Traceability-Leitfaden des ZVEI Ganzheitliches Traceability-Konzept für Elektro- und Elektronikindustrie

Redakteur: Claudia Mallok

Der ZVEI hat ein ganzheitliches Konzept zur Identifikation und Traceability entwickelt und in einem Leitfaden formuliert. Daran mitgewirkt haben 130 Teilnehmer aus über 80 Unternehmen aus der gesamten Elektronikbranche einschließlich Versicherungen und Rechtsexperten sowie Softwarehersteller. Nun stehen Standard-Schnittstellen für die Datenübertragung zum Download zur Verfügung.

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Johann Weber, Vorsitzender der Zollner Elektronik AG und Vorsitzender der Fachgruppe Elektronische Baugruppen im ZVEI-Fachverband Electronic Components and Systems, hat die Traceability-Initiative initiiert
Johann Weber, Vorsitzender der Zollner Elektronik AG und Vorsitzender der Fachgruppe Elektronische Baugruppen im ZVEI-Fachverband Electronic Components and Systems, hat die Traceability-Initiative initiiert
( Archiv: Vogel Business Media )

Branchenübergreifend und universell einsetzbar ist das Traceability-Konzept des ZVEI, das als Leitfaden erhältlich ist. „Das ganzheitliche ZVEI-Traceability-Konzept berücksichtigt die Interessen aller Beteiligten der Wertschöpfungskette“, betont Johann Weber, Vorsitzender der Fachgruppe Elektronische Baugruppen im ZVEI- Fachverband Electronic Components and Systems und Initiator der Initiative.

„Unser Ansatz reduziert langfristig Kosten und minimiert das Risiko. Deshalb wird er sich als Standard im Markt etablieren“, ist der Branchenkenner überzeugt. Einer der Kernpunkte ist ein einheitlicher Datenstandard, der jede Produktkomponente auf dem Weg durch die Lieferkette begleitet und eine eindeutige Identifi-kation und Rückverfolgung auch von kleinsten elektronischen Bauteilen ermöglicht. Damit kann beispielsweise eine Fehlerquelle schnell identifiziert und gezielte Rückrufaktionen ausgelöst werden. Außerdem bietet Traceability eine größere Transparenz bei der Kostenverfolgung, wodurch eine Prozessoptimierung im eigenen Unternehmen ermöglicht wird.

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Der Beitrag: „Sinnvolle Bauteilerückverfolgung liefert eindeutige Nachweisfähigkeit und optimiert die Prozesse“ erläutert die Vorteile von Traceability in der Baugruppenfertigung

Einheitlicher Datenstandard und Software-Format

Der ZVEI hat im Jahr 2008 mit allen Beteiligten der Wertschöpfungskette eine Traceability-Initiative gestartet und einen Leitfaden „Identifikation und Traceability in der Elektro- und Elektronikindustrie“ verfasst. An dieser Initiative sind mehr als 130 Teilnehmer aus über 80 Unternehmen aus der Automobilindustrie, Medizintechnik, Weiße Ware, Baugruppenproduzenten, Hersteller von Halbleitern, Passiven Bauelementen, Elektromechanischen Bauelementen, Leiterplatten, Distributoren, Versicherungen und Recht bis hin zu Softwareherstellern beteiligt.

Titelbild des ZVEI-Leitfaden Traceability und Identifikation: Der Leitfaden soll den Anwender bei der richtigen Konzeptfindung zur Einführung von Traceability leiten und unterstützen. Kernpunkte sind Definitionen, Nutzen- und Aufwandsbetrachtungen, Daten für die Rückverfolgbarkeit, Technologie von Schnittstellen und Beispiele aus der Praxis. (Archiv: Vogel Business Media)

Der ZVEI-Leitfaden ermöglicht eine Traceability-Betrachtung aus technischer, kommerzieller und rechtlicher Sicht. Damit wird eine Entscheidungs- und Konzeptfindung für ein durchgängiges Traceabilitysystem möglich. Neben dem einheitlichen Datenstandard wird auch ein einheitliches Software-Format zur Anbindung von Geräteschnittstellen und zur Datenabfrage zum Download angeboten. Weitere Schwerpunkte des Leitfadens sind Nutzen- und Aufwandsbetrachtungen, Definitionen, internationale Kennzeichnungssysteme, technische Identifikationssysteme und Best-Practice Beispiele.

ZVEI-Schnittstellen control und unitData zum Shopfloor sind online

Die ZVEI Initiative Identifikation und Traceability hat Standardschnittstellen auf xml-Basis zum Shopfloor für die Anbindung von Maschinen, Geräten und Arbeitsplätzen entworfen. (Archiv: Vogel Business Media)

Die Traceability-Arbeitsgruppe hat auch Schnittstellen zum Shopfloor für die Anbindung von Maschinen, Geräten und Arbeitsplätzen entworfen. Entstanden ist eine prozessübergreifende Standardisierung, die frei verfügbar ist und auf xml basiert.

Die ZVEI Standardschnittstelle control kann für die Übertragung von Daten (Anfragen und Rückmeldungen) bei der Prozesskontrolle (advanced process control) während der Bearbeitung eines Produktes benutzt werden. Auch kann die Schnittstelle für eine Prozessfreigabe (Prozessverriegelung) oder die Vorgabe/Weitergabe von Daten eingesetzt werden.

Die ZVEI Standardschnittstelle unitData dient zur Übertragung von Daten zur Bearbeitung eines Produktes. Für den konkreten Einsatz der Schnittstelle müssen die Strukturen zwischen den Kommunikationspartnern inhaltlich abgestimmt werden. Dazu stehen einheitliche Deckblätter mit definierten Attributen zur Verfügung.

Hier können Sie die Standardschnittstellen herunterladen: Download-Möglichkeit control und unitData

Traceability-Leitfaden des ZVEI: Bestellmöglichkeit

Die gedruckte Broschüre kostet 180 € für ZVEI-Mitglieder und 280 € für Nichtmitglieder zzgl. MwSt. und Versand. Hier Können Sie den Traceability-Leitfaden des ZVEI bestellen

Traceability-Leitfaden des FBDI für Bauelementedistributoren

In Kooperation mit dem ZVEI hat der Fachverband der Bauelementedistributoren einen 27-seitigen Leitfaden Traceability und Produktidentifikation für Bauelementedistributoren erarbeitet. Die FBDi-Kennzeichnungsmatrix, welche Informationen auf welcher Ebene erforderlich sind, identisch mit der ZVEI-Matrix. Der Traceability-Leitfaden des FBDi klammert die Baugruppen und Gerätefertigung aus.

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