Bilder von der LOPEC 2016 Gedruckte Elektronik erfährt Aufschwung durch Wearables und Automotive

Redakteur: Dr. Anna-Lena Gutberlet

Gedruckte organische Elektronik eignet sich bestens für smarte tragbare Geräte. Sie verändert aber auch die Automotive- und Medizinbranche: Unter anderem geht Audi 2016 mit OLED-Rückleuchten in Serie.

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Flexibel und zugleich stabil: Das ultradünne Glas von Schott ist biegbar bis zu einem Radius von wenigen Millimetern.
Flexibel und zugleich stabil: Das ultradünne Glas von Schott ist biegbar bis zu einem Radius von wenigen Millimetern.
(Bild: Idzko)

Sensor-Shirts, GPS-Laufuhren und andere am Körper getragene Geräte, die Gesundheitsparameter oder sportliche Leistungen messen und ihre Nutzer mit der Umwelt vernetzten, werden immer beliebter: Der europäische Markt für Wearables wächst Experten zufolge jährlich um rund 25 Prozent und soll im Jahr 2018 einen Umsatz von über neun Milliarden Euro erreichen.

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Die Zukunftstechnologie ermöglicht dünne, leichte und flexible Anwendungen und eignet sich bestens für smarte tragbare Elektronik – und wurde in den Mittelpunkt der LOPEC 2016 gerückt. Zu sehen gab es zum Beispiel ein Fitness-Shirt samt Auswertungssoftware vom Fraunhofer IISB, einen intelligenten Winterhandschuh von Kjus, ein Armband mit einem komplett flexiblen Display von Polyera und zahlreiche Produkte von adidas.

Burkhard Dümler, Director Program & Projects IT Innovation bei adidas, ging in seinem Plenarvortrag auf tragbare Elektronik für Sportler ein. Mit Fitnessarmbändern, GPS-Uhren für Läufer und anderen Produkten ist adidas schon länger im Bereich Wearables aktiv.

Die gedruckte Elektronik, die dünne, leichte und flexible Bauteile liefert, macht neue Produkte möglich und erhöht zugleich den Nutzerkomfort. Dümler betont: „Das Drucken von Elektronikkomponenten ist ein vielversprechendes Verfahren, das adidas dabei auf jeden Fall in Betracht zieht“.

Als Ergänzung oder Alternative zur klassischen Siliziumtechnik ist die gedruckte Elektronik nicht nur im Fitness- und Gesundheitssektor gefragt. Auch im Bereich Automotive hat die organische Elektronik Einzug gehalten.

Audi feierte mit seinen OLED-Rückleuchten auf der LOPEC eine Europapremiere. Stephan Berlitz, Leiter der Entwicklung Lichtfunktionen und Innovationen bei Audi, resümiert: „2013 konnten wir unsere Lösungsansätze mit den Spezialisten auf der LOPEC diskutieren. Jetzt, drei Jahre später, gehen die OLED-Rückleuchten in Serienproduktion.“ Vorgestellt wurde die Innovation in einem Plenarvortrag sowie auf dem Innovation Showcase, einem Ausstellungsbereich für Prototypen und Produktneuheiten.

Weitere Branchengrößen wie Carta Mundi oder Schneider Electric gaben in ihren Kongressvorträgen interessante Einblicke in ihre Anforderungen an die gedruckte Elektronik. Technische Weiterentwicklungen wurden zum Beispiel von BASF und Sumitomo Chemicals vorgestellt.

Mit Top-Vorträgen von renommierten internationalen Forschern wie Professor Henning Sirringhaus von der Universität Cambridge oder Professor Jun Takeya von der Universität Tokyo wurde der LOPEC Kongress auch dem hohen Anspruch der wissenschaftlichen Teilnehmer gerecht.

Wolfgang Mildner, LOPEC General Chair, sagt: „Die hochkarätige Besetzung sowohl auf Anwender- als auch auf Forschungs- und Entwicklungsseite bestätigt den einzigartigen Leitcharakter des Kongresses.“ 196 Fachvorträge von Referenten aus 27 Ländern wurden im Rahmen der LOPEC gehalten.

Prototypen und Produktneuheiten

Die "Demo Line" bewies auch dieses Jahr die Praxistauglichkeit der Druckverfahren. 17 Mitglieder der OE-A beteiligten sich daran. Koordiniert wurde sie vom Fraunhofer-Institut für Elektronische Nanosysteme.

Hergestellt wurden Verpackungen mit integrierten Elektrolumineszenz-Flächen. Mittels Siebdruck wurden die funktionalen Schichten auf Papier und Folie aufgetragen. Die Leuchtflächen können mit Hilfe von Inkjet-Druck personalisiert werden.

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Der Prozess wurde an der TU Darmstadt entwickelt. Kommerziell ließe sich die Technik nutzen, um Verpackungen und andere Produkte mit leuchtenden oder blinkenden Elementen zu versehen – das verspricht großes Potenzial für die Werbe- und Verpackungsindustrie.

Der Spezialglashersteller Schott präsentiere flexible, ultradünne Gläser für die gedruckte Elektronik. Mit einer minimalen Dicke von 20 µm sind die Gläser biegbar und gleichzeitig stabil. Die ultradünnen Gläser verbinden die klassischen chemischen, physikalischen und mechanischen Vorzüge mit Eigenschaften wie minimale Dicke und Biegbarkeit, die bisher nur Polymere boten.

Mit Ultradünngläsern können verschiedene Funktionalitäten bei gedruckten Elektronikkomponenten realisiert werden, zum Beispiel Berührungssensoren, flexible Displays, Beleuchtungskomponenten, organische Solarzellen oder intelligente Etiketten. Eingesetzt wird das Glas bereits als Abdeckung von Fingerabdruck-Sensoren hochwertiger Smartphones, die auf Grund der Materialeigenschaften von Glas die Zuverlässigkeit der Authentifizierung verbessern. In naher Zukunft erwartet Schott den Einsatz seines Ultradünnglases in Kamera-Modulen von Smartphones und in der Halbleiterelektronik im Bereich Chip-Packaging.

Auf der Ausstellungsfläche "Innovation Showcase" konnte man die gedruckte Elektronik real in Augenschein nehmen und zum Teil sogar anfassen. Das Spektrum reichte von OLED-Beleuchtungselementen über verschiedene Gesundheits- und Fitness-Accessoires bis hin zu Smart Textiles und Smart Labels.

Zum Beispiel stellte das Fraunhofer IISB ein neuartiges Fitness-Shirt samt Auswertungssoftware vor. FENC präsentierte ein Shirt, das mithilfe der Fermi-Technologie Herzschlag und Körperbewegungen mittels eines leitenden Polymers misst. Weitere Produkte finden Sie in der Bildergalerie zum Beitrag.

Die nächste LOPEC findet von 28. bis 30. März 2017 in München statt.

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