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Galileo – 7 Fakten zum europäischen Satellitennavigationssystem

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Wer baut die Satelliten?

Vier Satelliten baut die EADS-Tochter Astrium. Das Bremer Unternehmen OHB ist mit dem Bau weiterer 14 Satelliten beauftragt, die etwa 566 Millionen Euro kosten sollen.

Mit den im Sommer angekündigten Einsparungen könnten 2014 aber möglicherweise 24 statt nur 18 Satelliten im Weltraum sein, sagte EU-Kommissar Antonio Tajani. Voll einsatzfähig ist Galileo aber erst, wenn wie ursprünglich geplant alle 30 Satelliten im All sind.

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Wo soll Galileo zum Einsatz kommen?

Ähnlich wie schon GPS soll Galileo der Ortung und Navigation dienen - nur präziser. Einsatzszenarien für das Prestigeprojekt von EU und Europäischer Weltraumorganisation (ESA) gibt es zu Lande, zu Wasser und in der Luft, für die Landwirtschaft, die Bauindustrie und auch für Behörden.

Fahnder können die Daten bei der Verbrecherjagd nutzen, Bauingenieure beim Einmessen von Gebäuden, Landwirte beim Verteilen von Dünger. Flüge sollen pünktlicher und sicherer werden: Durch präzisere Anflüge könnten Verspätungen, Umleitungen oder Stornierungen - etwa wegen Unwetters - reduziert und dabei sogar noch Treibstoff gespart werden.

Wird Galileo schon gestestet?

Ja, für Galileo laufen inzwischen Tests auf Hochtouren. Zwei Satelliten strahlen Testsignale aus. Parallel dazu gibt es Testgebiete.

Nur in Berchtesgaden simulieren - weltweit einzigartig - acht terrestrische Sendestationen auf umliegenden Bergen Galileo-Signale realistisch; in der von der Firma IFEN GmbH betriebene «Galileo Test- und Entwicklungsumgebung» (GATE) wird nun an neuen Anwendungen und Dienstleistungen getüftelt, Empfangsgeräte werden ausprobiert.

Getestet wurde etwa ein neues Verschütteten-Suchsystem für Lawinenopfer, die per Satellit geortet würden. Es könnte die Suche mit herkömmlichen Geräten ersetzen, die von den Kameraden einige Übung und Kenntnisse erfordert.

Ausprobiert wurde auch ein Leitsystem für Hubschrauber-Rettungen bei sehr schlechter Sicht, wie der Leiter des Gate-Kundenbetriebs Elmar Wittmann berichtet.

(Quelle: dpa)

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