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Gedruckte Elektronik: Umsatzrückgang durch Corona-Pandemie

Redakteur: Michael Eckstein

Hersteller von gedruckter Elektronik erwarten für 2020 einen deutlichen Umsatzrückgang von etwa 20%. Mittlerweile zieht die Nachfrage wieder an: Für 2021 prognostiziert die OE-A in ihrer Umfrage zum Geschäftsklima ein Plus von 7%.

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Krise als Chance: Hersteller von organischer und gedruckter Elektronik planen erhöhte Investitionen für das nächste Jahr.
Krise als Chance: Hersteller von organischer und gedruckter Elektronik planen erhöhte Investitionen für das nächste Jahr.
(Bild: gemeinfrei / Pixabay )

Die Covid19-Pandemie trifft auch die Branche der organischen und gedruckten Elektronik stark. Eine aktuelle, von der Branchenorganisation OE-A (Organic and Printed Electronics Association) initiierte Umfrage zum Geschäftsklima zeigt, das die Teilnehmer einen Umsatzrückgang von etwa 20% erwarten. Zum Vergleich: Anfang des Jahres, noch vor der Coronakrise, prognostizierten sie noch ein Umsatzplus von rund 8%. Hauptgründe für den Rückgang sind laut Umfrage Stornierungen von Aufträgen und ein deutlich reduzierter Auftragseingang aufgrund der Corona-Pandemie.

„Dies ist die erste negative Umsatzprognose seit Beginn der OE-A Geschäftsklima-Umfrage im Jahr 2014“, sagt Dr. Klaus Hecker, OE-A Geschäftsführer. Zwar hätte sich die Auftragslage nach einem starken Einbruch im 2. und 3. Quartal wieder deutlich erholt, doch reiche dies nicht aus, um die bereits erlittenen Umsatzeinbußen dieses Jahr wieder zu kompensieren.

OE-A erwartet 7 Prozent Umsatzwachstum für 2021

Im Rahmen der halbjährlichen Geschäftsklima-Umfrage erhebt die OE-A, eine Arbeitsgemeinschaft im VDMA, ein Stimmungsbild ihrer internationalen Mitglieder – vom Materialhersteller bis zum Endanwender – hinsichtlich ihrer Umsätze, Auftragseingänge, Investitionen und Beschäftigung.

Es gibt aber auch positive Nachrichten: Für 2021 erwartet die OE-A eine teilweise Erholung mit einer Umsatzprognose von plus 7%. Dieser Zuwachs würde entlang der gesamten Wertschöpfungskette prognostiziert. Außerdem planen offenbar zwei Drittel der Firmen ihre Investitionen in die Produktion innerhalb der nächsten sechs Monate zu erhöhen. Ebenfalls erfreulich: Auch für die Arbeitnehmer gibt es positive Zeichen: Bei fast 90% der Firmen ist die Beschäftigungslage stabil, 9% der Firmen stocken die Belegschaft sogar auf.

Bedeutung von Medizin und Pharma als Anwenderbranchen nimmt zu

Momentan sind die wichtigsten Anwenderbranchen nach wie vor Consumer Electronics, Automobil sowie verstärkt der Bereich Medizin und Pharma. „Die Stimmung in der Branche für das Jahr 2021 ist positiv. Zahlreiche Produktstarts sind geplant und das Interesse wichtiger Anwenderbranchen ist ungebrochen,“ sagt Hecker. Allerdings würden die Firmen davon ausgehen, dass die vollständige Kompensation des erlittenen Umsatzeinbruchs ein bis zwei Jahre dauern wird.

Die Pandemie habe aber auch die Entwicklung und Nachfrage spezifischer Anwendungen beflügelt, etwa intelligente Pflaster zur Temperatur- oder Atmungsüberwachung im Medizinbereich oder Sensormatten zur Distanzkontrolle im Einzelhandel. „Jede Krise ist auch eine Chance. Die Firmen haben diese Herausforderung sehr dynamisch und flexibel angenommen“, erklärt Hecker.

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