Gegenwind bei Osram-Gebot – Allianz GI erwägt ein Nein

| Redakteur: Sebastian Gerstl

Beim angedachten Verkauf von Osram an die Investorengruppe Bain Capital regt sich seitens des größten Einzelaktionärs Widerstand. Schon seit mehreren Monaten machen Verkaufsgerüchte die Runde: Der angeschlagene Lichtkonzern ist im dritten Quartal wegen der weiterhin schwachen Automärkte sowie Umbaukosten in die Verlustzone gerutscht.
Beim angedachten Verkauf von Osram an die Investorengruppe Bain Capital regt sich seitens des größten Einzelaktionärs Widerstand. Schon seit mehreren Monaten machen Verkaufsgerüchte die Runde: Der angeschlagene Lichtkonzern ist im dritten Quartal wegen der weiterhin schwachen Automärkte sowie Umbaukosten in die Verlustzone gerutscht. (Bild: Matthias Balk/dpa)

Die geplante Übernahme des angeschlagenen Lichtkonzerns Osram durch die Finanzinvestoren Bain Capital und Carlyle bekommt Gegenwind. Der größte Einzelaktionär, die Allianz Global Investors, plant das Angebot abzulehnen. Der Preis sei nicht angemessen.

Wie die Allianz GI am Mittwoch Abend mitteilte finde sie es bedauerlich, dass das Osram-Management nicht ausreichend Vertrauen in das eigene Geschäft habe und sich für einen Verkauf entschlossen habe, hieß es weiter. Allianz GI hält an Osram etwas mehr als 9% und ist damit größter Einzelaktionär des deutschen Lichtkonzerns.

Zähes Ringen um Verkaufs- Für und -Wider

Seit Ende Juli läuft die Angebotsfrist für alle ausstehenden Aktien des MDax-Unternehmens. Osram-Aktionäre können das freiwillige Übernahmeangebot zum Preis von 35 Euro je Aktie annehmen. Dies entspricht einem Aufschlag von 27,7% zum durchschnittlichen Börsenkurs des letzten Monats vor dem 3. Juli. An diesem Tag hatte Osram verkündet, dass dem Konzern ein Gebot von Bain Capital und Carlyle vorliege.

Die Annahmefrist läuft bis zum 5. September. Voraussetzung für die Übernahme ist eine Mindestannahmeschwelle von 70%. Der Osram-Vorstand und -Aufsichtsrat unterstützen die Übernahmeofferte. Noch nicht vom Tisch ist auch ein möglicher Bieterkampf mit dem österreichischen Halbleiterhersteller AMS.

Osram steht zum Verkauf, weil der Konzern in den vergangenen eineinhalb Jahren in schwieriges Fahrwasser geraten ist. Das Unternehmen produziert mittlerweile hauptsächlich LEDs und Optoelektronik. Die wichtigsten Kunden sind Auto- und Smartphonehersteller. Da in beiden Branchen die Geschäfte derzeit schlecht laufen, ist der Beleuchtungshersteller hart getroffen. (dpa)

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