Industrieverband OE-A Gedruckte und organische Elektronik ist die dritte Welle im Elektronikmarkt

Redakteur: Claudia Mallok

Nach Halbleitern und Flachbildschirmen sprechen Analysten bei organischer und gedruckter Elektronik von der dritten Welle, die auf den Elektronikmarkt zurollt. Weil sie dünn, flexibel und kostengünstig zu produzieren ist, stehen ihr ganz neue Bereiche jenseits der Elektronik auf Silizium-Basis offen.

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RFID-Tag für die Logistik von Poly-IC (Bild: Poly-IC)
RFID-Tag für die Logistik von Poly-IC (Bild: Poly-IC)

Organische Photovoltaik, OLED-Beleuchtung, flexible Displays, gedruckte Datenspeicher, RFID oder Sensoren sowie Integrated Smart Systems sind nur einige Beispiele für neue Anwendungen, die durch organische und gedruckte Elektronik möglich werden.

Firmen die sich mit der Fertigung gedruckter Elektronik beschäftigen haben sich 2004 in der Organic Electronics Association (OE-A) einer Arbeitsgemeinschaft des VDMA zusammengeschlossen. Ziel ist den Aufbau einer wettbewerbsfähigen Infrastruktur für die Produktion von organischer Elektronik zu fördern. Dazu gehört auch die seit 2009 veranstaltete Konferenz mit begleitender Ausstellung LOPE-C.

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Die OE-A ist die führende internationale Interessenvertretung der organischen und gedruckten Elektronik und repräsentiert die gesamte Wertschöpfungskette dieser jungen Industrie. Die OE-A zählt heute 150 Mitglieder aus Europa, Nord-Amerika, Asien und Australien Firmen und Einrichtungen von F&E-Instituten, Komponenten- und Materialherstellern über Produzenten bis hin zu Endanwendern.

Der Vorsitzender des Vorstandes des Industrieverbandes OE-A ist Wolfgang Mildner, Geschäftsführer der PolylC GmbH & Co. KG in Fürth. In einem Interview hat Wolfgang Mildner die Vorteile, Einsatzmöglichkeiten und das Marktpotenzial von gedruckter und organischer Elektronik erklärt.

Herr Mildner, wofür steht der Begriff gedruckte und organische Elektronik?

Gedruckte und organische Elektronik basiert auf leitfähigen Polymeren und kleinen Molekülen der organischen Chemie. Es sind neuartige Materialien, zum Beispiel spezifische Kunststoffe. Diese sind unter anderem in der Lage, die Halbleiterfunktion des konventionellen Siliziums zu übernehmen. Produzieren und verarbeiten kann man diese Materialien in Rolle-zu-Rolle Verfahren, zum Beispiel Drucken. Die entstehenden Produkte sind dünn, leicht und flexibel – und extrem kostengünstig herzustellen.

Was ist das Besondere an organischer Elektronik? Warum wird sie als Schlüsseltechnologie des 21. Jahrhunderts bezeichnet?

Weil sie dank ihrer Eigenschaften nahezu „Elektronik überall“ ermöglicht. Die Einsatzmöglichkeiten sind ungezählt und täglich kommen neue dazu. Elektronik wird in neue Bereiche vordringen, weil sie dünn und flexibel wird, weil sie so kostengünstig wird wie nie zuvor und weil organische und gedruckte Elektronik die Integration vieler Funktionen in einem Schritt ermöglicht.

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