Fahrzeugentwicklung

Funktionsorientierte Entwicklung schafft Transparenz und stellt perfektes Zusammenspiel aller Komponenten sicher

02.02.2009 | Autor / Redakteur: Björn Dietrich* / Thomas Kuther

Bei der Entwicklung von komplexen Automobilen bringt ein funktionsorientierter Ansatz deutliche Vorteile
Bei der Entwicklung von komplexen Automobilen bringt ein funktionsorientierter Ansatz deutliche Vorteile

Um den geradezu explosionsartigen Komplexitätsanstieg in der Fahrzeugentwicklung zu beherrschen, sollten Systementwickler vom derzeit gängigen bauteilorientierten Entwicklungsansatz auf die funktionsorientierte Entwicklung umsteigen.

In der Automobilbranche beherrscht bislang ein bauteilorientierter Ansatz die Entwicklungsabläufe. Diese Herangehensweise kann jedoch angesichts immer komplexerer Abhängigkeiten zwischen mechanischen und elektronischen Komponenten zu erheblichen zeitlichen Einbußen und damit Verlusten führen. Auch wenn alle Komponenten zu einem bestimmten Zeitpunkt erfolgreich entwickelt sind, heißt es noch lange nicht, dass sie aufeinander abgestimmt sind und im Zusammenspiel ihre Funktion erfüllen. Die Alternative zur klassischen „Bauteilorientierung“: ein funktionsorientierter Entwicklungsansatz, der bereichsübergreifend Transparenz schafft und sicherstellt, dass alle entwickelten Komponenten perfekt ineinandergreifen.

Aufeinander abgestimmte Entwicklung aller mechatronischen Komponenten

Das Automobil gehört heute zu den technisch komplexesten Konsumgütern überhaupt – gleichzeitig steigen sowohl die Anforderungen der Verbraucher als auch die Vorgaben des Gesetzgebers ständig. Zudem steht für die Entwicklung heute weniger Zeit zur Verfügung als je zuvor. Will man diesen explosionsartigen Komplexitätsanstieg in der Fahrzeugentwicklung beherrschen, empfiehlt es sich, vom herkömmlichen bauteilorientierten Entwicklungsansatz abzukommen und ein strukturierteres Modell zu wählen: die funktionsorientierte Entwicklungsmethode. Diese gewährleistet, dass die Entwicklung aller mechatronischen Komponenten aufeinander abgestimmt ist. Denn: Die pure Existenz von Bauteilen sorgt nicht zwangsläufig dafür, dass die Funktionen, die sie erfüllen sollen, auch tatsächlich umgesetzt sind.

Die Funktion ist nur realisierbar, wenn alle Komponenten perfekt interagieren

Ein Beispiel: Angenommen, sämtliche an der Funktion „Fenster schließen“ beteiligten Komponenten stehen zur Verfügung. Jedoch ist bei der bauteilgetriebenen Entwicklung ein erhöhter Aufwand notwendig, damit das entsprechende Steuergerät und der Fensterhebermotor aufeinander abgestimmt sind. Die funktionsorientierte Betrachtungsweise stellt hingegen die Umsetzung der Funktion „Fenster schließen“ in den Vordergrund – und sie ist nur realisierbar, wenn die entsprechenden Bauteile perfekt interagieren. Gerade der hohe Anteil an solchen mechatronischen Funktionen machen den Umstieg auf einen funktionsorientierten Entwicklungsansatz für Hersteller und Zulieferer so attraktiv – basieren doch etwa 90% aller Fahrzeuginnovationen auf mechatronischen Komponenten und der entsprechenden Software.

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