Signify Geld verdienen mit der vernetzten Leuchte

Redakteur: Dipl.-Ing. (FH) Hendrik Härter

Gutes Endkundengeschäft, aber schlechte Zahlen im professionellen Beleuchtungsmarkt im Corona-Jahr 2020. Wachsen will Signify jetzt vor allem mit vernetzten Leuchten.

Firmen zum Thema

Wachstumsmarkt Smart City: Ob Bürogebäude, Wohnungen oder Straßenbeleuchtung. In Zukunft sind die Leuchten untereinander vernetzt.
Wachstumsmarkt Smart City: Ob Bürogebäude, Wohnungen oder Straßenbeleuchtung. In Zukunft sind die Leuchten untereinander vernetzt.
(Bild: Jan Vašek / Pixabay )

Einmal im Jahr präsentiert der Licht- und Leuchtenkonzern Signify seine Ergebnisse aus dem abgelaufenen Geschäftsjahr und blickt auf die kommenden Wochen und Monate. Interessant ist vor allem der technische Blick: Was hat Signify geplant?

Zuerst ein Blick auf die Geschäftszahlen. Diese präsentierte Roger Karner, Geschäftsführer von Signify in Deutschland, Österreich und der Schweiz, in der virtuellen Pressekonferenz. Das Geschäft mit den Leuchten und Lampen ist bei Signify im Jahr 2020 unterschiedlich ausgefallen. Während der Endkundenmarkt in Zeiten von Corona ein gutes Wachstum hingelegt hatte, so ist der professionelle Beleuchtungsmarkt stärker von einem Umsatzrückgang betroffen. Nach Ansicht von Karner „wird der Lichtmarkt sich erst wieder im Jahr 2023 von den Pandemiefolgen erholt haben“. Hier kommt Signify zugute, dass man sowohl Leuchtmittel als auch Leuchten selbst anbietet. Karner weist hier auf einen Fakt hin: In beiden Märkten steigt die Anzahl der vernetzten Produkte. Bei den Leuchtmitteln auf 12% und bei den Leuchten sogar auf 27%.

Das sind gute Zahlen für Signify: Der Lichtmarkt im Jahr 2021 wird maßgeblich getrieben von zwei wesentlichen Entwicklungen. Das sind zum einen die fortschreitende Digitalisierung und die Konnektivität, sprich mit dem vernetzten Licht. Auf der anderen Seite sind es die weniger werdenden Ressourcen: energieeffizientes Licht und nachhaltige Anwendungen.

Vernetzte Beleuchtung

Bei den 2020 weltweit verkauften Leuchtprodukten handelte es sich laut Signify mit 80% um LED-Leuchten und -Leuchtmittel im Vergleich zu 20% zu konventionellen Leuchten und Leuchtmittel. Die Anzahl der verbundenen (vernetzten) Lichtpunkte stieg von 9 Mio. im Jahr 2013 auf 77 Mio. verbundenen Lichtpunkten im Jahr 2020.

Die vernetzten Leuchtmittel und Leuchten hat Signify unter dem Brand Interact zusammengefasst. Darunter fallen Systeme für Städte und Kommunen, Verkauf, Sport, Büro aber auch Industrie und Hotel. Die beiden letzteren sind wiederum unter Interact Pro zusammengefasst.

Offene Schnittstellen und IT-Sicherheit

Der Anteil von LED-Leuchtmitteln und der Anstieg der vernetzten Leuchten im Vergleich.
Der Anteil von LED-Leuchtmitteln und der Anstieg der vernetzten Leuchten im Vergleich.
(Bild: Signify)

Wie der Wandel am Beispiel von Kommunen und Städten aussehen kann, hat Christian Abeln, Enduser-Marketer DACH bei Signify, erläutert. „Unsere Lebensräume verändern sich, Ressourcen sind knapp und schließlich gibt es einen Druck zum digitalen Handel“, fasste es Abeln zusammen. So müssten die Städte bei der Planung ihrer Außenbeleuchtung beispielsweise den Insektenschutz mit einfließen lassen.

Gebündelt hat Signify diese Themen in seiner Interact City-IoT-Plattform. Licht und Leuchten müssen nicht nur benutzerfreundlich und einfach zu bedienen sein, sondern auch die strengen Anforderungen der IT-Sicherheit erfüllen. Verwendet werden standardisierte Schnittstellen und ein offenes System. Hier kommt eine Zertifizierung nach Zhaga-D4i zum Einsatz. Der Standard deckt wesentliche Merkmale einer Außenleuchte ab: mechanische Tauglichkeit, digitale Kommunikation, Datenberichte und Leistungsanforderungen.

Im Laufe dieses Jahres ist mit dem Philips Multisensor ein Produkt geplant, das verschiedene Sensordaten aufnehmen kann. So sollen Risiken im Straßenverkehr erkannt und entsprechende Gegenmaßnahmen eingeleitet werden. Möglich ist das durch Neigungsdetektion, Vibrationsdetektion, Temperatursensor und Akustiksensor. Das Problem sind allerdings die Softwarelebenszyklen, die mit den Leuchtenzyklen in Einklang gebracht werden müssen. Denkbar ist, die Sensoreinheiten bei Problemen auszutauschen.

(ID:47116090)