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Globalfoundries verkauft 300-mm-Wafer-Fab an On Semiconductor

| Redakteur: Sebastian Gerstl

Globalfoundries hat angekündigt Fab 10, eine 300-mm-Waferfertigungsstätte in East Fishkill, New York, für 430 Millionen US-$ an ON Semiconductor zu verkaufen. Globalfoundries hatte das Werk erst 2015 von IBM übernommen.

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2015 hatte Globalfoundries die 300-nm-Wafer-Anlage in East fishkill von IBM übernommen. Nun wird Fab 10 für 430 Millionen US-$ an ON Semiconductor verkauft.
2015 hatte Globalfoundries die 300-nm-Wafer-Anlage in East fishkill von IBM übernommen. Nun wird Fab 10 für 430 Millionen US-$ an ON Semiconductor verkauft.
(Bild: IBM (Archiv) )

Im Rahmen seiner laufenden Firmenumstrukturierung hin zu einer Foundry für Spezial-Chips hat Globalfroundries seine Fab 10 an ON Semiconductor verkauft. An dem Standort sind etwa 1300 Mitarbeiter beschäftigt, die On Semiconductor voraussichtlich vollzählig übernehmen wird. Die Anlage produziert 300-mm-Wafer und ist auf Halbleiter-Strukturgrößen zwischen 90 und 22 Nanometer ausgelegt. Die Akquisition sowie der Umstieg alter Fab 10 Kunden sollen bis zum Jahr 2022 abgeschlossen sein. Der Kaufpreis soll bei 430 Millionen US-$ liegen. Der Standort war früher eine Fertigungsstätte von IBM.

Für ON Semiconductor die erste hauseigene 300-mm-Wafer-Anlage

„Wir freuen uns, die Mannschaft der Globalfoundries Fab 10 im Team von ON Semiconductor begrüßen zu dürfen. Die Übernahme der 300-mm East Fishkill Fab ist ein weiterer wichtiger Schritt in Richtung Marktführerschaft bei Leistungs- und Analoghalbleitern", sagte Keith Jackson, President und Chief Executive Officer von ON Semiconductor. „Die Übernahme fügt in den nächsten Jahren zusätzliche Kapazitäten hinzu, um das Wachstum unserer Strom- und Analogprodukte zu unterstützen, ermöglicht eine höhere Fertigungseffizienz und beschleunigt den Fortschritt auf dem Weg zu unserem angestrebten Finanzmodell."

On Semiconductor erwirbt mit dem Kauf seine erste eigene 300-mm-Anlage. Darüber hinaus erhält das Unternehmen direkten Zugang zu den 45-Nanomenter- und 65-Nanometer-Prozessen von Globalfoundries. Die erste Produktion von 300-mm-Wafern für ON Semiconductor soll bereits 2020 beginnen.

Einstiger Vorreiter kann im Produktionsumfang nicht mehr mithalten

Bei ihrer Inbetriebnahme war die East Fishkill-Fabrik eine der ersten 300-mm-Wafer-Anlagen weltweit und stand in Diensten von IBM. Die Fab ist in der Lage, bis zu 12.000 Wafer pro Monat zu produzieren, was angesichts der Gigafabs, wie etwa TSMC sie betreibt, nur ein relativ kleiner Umfang ist. Erst 2015 hatte Globalfoundries die Anlage im Rahmen eines umfangreichen Deals mit IBM übernommen. Ursprünglich auf 90-nm-Prozesse ausgelegt, produziert Fab 10 aktuell einen speziellen 14nm-Prozess mit Silicon-on-Insulator für Embedded DRAM zur Herstellung von IBMs POWER-Prozessoren. Außerdem werden 45-nm- und 32-nm-Knoten für ASIC-Kunden, ein neuer Prozess für Silizium-Photonik-Komponenten und zwei Spezialprozesse für RF-Chips - 45RFSOI und 8SW - betrieben.

Im August 2018 hatte Globalfoundries angekündigt, seine Pläne zur Fertigung von Halbleitern in Strukturgrößen von 7 Nanometer oder kleiner auf unbestimmte Zeit auszusetzen. Der Verkauf von Fab 10 in den USA ist der zweite Standort, von dem sich das Unternehmen im Zuge der Umstrukturierungspläne trennte. Im Januar diesen Jahres hatte Globalfoundries seine 200 mm Fab 3E in Singapur für 236 Millionen US-$ Dollar an die Vanguard International Semiconductor Corporation (VIS) aus Taiwan verkauft. Ein dritter und vorläufig abschließender Verkauf einer weiteren Fertigungsstätte steht laut Marktbeobachtern ebenfalls kurz vor dem Abschluss.

Globalfoundries konsolidiert demnach sein Geschäft künftig in drei großen 300-mm-Anlagen: der Fab 1 in Dresden, der Fab 7 in Singapur und der Fab 8 in Malta, New York. Sowohl die Standorte in Dresden als auch im amerikanischen Malta verfügen noch über Ausbaukapazitäten: Dresden sei derzeit nur zur Hälfte ausgeschöpft, und nach der Aufgabe der 7-nm-Prozesspläne bleiben in Malta aktuell noch 40% der Werksfläche ungenutzt. Das Unternehmen erwartet für dieses Jahr einen Free Cash Flow von rund 600 Millionen US-$ bei einem Umsatz von rund 6 Milliarden US-$, nachdem geschätzte 1,4 Milliarden US-$ in Investitionen sowie Forschung und Entwicklung investiert wurden.

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