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Angemerkt Gibt es nachhaltige Alternativen zu erneuerbaren Energien?

| Autor: Thomas Kuther

Es ist schon faszinierend, wie selbstverständlich allerorten über erneuerbare Energien diskutiert wird – und jeder meint zu wissen, wovon er redet. Weiß er das aber wirklich?

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Thomas Kuther, Redakteur ELEKTRONIKPRAXIS: „Wer im Zusammenhang mit Energie von erneuerbar, regenerativ oder alternativ spricht, meint eigentlich nachhaltig“
Thomas Kuther, Redakteur ELEKTRONIKPRAXIS: „Wer im Zusammenhang mit Energie von erneuerbar, regenerativ oder alternativ spricht, meint eigentlich nachhaltig“
(Bild: ELEKTRONIKPRAXIS)

Gemeint sind nachhaltig zur Verfügung stehende Energieressourcen wie Wasserkraft, Windenergie, Sonnenenergie, Erdwärme und die Gezeiten sowie aus nachwachsenden Rohstoffen gewonnene Biomasse.

Klar: Nachwachsende Rohstoffe wie Holz oder Raps „erneuern“ sich ständig und damit sind Bioethanol, Biodiesel oder Holzpellets zweifellos regenerative Energieträger.

Was aber bitte soll an Sonne, Wind und Wasser erneuerbar sein? Da hilft auch Udo Jürgens' Lied „Immer, immer wieder geht die Sonne auf ...“ nicht weiter, das zwar vermuten lässt, dass die Sonne ständig regeneriert wird - wissenschaftlich ist diese These allerdings nicht haltbar. Denn wir wissen, dass im Kern dieses riesigen Fusionsreaktors mit einer Gesamtleistung von 3,7 . 1026 Watt in jeder Sekunde 564 Millionen Tonnen Wasserstoff zu 560 Millionen Tonnen Helium verschmelzen. Die Masse der Sonne nimmt also pro Sekunde um 4,3 Millionen Tonnen ab. Damit wird in spätestens fünf Milliarden Jahren die Kernfusion zum Erliegen kommen – die Sonne ist dann ausgebrannt ... und nicht erneuerbar.

Aber auch „alternativ“ ist keine Alternative: Da die Energiequellen Sonne, Wind und Wasser bereits seit Menschengedenken genutzt werden, handelt es sich um herkömmliche Energien - und damit sind sie alles andere als alternativ. Eine echte Alternative zu diesen konventionellen Energieformen wäre im strengen Wortsinn eben eine andere, beispielsweise die Kernenergie – aber das will erst recht niemand hören!

Deshalb mein Vorschlag zur Güte: sagen wir doch einfach nachhaltig. Denn, nachhaltig – so die Definition – ist die Nutzung unseres Ökosystems dann, wenn es dabei in seinen wesentlichen Eigenschaften erhalten bleibt.

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