Gehäuse für den sicheren vernetzten Betrieb von Flughäfen

| Redakteur: Kristin Rinortner

Gehäusetechnik: Wie ausgereifte, sichere Lösungen für den vernetzen Betrieb von Flughäfen aussehen, zeigte Rittal auf der internationalen Flughafenleitmesse inter airport Europe in München (8. bis 11. Oktober).
Gehäusetechnik: Wie ausgereifte, sichere Lösungen für den vernetzen Betrieb von Flughäfen aussehen, zeigte Rittal auf der internationalen Flughafenleitmesse inter airport Europe in München (8. bis 11. Oktober). (Bild: © Digital-Fotogroup)

Für den sicheren Betrieb von Flughäfen sind Gehäuse und Schaltschränke unabdingbar. Wir geben einen Einblick in die vielfältigen Varianten der dortigen Gehäusetechnik.

Neben höchstmöglichen Sicherheitsstandards gehören auch Vernetzung und Digitalisierung in der Flughafenindustrie zu den entscheidenden Erfolgsfaktoren. Sie unterstützen die Flughafenbetreiber, Umsteigezeiten von Passagieren weiter zu verkürzen, komplexe Verkehrsströme zu steuern und zu überwachen sowie Infrastrukturprozesse zu automatisieren. Darüber hinaus steigt der Bedarf an Elektromobilität und Energiespeicherung verbunden mit der Notwendigkeit eines CO2-neutralen Wachstums.

„Zentrale Voraussetzung für einen störungsfreien Betrieb der technischen Infrastruktur sind hochverfügbare IT-Systeme sowie Steuerungs- und Schaltanlagen. Zu deren Schutz setzen Flughafenbetreiber weltweit seit vielen Jahren auf Systemlösungen von Rittal: von Gehäuse- und Schaltschränken über Stromverteilungs- und Klimatisierungstechnik bis zur IT-Infrastruktur“, sagt Werner Wohlfart, Key Account Manager Verkehrstechnik bei Rittal. „Wir schaffen aus unserem vielfältigen Standardprogramm passende Lösungen für die weltweiten Anforderungen der Flughafenindustrie.“.

Schaltschranktechnik für die Flughafen-Welt

Eine Airport-Anwendung ist ein Gehäuse für 400-Hz-Frequenzumformer von Piller auf Basis des Schaltschranksystems VX25 für die Bodenstromversorgung von Flugzeugen. Ebenfalls verwendet werden ausgebaute Kompaktschaltschränke für Kippschalensorter von Beumer sowie für Scannerbrücken von Sick für die Hochleistungssortierung in Gepäckförderanlagen. Zudem bietet Rittal für diesen Sektor eine Integrationslösung aus dem Schaltschrank VX25 und energie-effizientem Kühlgerät Blue e+ für eine Frequenzumrichter-Anlage von Getriebebau Nord vor. Auch die IT-Technik von digitalen Fluganzeigetafeln (Flight Information Display System) von Inonet sind sicher in Rack-Systemen von Rittal verbaut.

Auch Infrastrukturlösungen für Energiespeichersysteme, die zur CO2-Optimierung an Flughäfen eingesetzt werden, lassen sich mit Komponenten von Rittal aufbauen. Das Spektrum aus standardisierten, aufeinander abgestimmten und weltweit verfügbaren, approbierten Komponenten reicht vom einzelnen Schranksystem bis zur kompletten Containerlösung. Systemintegratoren und Anlagenbauer erhalten damit Lösungen zu Mechanik, Stromverteilung und Klimatisierung aus einer Hand und müssen nur noch ihre Batteriemodule integrieren. Als Anwendungsbeispiel für einen Energiespeicherschrank dient eine montagefreundliche Lösung auf Basis des VX25.

Infrastruktur-Standards für Energiespeicher

Durch die Bauform lassen sich unterschiedliche Batterieformen flexibel in das Rack integrieren. Die Kontaktierung erfolgt dabei direkt über ein Stromschienensystem. Im Dachbereich findet sich ausreichend Platz für das Batteriemanagement. Die Anreihung von Energiespeicherschränken – und damit die Skalierung der Speichergröße – ist einfach und jederzeit möglich. Ein Beispiel sind Energiespeicher-Schränke für den Batteriesystemhersteller Commeo.

Für Emobility-Infrastrukturen ist ein Gehäusekonzept für Ladesäulen gedacht, das auf dem Outdoor-Gehäuse CS-Toptec basiert. Die Systemtechnik gewährleistet hohe Sicherheit für die Elektronik und Schutz vor Vandalismus.

Neue Gehäusetechnik für Industrie 4.0

Eine Antwort auf die Herausforderung von Industrie 4.0 im Steuerungs- und Schaltanlagenbau sind die Kompakt- und Kleingehäuseserien AX und KX. Damit Anlagenbauer noch besser auf die Digitalisierung vorbereitet sind, bringen die Gehäuse digitales Rüstzeug mit und lassen sich gut in die digitale Wertschöpfungskette des Steuerungs- und Schaltanlagenbaus einfügen. Neben hochwertigen 3D-Daten und Konfigurationstools vereinfachen z.B. QR-Codes auf allen zu bearbeitenden Flachteilen deren Einbindung in den Produktions-Workflow. Das ermöglicht modernes digitales Monitoring vom Wareneingang bis zur Fertigstellung.

Zu den Ausstellungs-Highlights auf der inter airport Europe zählten die neuen Klein- und Kompaktgehäuse AX und KX.
Zu den Ausstellungs-Highlights auf der inter airport Europe zählten die neuen Klein- und Kompaktgehäuse AX und KX. (Bild: Rittal)

Die Klein- und Kompaktgehäuse bieten eine einfachere und schnellere Montage sowie eine höhere Flexibilität und Sicherheit. Einfacher wird etwa die Montage von Türen und Verschlusssystemen, die meist werkzeuglos möglich ist. Ein weiterer Vorteil ist der zusätzliche Raum, den die Klein- und Kompaktgehäuse im Vergleich zu den Vorgängerserien bieten. Durch optimierte Ausschnitte und größere Flanschplatten entsteht durchschnittlich bis zu einem Drittel mehr Raum für die Kabeldurchführung.

Vom Engineering bis zur Dokumentation

Wie Engineering-Lösungen die Wertschöpfungsprozesse im Anlagenbau unterstützen können, präsentiert Rittal gemeinsam mit Schwesterunternehmen Eplan. Engineering-Tools wie Eplan Electric P8 bieten Möglichkeiten zur Projektierung, Dokumentation und Verwaltung von elektrotechnischen Automatisierungsprojekten. Die automatische Erstellung detaillierter Auswertungen auf Basis der Schaltpläne vervollständigt als integraler Bestandteil die umfassende Dokumentation und versorgt nachgelagerte Projektphasen wie Fertigung, Montage, Inbetriebnahme und Service mit den erforderlichen Daten.

Dieser Beitrag ist erschienen in der Fachzeitschrift ELEKTRONIKPRAXIS Ausgabe 22/2019 (Download PDF)

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