Ipsihand

Gedankensteuerung soll Schlaganfallpatienten Beweglichkeit neu antrainieren

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Die linke Gehirnhälfte zur Nutzung des linken Arms trainieren

Das an der Washington University Schoof of Medicine in St. Louis (USA) entwickelte Gerät misst Hirnströme und wertet diese aus. In Reaktion auf die Signale öffnet und schließt eine daran gekoppelte Schiene die Hand des Trägers.
Das an der Washington University Schoof of Medicine in St. Louis (USA) entwickelte Gerät misst Hirnströme und wertet diese aus. In Reaktion auf die Signale öffnet und schließt eine daran gekoppelte Schiene die Hand des Trägers.
(Bild: Leuthard Lab / Washington University School of Medicine)

Bei einem durch einen Schlaganfall im linken Arm gelähmten Patienten wurden meist die entsprechenden Bereiche zur Körperkontrolle in der rechten Hirnhälfte beschädigt. Die entsprechenden Segmente auf der linken Gehirnseite, die die Intention der Bewegung signalisieren, sind davon aber meist nicht betroffen. Der entsprechende elektrische Impuls, der die Intention signalisiert, kann weiterhin gemessen werden; nur der für die entsprechende Körperkontrolle zuständige Bereich kann dieses Signal wederempfangen noch ausführen.

Hier setzt die von den Forschern entwickelte Ipsihand an. „Der Grundgedanke ist Folgender: Wenn man diese Signale, die mit der Bewegung der entsprechenden Gliedmaße auf der selben Seite des Körpers assoziiert werden, direkt mit der tatsächlichen Bewegung koppeln kann, wird das Gehirn mit der Zeit neue Verbindungen herstellen die es den unbeschädigten Hirnbereichen erlauben, selbst wieder die Kontrolle über die gelähmte Hand zu übernehmen“, erklärt Leuthard.

Werden also die entsprechenden Gehirnimpulse gemessen, die die Planung zum Öffnen und Schließen der Hand signalisieren, reagiert die Ipsihand-Schiene. Das Gerät nimmt die Intention zur Bewegung war und öffnet und schließt Zeige- und Mittelfinger sowie Daumen der entsprechenden Hand. Das mag bislang nicht als viel erscheinen, räumt Thy Huskey, Lehrbeauftragter der Neurochirurgie an der Washington School of Medicine und einer der Co-Autoren der Studie, ein. Für einen zuvor gelähmten sei diese Art der Bewegung allerdings bereits sehr wertvoll, erlaube es dem betroffenen Schlaganfallpatienten doch, mit der Zeit wieder selbsttätig Dinge zu greifen und nach und nach wenigstens eine Teilkontrolle über die Hand zurückzuerlangen.

Um die Effizienz des Geräts zu testen führten die Forscher eine Studie an zehn Schlaganfallpatienten innerhalb von drei Monaten nach Eintreten der Erkrankung durch. Die Probanden sollten versuchen, eine Reihe von feinmotorischen Tätigkeiten wie auch größeren Armbewegungen durchzuführen: z.B. das Bauen eines Turms aus Bauklötzen, das Stülpen einer Röhre über eine kleinere Röhre, oder die Berührung der eigenen Lippen mit der gelähmten Hand. die Beweglichkeit wurde in einer für die Studie ermittelten 57 Punkte umfassenden Skala festgehalten. Am Ende der 12-wöchigen Probezeit konnte im Durchschnitt über alle Patienten hinweg eine Verbesserung von 6,2 Punkten festgestellt werden.

Wie sehr sich die Beweglichkeit der Patienten verbesserte war unterschiedlich. Die Forscher räumen auch ein, dass die Zeit, die der Träger mit der Ipsihand verbrachte, nicht zwangsläufig ein maßgeblicher Faktor für die Verbesserung war. Vielmehr korrelierte der Umstand, wie gut das Gerät die Hirnströme des Trägers erfassen und in die Bewegung der Schiene umsetzen konnte. Die Forscher zeigen sich dadurch in ihrem Vorgehen bestätigt. „Wenn sich die Technologie, mit der wir die Hirnsignale erfassen können, verbessert, bin ich mir sicher, dass auch das Gerät effizienter darin werden wird, Schlaganfallpatienten beim Zurückerlangen ihrer Körperfunktionen zu helfen“, sagt Huskey.

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