Millennial Survey 2015 Generation Y strebt weniger in Führungspositionen

Redakteur: Martina Hafner

Nur wenige Generation-Y-Frauen sehen sich in Führungspositionen. Generell strebt der Nachwuchs nicht mehr so stark die Führungsebene an. Dafür legt er viel Wert auf gesellschaftliches Engagement in der Wirtschaft - und fühl sich von ihrem Unternehmen unterschätzt

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46 Prozent der jungen Männer, aber nur 29 Prozent der Frauen in Deutschland haben eine Top-Position zum Ziel.
46 Prozent der jungen Männer, aber nur 29 Prozent der Frauen in Deutschland haben eine Top-Position zum Ziel.
(Foto: Clipdealer)

Der Deloitte Millennial Survey 2015 zeigt, dass es in Deutschland nur wenige Generation-Y-Frauen gibt, die sich in Führungspositionen sehen. Lediglich 29 Prozent der weiblichen Befragten wünschen sich eine leitende Position, bei den Männern sind es 46 Prozent. Deutschland nimmt damit im internationalen Vergleich einen der letzten Plätze ein.

Insgesamt ist der deutsche Nachwuchs vergleichsweis zurückhaltend, hier wollen lediglich 37 Prozent in die Führungsetagen. Hingegen wollen 65 Prozent der jungen Generation in den Emerging Markets eine Führungsposition erreichen - dies ist der weltweit höchste Wert.

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Gleichzeitig fühlen sich viele Millenials von ihrem Unternehmen unterschätzt: Nur 22 Prozent in Deutschland denken, dass ihre Fähigkeiten ausgeschöpft werden. Soft Skills zählen Millennials zu ihren Stärken, bei Fachwissen wie Sales und Marketing sowie IT besteht Ausbaupotenzial. Ihre Hochschul- oder Berufsausbildung hilft nur 40 Prozent der Befragten bei ihrer Tätigkeit.

"Junge Talente sind bereit, Verantwortung zu übernehmen, wenn Unternehmen ihnen dies ermöglichen. Unternehmen sollten daher beim Nachwuchs und bei bestehenden Mitarbeitern die Wertevermittlung in den Vordergrund stellen, ihre Position als Meinungsführer bei sozialen Themen stärken und Gestaltungsraum für junge Talente bieten. Dies wird dazu führen, dass die Bereitschaft der Generation Y steigt, eine Führungsposition anzustreben", kommentiert Nicolai Andersen, Partner und Leiter Innovation bei Deloitte.

Die Mehrheit (Deutschland 62%, weltweit 75%) der Befragten kritisiert das profitgetriebene Wirtschaften von Unternehmen. Deren gesellschaftliche Wichtigkeit wird hoch eingeschätzt: 43 Prozent der Deutschen denken, dass Unternehmen soziale Themen stärker beeinflussen als die Regierung. Das Verhalten von Firmen bewertet ein Großteil (Deutschland 39%, weltweit 53%) sogar als ethisches Statement und fordert von Führungskräften Mithilfe bei der Verbesserung der Gesellschaft.

Unternehmen aus der Telekommunikations- und Medien-(TMT-)Branche sowie der öffentliche Sektor sind deutschlandweit am beliebtesten: 32 Prozent würden hier gerne arbeiten. Es folgen Beratungs- und Anwaltsfirmen, die Medizin- und Gesundheitsbranche sowie Unternehmen, die Konsumprodukte herstellen. Am unbeliebtesten sind der Einzelhandel und die Transportbranche (17%/15%).

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