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Für 9 Mrd. US-$: Intel verkauft NAND-Geschäft an SK Hynix

Redakteur: Sebastian Gerstl

Statt wie angekündigt auf die Entwicklung von PLC-NAND zu setzen trennt sich Intel nun endgültig von seiner glücklosen NAND-Flash-Sparte. Der Chipkonzern verkauft das gesamte Geschäft für 9 Milliarden US-$ an den südkoreanischen Speicherhersteller SK Hynix.

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Vorbei mit hehren Zielen: 2019 hatte Intel noch große Pläne für die nächste Generation seines QLC-Flashspeichers angekündigt. Die Entwicklung war offenbar nicht zufriedenstellend: Intel verkauft nun die NAND-Sparte an den südkoranischen Speicherhersteller SK Hynix.
Vorbei mit hehren Zielen: 2019 hatte Intel noch große Pläne für die nächste Generation seines QLC-Flashspeichers angekündigt. Die Entwicklung war offenbar nicht zufriedenstellend: Intel verkauft nun die NAND-Sparte an den südkoranischen Speicherhersteller SK Hynix.
(Bild: Intel)

Intel trennt sich von einer weiteren Sparte: Nach dem Verkauf des 5G-Modem-Geschäfts an Apple im Jahr 2019 wird nun das auch die NAND-Sparte abgestoßen. Für 9 Milliarden US-$ wird der südkoreanische Speicherhersteller SK Hynix das Flash-Speicher-Geschäft von Intel übernehmen, meldet das Wall Street Journal.

Ende einer glücklosen, volatilen Sparte

Für Intel waren die Investitionen in Flashspeicher in den letzten Jahren glücklos verlaufen. 2019 hatte Intel noch Pläne angekündigt, bis 2020 ein 144-Layer-QLC-NAND (Quad Layer Cell) zur Marktreife zu bringen und sich für eine künftige Penta-Level Cell (PLC) mit 5 Bit pro Speicherzelle zu rüsten.

Doch Ende 2019 hatte die gesamte Speichersparte Intels zum vierten Jahr in Folge Verluste eingefahren. Statt nun weiter in den generell recht volatilen Speichermarkt zu investieren, will sich das Unternehmen von nun an wieder stärker auf sein Kerngeschäft mit Prozessoren und den wachsenden KI-Markt fokussieren.

SK Hynix setzt auf starke Expansion

Für SK Hynix stellt der Erwerb der NAND-Sparte von Intel der bislang größte Zukauf in der Firmengeschichte dar. 2017 hatte eine ca. 2,3 Milliarden Euro schwere Beteiligung an der von Toshiba ausgegründeten Speichertochter Kioxia für Schlagzeilen gesorgt. Vor allem in Japan wurde eine solch schwerwiegende Investition einer südkoreanischen Firma sehr skeptisch beobachtet.

Im Juni 2019 hatte das Unternehmen einen TLC-3D-NAND-Chip mit der bis dato größten Speicherdichte präsentiert: Ein 128-lagiger 3D-NAND-Speicher, der 360 Mrd. TLC-Speicherzellen (Triple Level Cell) vereint und somit 1 TBit Daten speichern kann.

Mit dem Erwerb der Intel-Technologien rüstet SK Hynix sein technologisches Portfolio speziell für die QLC- und kommende PLC-NAND-Flash-Entwicklung enorm auf. Derzeit gilt SK Hynix hinter Samsung, Micron und Flash Forward (Western Digitals Sandisk & Toshiba) weltweit als der viertgrößte Hersteller von Flash-Speicherbausteinen.

Optane-Entwicklung verbleibt bei Intel

Wie SK Hynix meldet, übernehme das Unternehmen das gesamte NAND-Geschäft von Intel. Dazu gehören auch die SSD-Sparte, das NAND-Komponenten- und Wafer-Geschäft sowie die Fertigungsstätten in Dalian (China).

Komplett wird sich Intel aber noch nicht aus dem Speichergeschäft zurückziehen. Der Chipkonzern behält seine Optane-Speichertechnologie, die in Partnerschaft mit Micron Technology entwickelt wurde. Micron stellt im Rahmen einer Liefervereinbarung weiterhin Optane-Chips auf Basis der 3D XPoint Technologie für Intel her.

Vor einem Jahr sahen Intels Pläne vor, zu diesen Zeitpunkt 2020 ein 144-Schicht-QLC-NAND-Flash präsentieren zu können.
Vor einem Jahr sahen Intels Pläne vor, zu diesen Zeitpunkt 2020 ein 144-Schicht-QLC-NAND-Flash präsentieren zu können.
(Bild: Intel)

Bis 2018 hatten Micron und Intel noch in einem Joint Venturegemeinsam die 3D XPoint NVM-Speichertechnologie entwickelt. Seit zwei Jahren trägt Intel die alleinige F&E in dem Bereich.

Konsolidierung im Chipmarkt

Die 2020 erfolgende Konsolidierung im Chipmarkt schreitet damit weiter. Intel sieht nach der Übernahme von ARM durch NVIDIA und der geplanten Akquise des FPGA-Rivalen Xilinx durch den Prozessor-Konkurrenten AMD weiter unter Druck gesetzt.

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