Globalfoundries reicht Klage gegen TSMC ein

| Redakteur: Julia Schmidt

Globalfoundries will mit mehreren Klagen in den USA und Deutschland erwirken, dass keine Halbleiter von TSMC mehr nach DTL und in die USA importiert werden. Außerdem verlangt Globalfoundries Schadenersatz wegen zahlreicher Patentverletzungen.
Globalfoundries will mit mehreren Klagen in den USA und Deutschland erwirken, dass keine Halbleiter von TSMC mehr nach DTL und in die USA importiert werden. Außerdem verlangt Globalfoundries Schadenersatz wegen zahlreicher Patentverletzungen. (Bild: Taiwan Semiconductor Manufacturing Co., Ltd.)

Globalfoundries hat in Deutschland und den USA Klage gegen TSMC wegen weitreichender Patentverletzungen eingereicht. Man will damit einen Importstopp der betroffenen Halbleiter erwirken.

Globalfoundries (GF) hat am Montag, den 26. August, mehrere Klagen in den USA und in Deutschland eingereicht. Die Taiwan Semiconductor Manufacturing Company (TSMC) soll mit bei von ihr verwendeten Halbleiterherstellungstechnologien gegen 16 Patente von GF verstoßen. Die Klagen wurden laut offizieller Mitteilung bei der US International Trade Commission (ITC), den US-Bundesbezirksgerichten in Delaware und im Western District of Texas, sowie den Landgerichten Düsseldorf und Mannheim in Deutschland eingereicht.

Mit der Klage möchte GF verhindern, dass weiterhin Halbleiter, die von TSMC mit Hilfe der verletzten Patente gefertigt wurden, in die USA und nach Deutschland importiert werden. Dazu zählen 7nm-, 10nm-, 12nm-, 16nm- und 28nm- Halbleiter des taiwanesischen Herstellers. GF selbst hatte im August 2018 bereits die Weiterentwicklung der Fertigungsprozesse von 7nm-FinFET-Halbleiter ausgesetzt. Man wollte sich auf 14nm- und 12nm-Verfahren konzentrieren.

Alles was Rang und Namen hat

Im Zusammenhang mit der Klage benennt GF Hauptkunden und nachgeschaltete Elektronikunternehmen von TSMC, die Importeure dieser Halbleiter sind und von der Klage unmittelbar betroffen. Dazu zählen die Fabless-Chip-Entwickler Apple, Broadcom, Mediatek, nVidia, Qualcomm und Xilinx. Die Distributoren Avnet/EBV, Digi-Key und Mouser sowie die Hersteller Arista, ASUS, BLU, Cisco, Google, HiSense, Lenovo, Motorola, TCL und OnePlus.

GF verlangt von TSMC auch Schadenersatz, der auf der rechtswidrigen Verwendung der Patente und dem damit erzielten Umsatz in Höhe von mehreren zehn Milliarden US-Dollar Umsatz beruht. „Während sich die Halbleiterherstellung weiter nach Asien verlagert hat, hat GF gegen den Trend massiv in die amerikanische und europäische Halbleiterindustrie investiert und im letzten Jahrzehnt mehr als 15 Milliarden US-$ in den USA und mehr als 6 Milliarden US-$ in die größte europäische Halbleiterherstellung investiert. Diese Klagen zielen darauf ab, diese Investitionen und die Innovationen in den USA und in Europa zu schützen“, sagte Gregg Bartlett, Senior Vice President für Technik und Technologie bei GF.

Eine komplette Auflistung der betroffenen Patente finden Interessierte im von GF veröffentlichten Factsheet.

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