Cree und Osram

Gegenseitiger Patentaustausch soll Streitigkeiten bei der LED-Entwicklung ausschließen

| Redakteur: Hendrik Härter

Die LED- und Beleuchtungshersteller Osram und die amerikanische Cree wollen zukünftig ihre Patente gegenseitig lizenzieren. Eingeschlossen sind die Patente von Osram Opto Semiconductors und Crees Patente der ehemaligen LED Light Fixtures Inc.

Das gegenseitige Lizenzabkommen erstreckt sich über alle Stufen der Wertschöpfungskette, von anorganischen LED-Chips bis hin zu LED-Leuchten und elektronischen Kontrollsystemen. In dem Abkommen geht es um die Chip-Technologie von blauen LEDs, weiße LEDs und Phosphor, Gehäusetechnik, LED-Leuchten und -Lampen sowie LED-Beleuchtungskontrollsysteme.

Patentvereinbarungen mit Nichia, Philips und Toyoda Gosei

Damit setzt die Siemens-Tochter Osram ihre Politik von Patentaustauschverträgen mit anderen großen LED-Produzenten fort. In den vergangenen Jahren hat das Unternehmen ähnliche Vereinbarungen mit anderen großen Playern auf dem LED-Markt wie Nichia, Philips und Toyoda Gosei geschlossen. Durch diese Abkommen wird die Verbreitung der LED-Technologie in allen Anwendungsbereichen erheblich beschleunigt.

Als großen Vorteil sehen beide Unternehmen ein geringeres Risiko, unabsichtlich die gewerblichen Schutzrechte anderer Unternehmen zu verletzen. Somit sind die Kunden, die LED-Produkte von OSRAM und Cree einsetzen, in hohem Maße davor geschützt, bei auftretenden Patentrechtsstreitigkeiten zu diesen Produkten in Mitleidenschaft gezogen zu werden.

Osram verfügt über 8000 Patente und Patentanmeldungen

Mit rund 8000 erteilten Patenten und Patentanmeldungen verfügt Osram über eine starke Position beim geistigen Eigentum auf dem Gebiet der LED-Technologie. Das unterstreicht Martin Goetzeler, Osram-COO. Für ihn ist der „respektvolle Umgang mit dem geistigen Eigentum für alle beteiligten Unternehmen eine wesentliche Voraussetzung für die störungsfreie Entwicklung der LED-Technologie.“

Siemens-Tochter Osram mehrheitlich an der Börse verkaufen

Erst am 29. März hat Siemens bekannt gegeben, die Mehrheit von Osram über die Börse zu verkaufen. Ab dem 1. April wurde Wolfgang Dehen neuer Vorsitzender der Geschäftsführung bei Osram.

Die Siemens-Tochter hat im Geschäftsjahr 2010 4,7 Mrd. Euro erwirtschaftet. Es steht ein harter Kampf um die Halbleiter-Beleuchtung an. Aus diesem Grund scheint ein gegenseitiger Austausch der Patente für Osram sehr sinnvoll. Die Entwicklung des LED-Marktes bleibt spannend. Mittelfristig wird sich der LED-Markt wohl zu einem Massenmarkt entwickeln.

Kommentar zu diesem Artikel abgeben

Schreiben Sie uns hier Ihre Meinung ...
(nicht registrierter User)

Zur Wahrung unserer Interessen speichern wir zusätzlich zu den o.g. Informationen die IP-Adresse. Dies dient ausschließlich dem Zweck, dass Sie als Urheber des Kommentars identifiziert werden können. Rechtliche Grundlage ist die Wahrung berechtigter Interessen gem. Art 6 Abs 1 lit. f) DSGVO.
Kommentar abschicken
copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 26534310 / LED & Optoelektronik)