Leiterplattendesign Gängige Formate und Librarys komfortabel verarbeiten

Autor / Redakteur: Achim Schulte* / Gerd Kucera

Ein praktikables Leiterplatten-Tool zeichnet sich einmal dadurch aus, dass es alle wichtigen Formate verarbeitet. Hier setzt die Software Pulsonix in der Version 4.5 an, die bereits in der Basisversion den Import und Export nahezu aller gängigen Formate und Systeme (nebst IDF und DXF) zulässt.

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( Archiv: Vogel Business Media )

Nichts ist für den PCB-Designer frustrierender als eine Software, die das bevorzugte Datenformat nicht verarbeiten kann. Deshalb haben die Entwickler des Leiterplatten-Design-Tools Pulsonix in der aktuellen Version 4.5 großen Wert darauf gelegt, dass alle marktüblichen Designs und Bibliotheken konvertiert und bearbeitet werden können. Das gilt auch für das CAD/CAM-Datenformat ODB++ und Gerber-Daten. Zusammen mit der Funktion Reverse Engineer kann der Entwickler dann aus Gerber-Daten einen neuen Schaltplan erzeugen.

Wichtige Bedienfunktionen sind am Arbeitsfenster angedockt

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Pulsonix wurde vom Tool-Hersteller West Dev entwickelt (Vertrieb durch tecnotron elektronik) und baut auf dem Prinzip des Windows-Layouts auf. Das vereinfacht die Bedienung und den Einsatz. Eine Auto-Hide-Dockable-Windows-Funktion dockt wichtige Bedienelemente an der Seite des Arbeitsfensters an und ermöglicht, genau wie die mehrfachen Undos, ein schnelles und übersichtliches Arbeiten in Schaltplan und Leiterplatte. Die Optik der Oberfläche und die Bedienfelder von Schaltplan und PCB sind identisch, womit die gesamte Software wie aus einem Guss wirkt. Alle Hotkeys kann der Anwender nach seinem Gusto belegen und die Bedienfelder frei modifizieren.

Hierarchische Designs und beliebige Raster lassen sich einfach definieren

Die Möglichkeit mit einfachen und komplexen hierarchischen Designs zu arbeiten gehört zum Leistungsstandard der Basisversion. Ein Schaltplan lässt sich in einzelne funktionale Blöcke unterteilen, welche auf Grund der Hierarchien miteinander verbunden sind. Müssen Blöcke oder Bauteile in polaren Koordinaten platziert werden, steht auch diese Möglichkeit zur Verfügung. Das gewünschte Raster wird einfach im „Raster-Dialog“ vordefiniert, wobei beliebig viele eigene Anforderungen realisierbar sind. Dies geschieht, wie vieles bei Pulsonix, relativ einfach und ohne großen Aufwand.

Automatisch lassen sich mehrere Testpunkte zuweisen

Zum Beispiel bietet „Auto Insert Testpoints“ eine Funktion mit deren Hilfe sich jedem Netz automatisch ein oder auch mehrere Testpunkte zuweisen lassen. Und dies über einen simplen Dialog. Die Associated Parts von Pulsonix bieten dem Anwender die Möglichkeit, elektrischen Bauteilen weitere (nicht elektrische) Bauteile (wie Schrauben oder Muttern) zuzuweisen. Diese sind zwar im Schaltplan unwichtig, nicht aber in der Stückliste.

Kontrolle der Design-Regeln bis zum Masse-Sternpunkt

Ein interessantes Highlight bietet Pulsonix mit dem Masse-Sternpunkt. Im Schaltplan und PCB besteht die Möglichkeit den Verlauf der Signale bis zu einem gegebenen Verbindungspunkt zu steuern. Diese Signale kommen nicht in Kontakt miteinander bis sie auf den Sternpunkt treffen. Alle elektrischen- und Designregeln werden bis zum Sternpunkt eingehalten, der Design Rule Check meldet am definierten Treffpunkt keinen Fehler.

Auch der Varianten-Manager ist als fester Bestandteil jeder Pulsonix-Ausstattung ein Highlight für den Anwender: Mit ihm ist eine beliebige Anzahl von Varianten möglich, entweder aus dem Schaltplan oder dem PCB-Design heraus. Anschließende Funktionen wie Reports oder der CAM-Plot werden variantenabhängig erstellt. Weiterhin ist definierbar, wie Varianten-Komponenten gezeichnet werden, damit Varianten-Alternativen sofort sichtbar sind.

Kein Design ohne entsprechende Dokumentation

Aber was nutzt das beste Design, wenn es keine einfach erstellbare Dokumentationsmöglichkeit gibt? Der Report-Maker von Pulsonix bietet viele Mittel, um Stücklisten, Drilltables u.a.m. auszugeben. Und alle vom Report-Maker erstellten Berichte können automatisch als sichtbares Element in das Design eingefügt werden.

Text-Callouts und Bemaßungen sind nun der nächste Schritt auf dem Weg der Dokumentation. Sie ermöglichen es, wichtige Vorgänge und Maße direkt im Layout zu erfassen und sie zu beschreiben. Einmal hinzugefügt sind diese dynamisch und verschieb- und editierbar. Der 3D-Viewer schließlich stellt das PCB in einer 3D-Ansicht dar und ermöglicht so eine visuelle Prüfung der Höhenregeln. Das Bild kann der Anwender in jede Richtung drehen und von der Top- oder Bottom-Seite zeigen. Die Ansicht lässt sich vollfarbig ausdrucken.

Hinzufügen einzelner oder mehrerer Leiterbahnzüge

Wie diese Funktionen gehört auch das Track Fattening zur Basisversion. Während des Entflechtens optimiert die Funktion die Breite der Leiterbahn unter Berücksichtigung der Default- und Alternative-Einstellungen aller Netzklassen. Mit dem Hug-Mode kann man einem Design einzelne oder eine Serie von Leiterbahnen hinzufügen, die sich an die bereits bestehende Leiterbahn anschmiegen. Zeit- und arbeitsintensives Routen wird somit auf ein Minimum reduziert.

Diese Fülle an Funktionen wird durch zusätzliche Module, wie etwa eine komplette Analog/Digital-Simulation (welche mittels des Pulsonix-Spice-Simulator ausgeführt wird) ergänzt. Pulsonix-Spice basiert auf einer verbesserten Version von SPICE 3 und XSPICE.

Ergänzende Funktionen optimieren die tägliche Arbeit

Mit dem Pulsonix High Speed Design steht ein Modul für ein High-Speed-Routing zur Verfügung, welches Funktionen wie Min/Max-Netzlängen, Differential-Pair-Routing und Serpentinen-Routing bietet.

Weil immer häufiger sehr komplexe und vor allem kleine Produkte entwickelt werden, sind dafür geeignete Techniken auch in den PCB-Design-Tools notwendig. In Pulsonix gibt es dazu ein Chip-Packaging-Toolkit, das das Erzeugen von ungehäusten-Bauteilen (Dice) sowie Bond-Leitungen unterstützt.

Und um Platz auf Leiterkarten optimal zu nutzen hat der Hersteller das Embedded-Component-Modul integriert. Damit lassen sich etwa Widerstände oder Kondensatoren auf Innenlagen der Leiterplatte (gedruckt) herstellen. Auch HF-Elemente wie Spiralen für Spulen oder planare Transformer werden berücksichtigt.

Das nutzt Ihnen das Leiterplatten-Tool Pulsonix

Die windows-ähnliche und gut strukturierte Oberfläche erleichtert den Einstieg und die Arbeit mit dem Leiterplatten-Design-Tool Pulsonix. Durch die enthaltenen Konverter sind vorhandene Projekte und Bibliotheken in neuen Entwicklungen beliebig wiederverwendbar. Und intelligente Eigenschaften wie Masse-Sternpunkte erleichtern die Routinearbeit erheblich. Zusätzliche Optionen, das sind beispielsweise Embedded Parts, Highspeed-Design, Chip-On-Board und Spice-Simulation befähigen den Anwender, mit der Software auch künftige Aufgaben schnell zu lösen.

*Achim Schulte ist Applikationsingenieur bei tecnotron in Weißensberg, dem deutschen Repräsentanten für West Dev.

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