netzwerk-Infrastruktur. „Marvell wird seinen Kunden nun eine beispiellose Bandbreite an Standard-, Semi-Custom- und Full-ASIC-Funktionen unter einem Dach anbieten“, sagte Matt Murphy, CEO von Marvell, in einer Telefonkonferenz mit Marktanalysten.

Avera war ursprünglich ein Teilbereich des Mikroelektronik-Geschäfts von IBM. Ähnlich wie die 300-mm-Fab in East Fishkill hatte Globalfoundries das ASIC-Geschäft erst 2014 selbst übernommen. Avera Semi ist insbesondere als Fertiger von Analog-, Mixed-Signal- und SoC-Bausteinen bekannt. Darüber hinaus verfügt das Unternehmen über ein IP-Portfolio, das Hochgeschwindigkeitsservices, leistungsstarken eingebetteten Speicher und fortschrittliches Packaging umfasst.

Vorerst letzter Globalfoundries-Verkauf als Teil der Umstrukturierung

Globalfoundries hatte im August 2018 angekündigt, die Entwicklung von hochmodernen Halbleitern in Prozessgrößen von 7nm vorerst einzustellen. Auch die Pläne für geringere Strukturgrößen wurden auf Eis gelegt.

Die ASIC-Gruppe wurde zum selben Zeitpunkt als Avera Semi ausgegliedert. Grund war, für das ASIC-Geschäft mit dem Foundry-Spezialisten TSMC für Produkte auf 7-nm-Basis zusammenarbeiten zu können.

Gemäß den Vertragsbedingungen wird Marvell an Globalfoundries bei Vertragsabschluss 650 Millionen US-Dollar in bar sowie weitere 90 Millionen US-Dollar in bar zahlen, wenn bestimmte Geschäftsbedingungen innerhalb der nächsten 15 Monate erfüllt sind. Die Transaktion wird voraussichtlich bis zum Ende des Geschäftsjahres 2020 abgeschlossen sein.

Der Verkauf von Avera ist der dritte größere Verkauf eines Teilbereichs von Globalfoundries seit Januar diesen Jahres. Zeitgleich ist es die zweite größere Akquise, die Marvell allein in diesem Monat getätigt hat: Am 6. Mai 2019 hatte Marvell, den Automotive-Ethernet-Spezialiten Aquantia für 452 Millionen US-$ zu übernehmen.

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