Elektronik und Sport Fußball-Bundesliga verzichtet vorerst auf Torlinien-Technologie

Redakteur: Franz Graser

Bei der diesjährigen WM in Brasilien wird den Schiedsrichtern eine elektronische Lösung zur Seite stehen, die klar und eindeutig anzeigt, ob der Ball im Tor war. Die Bundesliga konnte sich dazu heute nicht durchringen.

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Bis auf Weiteres muss die Fußball-Bundesliga ohne elektronische Torlinientechnik auskommen (hier die vom Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen entwickelte Lösung GoalRef).
Bis auf Weiteres muss die Fußball-Bundesliga ohne elektronische Torlinientechnik auskommen (hier die vom Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen entwickelte Lösung GoalRef).
(Bild: Kurt Fuchs Fraunhofer IIS)

Wie die Online-Ausgabe der Tagesschau meldet, wurde heute bei einer Versammlung der 36 in der ersten und zweiten Bundesliga spielenden Vereine über die Einführung des elektronischen Torrichters abgestimmt. Die erforderliche Zweidrittelmehrheit kam dabei allerdings nicht zustande.

Nur neun Bundesligaklubs befürworteten die Torlinientechnik, von den Vertretern der zweiten Liga sprachen sich in der Abstimmung lediglich drei für die Torlinienelektronik aus. Somit bleibt laut Tagesschau die englische Premier League die einzige nationale Liga, die ihre Schiedsrichter elektronisch unterstützt.

Auch der Fußball-Weltverband FIFA hatte sich jahrelang gegen elektronische Lösungen ausgesprochen. Erst einige eklatante Fehlentscheidungen der Schiedsrichter bei der WM 2010 in Südafrika (darunter ein nicht gegebenes Tor des englischen Nationalspielers Frank Lampard im Achtelfinalspiel Deutschland gegen England am 27. Juni 2010 in Bloemfontein) führten zu einem Umdenken.

In Deutschland war die Diskussion um die Torlinientechnik durch das sogenannte Phantomtor des Leverkusener Stürmers Stefan Kießling am 18. Oktober 2013 angeheizt worden. Kießlings Kopfstoß hatte eigentlich das Außennetz des Tores der Spielvereinigung 1899 Hoffenheim getroffen; wegen eines Loches im Tornetz war der Ball aber ins Tor geflogen, worauf der Schiedsrichter auf einen Treffer erkannt hatte.

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