Gebäudetechnik: Verteiler schnell und platzsparend aufbauen

| Autor / Redakteur: Henning Vieregge * / Kristin Rinortner

Installationsklemmen: Der Fachmann kennt die Herausforderungen bei der Verdrahtung – und die Lösungen.
Installationsklemmen: Der Fachmann kennt die Herausforderungen bei der Verdrahtung – und die Lösungen. (Bilder: Phoenix Contact)

Anschlussfertige Verteilerblöcke erleichtern dem Installateur die Arbeit insbesondere bei beengten Platzverhältnissen. Klemmen mit Push-in Technik erhöhen zudem den Verdrahtungskomfort.

Installationsverteiler und die damit aufgebauten Komponenten werden häufig an ihren Grenzen betrieben: Wenig Platz, fehlende Leistungsreserven und mangelnder Verdrahtungskomfort sind seit jeher Probleme, mit denen sich der Elektroinstallateur konfrontiert sieht. Zur Verdrahtung im Installationsverteiler zeigt Phoenix Contact neue Lösungen.

Zur Einspeisung wird häufig eine Leiterabgriffklemme vom Typ AKG verwendet. Diese muss seitlich auf die Kupferschiene mit einem Querschnitt von 3 x 10 mm aufgefädelt werden – was nicht immer ganz einfach ist. Denn dabei muss der Installateur den Leiter unter einen Klemmschuh fädeln und per Schraube anziehen und so elektrisch kontaktieren.

Die zweite, häufig genutzte Möglichkeit der N-Schienen-Einspeisung ist die N-Trennklemme. Damit der N-Anschluss nicht versehentlich getrennt wird, sollten Installateure dies sehr aufmerksam durchführen oder eine Schaltsperre vorsehen.

Ein fachgerechter Klemmenleistenaufbau beginnt schon beim Zubehör. Hier haben sich die Blomberger mit Mufubo – die Abkürzung steht für Multifunktionsbock – etwas Neues einfallen lassen: Der Mufubo vereint mehrere Funktionen in einem Bauteil und ersetzt als „All in one-Lösung“ mehrere Zubehörteile, für die bisweilen verschiedene Bestellnummern und Lagerplätze nötig waren. Mit seiner wichtigsten Funktion sorgt der Multifunktionsblock für die Einspeisung und für die sichere Arretierung der Neutralleiter-Sammelschiene.

Die Lösung ist mit einem vollwertigen 16 mm² Push-in-Anschluss ausgestattet. So lassen sich sowohl starre Leiter als auch flexible Leiter mit Aderendhülse direkt und werkzeuglos anschließen. Um einen flexiblen Leiter ohne Aderendhülse anzuschließen, betätigt der Installateur den Betätigungsdrücker und öffnet so die Klemmstelle.

Bereits im Jahr 1978 hatte Phoenix Contact eine direkt steckbare Push-in-Federklemme im Programm. Man geht davon aus, dass das die erste Reihenklemme mit Push-in-Anschluss im Markt war.

Verdrahten aus der richtigen Richtung

Die Leiteranschlussstelle des Multifunktionsblocks ist so positioniert, dass die Verdrahtung von Innen, direkt vom Fehlerstrom-Schutzschalter kommend, erfolgen kann. Zusätzlich lässt sich die N-Sammelschiene mechanisch mit einer Verriegelungslasche arretieren. So kann der N-Anschluss nicht versehentlich gelöst werden und das Setzen einer Schaltsperre wird überflüssig.

Der Block hat ein herausbrechbares Trennplättchen, das sich seitlich neben der N-Sammelschiene anrasten lässt. So lassen sich direkt nebeneinander montierte Neu­tralleiter-Sammelschienen-Potentiale sicher gegeneinander isolieren. Eine Endhalterfunktion, großzügige Markierungsmöglichkeiten sowie ein Prüfzugang mit einem Durchmesser von 2,3 mm vervollständigen die Funktionen bei geschlossenem Gehäuse.

Den Multifunktionsbock gibt es auch in einer Variante ohne Leiteranschluss. Er dient als reiner Auflagebock, der die N-Sammelschiene sicher fixiert. Beide Varianten bilden den Anfang und das Ende jeder Klemmleiste mit N-Sammel-schiene in der Unterverteilung und vereinfachen somit den Aufbau und sorgen - nicht nur optisch - für den sicheren Sitz der Sammelschiene (Bild 1).

Die Leiterführung unter beengten Platzverhältnissen ist immer eine Herausforderung. Vor allem Leiter mit Querschnitten ab 6 mm² lassen sich nur schlecht handhaben. Dann ist es hilfreich, wenn bei der Verdrahtung nicht auf normgerechte Biegeradien geachtet werden muss. Keine Anschlusstechnik unterstützt hier so gut wie die Schraubanschlusstechnik. Der Leiter wird parallel zur Befestigungsunterlage – also vertikal – zugeführt.

In den Schraubklemmen können sowohl starre als auch flexible Leiter angeschlossen werden. Flexible Leiter benötigen keine gesonderte Vorbehandlung. Eine Aderendhülse als Spleißschutz ist nicht unbedingt notwendig. Die neuen Dreistock-Installationsklemmen vom Typ UTI 6 bieten diesen Vorteil ebenso wie die kleinere Bauform UTI 2,5 oder die PIK-Serie. Mit der Klemme UTI 6 kommen die Vorteile des Systemgedankens von Clipline complete jetzt auch bei größeren Querschnitten bis 10 mm² zum Tragen.

Ströme bis 47 Ampère sicher übertragen

Die Klemmen vom Typ UTI 2,5 und die Dreistock-Installationsklemmen UTI 6 sind nahezu konturgleich. Die Brückenschächte und Markierungsnuten sind exakt fluchtend. Nur die Breite der Klemmen macht den optischen Unterschied aus. So entsteht im Schrank, zusammen mit der „ordentlichen“ Leiterführung, ein übersichtlicher und aufgeräumter Eindruck. Dies unterstreicht auch optisch die professionelle Arbeit des Elek­troinstallateurs. Mit der Dreistock-Installationsklemme UTI 6 lassen sich Ströme bis 47 A platzsparend übertragen (Bild 2). Hilfreich ist es oft, einen zweiten Leiter der gleichen Ausführung in einer Klemmstelle anzuschließen. Diese Art der Installation muss nur vom Anlagenbetreiber akzeptiert sein.

Zum Kontaktieren der N-Sammelschiene ist die UTI 6 mit einem federnden Trennschieber ausgestattet. Eine sichere Verriegelung in den Endlagen sowie eine eindeutige Detektion der Schaltposition und das einfache Schwenken des Schalters um einen Drehpunkt erleichtern dem Anwender die Schaltvorgänge an der Sammelschiene, die zur Isolationsmessung im Rahmen einer wiederkehrenden Prüfung anfallen, zu bewältigen.

Für die Komfortinstallation in Gebäuden hat sich das Bussystem KNX etabliert. Auch wenn KNX für die linienförmige Verdrahtung vorgesehen ist, werden Teilnehmer doch häufig sternförmig an den Verteiler angeschlossen. So lässt sich KNX später bequem nachrüsten. Dabei kommen gängige Kabel zum Einsatz – wie YCYM 2x2x0,8 oder J-Y(St)Y 2x2x0,8.

Komfortable und optisch eindeutige Lösung

Weil es dabei im Verteiler schnell eng wird, wünscht sich der Elektroinstallateur platzsparende und gleichzeitig übersichtliche Verbindungslösungen. Die farbig kodierten, 3,5 mm breiten Doppelstockklemmen PTTBS 1,5/S ermöglichen eine eindeutige optische Zuordnung der Klemmstellen zu den Aderfarben Rot/Schwarz sowie Weiß/Gelb.

Durch die weiße Basisfarbgebung der Klemmen unterscheidet sich die KNX-Verdrahtung von der sonstigen „Lastverdrahtung“ im Verteiler. In den doppelten Funktionsschächten werden die Potentiale beliebig – auch überspringend – mittels standardisierter Steckbrücken verbunden. So lässt sich KNX auf einer Breite von 7 mm bequem rangieren. Zur eindeutigen Identifizierung können die Klemmen in der Mitte aussagekräftig beschriftet werden. Das erleichtert die Inbetriebnahme und unterstützt bei Nachrüstungen sowie im Servicefall.

Platz sparen ohne Verzicht auf Komfort

Jeder kennt die Neutralleiter- und PE-Sammel-blöcke, bei denen der Leiter zwar „irgendwie“ in der Klemmstelle befestigt werden kann, bei denen es aber spätestens beim Lösen des Leiters mit dem Komfort vorbei ist. Was fehlt, ist ein Drücker, der die Bedienung erleichtert. Zu diesem Zweck hat Phoenix Contact die Potentialsammelblöcke vom Typ PTFIX mit Push-in-Anschlusstechnik ausge-rüstet. Die PTFIX-Blöcke gibt es in den unterschiedlichsten Querschnittskombinationen, Farben und Montagemöglichkeiten.

Zu empfehlen sind in diesem Anwendungsfeld die 2,5 mm²-Blöcke mit einer 6 mm²-Einspeisung, in die auch 10 mm² flexibel als Zuleitung angeschlossen werden kann. Die Klemmstellen sind durchgängig alphabetisiert und können einen Klebestreifen aufnehmen. Eine farbliche Markierung – etwa blau oder grün – optimiert die Zuordnung. Die Blöcke gibt es als Standard mit 6, 12 oder 18-Anschlusspunkten – mit oder ohne Einspeisung. So könnte als Standard ein PTFIX 6/12x2,5 zum Einsatz kommen. Werden dann weitere Klemmpunkte benötigt, wird ein zweiter Block angerastet und mit einer Steckbrücke aus dem Clipline complete-Programm verbunden.

Kreuz oder quer montieren

Zur Montage gibt es verschiedene Möglichkeiten. Für den typischen Anwendungsfall auf der 35 mm breiten Normschiene gibt es zwei Varianten: Mit Rastfüßen, die an den Grundkörper des Klemmblocks gerastet werden, baut der Anwender die Leiste in Längsrichtung zur Schiene auf.

Nicht breiter als die Schiene selbst, bleibt genügend Platz für die Leiterführung. Mit Hilfe des Montageadapters kann der Klemmblock aber auch quer zur Hutschiene aufgeschnappt werden. So stehen auf knapp 30 mm Breite bis zu 30 Anschlusspunkte zur Verfügung (Bild 3).

* Henning Vieregge arbeitet im Produktmarketing Industrielle Verbindungstechnik bei Phoenix Contact in Blomberg.

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