Normung Globaler Marktzugang für Steckverbinder

Autor / Redakteur: Dirk R.F. Müller und Kaspars Kalinkevics * / Kristin Rinortner

Die Welt der Zulassungen für Steckverbinder kann durch länder- und produktspezifische Bestimmungen sehr kompliziert sein. Ein kleiner Einblick in den weltweiten Zulassungsdschungel.

Firmen zum Thema

Ul-Zertifizierung: Hersteller sollten bereits zu Anfang der Entwicklung wissen, in welche Länder die Produkte exportiert werden sollen.
Ul-Zertifizierung: Hersteller sollten bereits zu Anfang der Entwicklung wissen, in welche Länder die Produkte exportiert werden sollen.
(Bild: © bluedesign - Fotolia)

Das rasche Wachstum des Weltmarktes stellt Unternehmen vor neue Herausforderungen, von der Rückverfolgbarkeit bis hin zum Marktzugang. Die Hersteller und Einzelhändler lernen, mit regulatorischen, handelsbezogenen und Compliance-Anforderungen umzugehen.

Die Welt der Zulassungen für Steckverbinder kann durch länder- und produktspezifische Bestimmungen sehr kompliziert sein. Häufige Änderungen und Ergänzungen der Anforderungen verursacht noch größere Komplexität. Mit diesen Bestimmungen soll gewährleistet werden, dass das Produkt sicher ist und andere Geräte nicht stört.

Zulassungen für Steckverbinder in Nordamerika und in einigen Lateinamerikanischen Ländern basieren auf UL-Normen (Underwriter Laboratories), für den Rest der Welt sind Grundlage der Zulassungen IEC-Normen. Durch die Zusammenarbeit mit Herstellern und Einzel-händlern versucht UL die Komplexität der Lieferkette zu verringern.

Wissenswertes zu den IEC-Normen

Die IEC-Normen werden von der Internationalen Elektrotechnischen Kommission (IEC) ausgearbeitet und veröffentlicht. IEC hat seinen Hauptsitz in Genf, Schweiz. IEC-Normen werden in einem Konsensusverfahren von Experten aus den teilnehmenden Ländern entwickelt. IEC-Normen werden oft als Grundlage verwendet, um technische Anforderungen global in IEC-Mitglieds- und Drittländern zu harmonisieren.

Obwohl IEC-Normen eine entscheidende Rolle bei der Entwicklung des Welthandels spielen, haben viele Länder häufig nationale Unterschiede zu IEC-Anforderungen. In der Regel werden diese auf Infrastrukturunterschiede oder klimatische Bedingungen angepasst.

Die relevanten Normen für Steckverbinder sind:

  • IEC 61984: Steckverbinder,
  • IEC 60884 und 60906: Stecker und Steckdosen für den Hausverbrauch und ähnliche Zwecke,
  • IEC 60998: Verbindungsmaterial für Niederspannungs-Stromkreise für Haushalt und ähnliche Zwecke,
  • IEC 60947-7: Niederspannungsschaltgeräte: Hilfseinrichtungen – Reihenklemmen für Kupferleiter,
  • IEC 60999: Verbindungsmaterial – Elektrische Kupferleiter – Sicherheitsanforderungen für Schraubklemmstellen und schraubenlose Klemmstellen,
  • IEC 61296: Stecker, Steckdosen, Fahrzeugsteckvorrichtungen und Fahrzeugstecker – Ladung von Elektrofahrzeugen,
  • IEC 60309: Stecker, Steckdosen und Kupplungen für industrielle Anwendungen,
  • CB-Programm des IECEE.

Das CB-Programm des IECEE (Internationales Elektrotechnisches Komitee für normengerechte Konformitätsprüfung) ist das erste internationale System für die gegenseitige Anerkennung von Prüfberichten und Zertifikaten zur Sicherheit von elektrischen Produkten. Zwischen den teilnehmenden Ländern und Zertifizierungsorganisationen besteht eine multilaterale Vereinbarung, die auf der Verwendung der internationalen IEC-Normen zur Vereinfachung des internationalen Handels basiert.

Derzeit gehören dem Netzwerk des CB-Programms 65 Zertifizierungsorgane und mehr als 300 angeschlossene Prüflabore aus mehr als 52 Ländern in Europa, Amerika, Asien, Australien und Afrika an. CB-Zertifikate werden fast überall auf der Welt anerkannt, selbst in Ländern, die nicht Mitglieder des Programms sind.

Artikelfiles und Artikellinks

(ID:43826437)