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Für eine bessere Welt: Junge Menschen greifen nach der Sonne

| Redakteur: Michael Eckstein

Nachhaltig: Schüler des Freiburger Montessori-Zentrums Angell haben Deutschlands erste Schüler-Solar-Genossenschaft gegründet, mit der sie ihre PV-Anlage langfristig betreiben wollen.
Nachhaltig: Schüler des Freiburger Montessori-Zentrums Angell haben Deutschlands erste Schüler-Solar-Genossenschaft gegründet, mit der sie ihre PV-Anlage langfristig betreiben wollen. (Bild: gemeinfrei / CC0)

In der „Schüler-SOLAR-Genossenschaft“, kurz ScOLARgeno, bauen Schüler eine Firma auf, die eine Solaranlage projektiert und genossenschaftlich betreibt. Das Modell wollen sie europaweit exportieren.

Es ist wichtig, junge Menschen an ihre Verantwortung für unseren Planeten und für die Gestaltung unserer Gesellschaft heranzuführen. Genauso wichtig ist es, ihnen die nötigen Fähigkeiten zu vermitteln, mit denen sie eine klimafreundliche, demokratisch strukturierte und gemeinwohl-orientierte Wirtschaft der Zukunft gestalten können.” Mit seiner Aussage macht Burghard Flieger klar, was er mit dem von ihm gegründeten Projekt „ScOLARGeno“ erreichen möchte.

Gestartet ist die „Schüler-SOLAR-Genossenschaft“ mit einer Pilotphase 2017. Schüler der 11. Klasse des Montessori-Zentrums ANGELL in Freiburg bauen seitdem gemeinsam mit ihrer Schule eine Firma auf, die eine Solaranlage projektiert und genossenschaftlich betreibt. Gemeinschaftliches Wirtschaften, projektbezogenes Arbeiten sowie die Auseinandersetzung mit der Solarenergie und ihrer Rolle für die Energiewende und den Klimaschutz stehen im Mittelpunkt des Lernprozesses.

Dabei sammeln jugendliche Projektteilnehmer Erfahrung im Management von sozialverantwortlichen Firmen und helfen dabei, ein öffentliches Bewusstsein für Umweltschutzmaßnahmen zu schaffen. Die durch die Solaranlage erwirtschafteten Überschüsse kommen unmittelbar der Schule und den Jugendlichen zugute. Gerade in der Initialphase ist externe Unterstützung essenziell. Daher freuen sich die ScOLARgeno-Macher über die Förderung durch ihre Sponsoren, die Freiburger Bürgerstiftung und das Agenda-21-Büro Freiburg. Die Idee scheint zu fruchten. So hat der SC Freiburg das Projekt bereits mit dem „climate first“-Klimaschutzpreis der Stadt Freiburg und dem „Fairway“-Förderpreis ausgezeichnet. Außerdem hat das Projekt noch den „Solidarenergie e.V.“-Preis gewonnen.

Fotovoltaik für nachhaltiges Erzeugen von Energie

ScOLARgeno war einer der zehn Finalisten des diesjährigen Europäischen Wettbewerbs für Soziale Innovation „European Social Innovation Competition“, kurz EUSIC. 2018 richtete sich der Wettbewerb an Projekte, die junge Menschen darin unterstützen, zukunftsrelevantes Wissen und ebensolche Fähigkeiten für den Arbeitsmarkt zu erlangen. Die Idee, gemeinsam mit ihnen Solargenossenschaften aufzubauen und zu betreiben, passte da perfekt. Gewonnen haben letztlich drei andere Projekte.

Trotzdem: Auch wenn es nicht zu einem Platz auf dem EUSIC-Siegerpodest – und damit nicht zum Gewinn des Preisgeldes in Höhe von 50.000 Euro – gereicht hat, haben sich die bisherigen Bemühungen aus Sicht von ScOLARgeno bereits rentiert. „Schon die neuen Erkenntnisse und die Motivation, die sich aus der Teilnahme am Wettbewerb speisen, sind wertvoll“, erklärt der zweite Projektkoordinator Felix Hollerbach. Sie hätten die Überzeugung des Teams bestärkt, dass die Menschheit Ideen für einen mutigen positiven Wandel in vielen elementaren Fragen braucht – „man denke nur an soziale Ungerechtigkeit, Ressourcenschwund, Unweltzerstörung oder Klimawandel“.

Ziel: Europaweites Netzwerk von Solargenossenschaften

In den nächsten Monaten wollen die Macher ScOLARGeno optimieren und verbreiten. „Dazu brauchen wir Partner und Experten, die uns beim Gestalten von Bildungsmaterial, dem Entwickeln von Trainingskursen und dem Aufbau eines lebendigen Netzwerks für den Austausch unterstützen“, erklärt Hollerbach. Aktuell ist das ScOLARgeno-Team in Freiburg aktiv. Hier sollen in Zusammenarbeit mit weiteren Schulen und Genossenschaften weitere Schüler-Solar-Genossenschaften entstehen.

Der Standort einer PV-Anlage ist dabei recht variabel: So kann das eigene Schuldach verwendet werden, benachbarte Dächer, Dachflächen von jugendfördernden Einrichtungen im Stadtteil oder das Hausdach elterlicher Anwesen. Je nach Größe der Anlage, stehen mögliche Renditen der Schule für weitere Projekte zur Verfügung. Soziale Innovationen wie ScOLARgeno können einen Vorgeschmack auf eine neue, bessere Welt geben.

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