Stromversorgungen im Visier Gleicht ein Ei dem anderen?

Autor / Redakteur: Andreas Hanausek * / Margit Kuther

Externe Stromversorgungen sind Massenartikel und sollen nicht viel kosten. Billigimporte erfüllen zwar diese Forderung, nicht aber die Sicherheitsanforderungen von Industriekunden.

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Ei ist nicht gleich Ei: Genau so verhält es sich mit externen Stromversorgungen.
Ei ist nicht gleich Ei: Genau so verhält es sich mit externen Stromversorgungen.
(Bild: © tankist276 - Fotolia)

Milliarden von externen Netzteilen – die Mehrheit davon mit einem USB-Stecker versehen – werden direkt aus China zu Schleuderpreisen importiert.

105-°C-Elektrolytkondensatoren findet man dabei ebenso schwer wie Lebensdauern jenseits von einem Jahr; desweiteren industrietaugliche Lösungen für harte Umgebungsbedingungen, Schutz gegen Wassereintritt oder Zulassungen, die ein akkreditiertes Testlabor durchgeführt hat und nicht der Hersteller selbst.

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Wer haftet bei Schäden von Billigimporten

Doch genau das ist für viele europäische Unternehmen ein erhebliches Problem. Wer aber haftet, wenn von einem solchen Billigimport ein Schaden verursacht wird oder gar Menschen zu Schaden kommen? Innerhalb der Europäischen Union müsste der Importeur oder derjenige, der das Gerät in den Verkehr gebracht hat (Produkthaftungsgesetz) für einen eventuellen Schaden aufkommen.

Einem großen Anteil der Billigstprodukte wurde durch die Einführung der ErP-Durchführungsverordnung (Energy Reduction Program – ErP 2009/ 125/EC**) bereits der Garaus gemacht. Die darin vorgegebenen verschärften Anforderungen, nicht nur betreffend der Leerlaufverluste, sondern auch an den gesamten Wirkungsgrad der Stromversorgung (hier gilt auch der Leistungsverlust an der Ausgangsleitung), führten jedoch zu einer kaum beabsichtigten Folgeerscheinung.

Da es keine Möglichkeit gab, preisgünstig und entsprechend den ErP-Vorgaben, die Standardlängen von 1850 mm aufrecht zu erhalten, wurden kürzere (1300 – 1500 mm) Leitungen an die Stromversorgung angeschlagen.

Natürlich machte es die kryptische AWG-Bezeichnung (American Wire Gauge) schwer, auf den ersten Blick festzustellen, dass das Kabel einfach nur kürzer gemacht wurde, der Querschnitt aber gleich blieb, anstatt eine Leitung mit höherer Güte zu verwenden. Schlussendlich ist eine Stromversorgung ja nur ein ergänzendes Bauteil und kann einfach getauscht werden, oder?

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